Energie

Rosneft

Glencore und Katar kaufen russisches Öl

Moskau versilbert seine Staatsfirmen: Für knapp 20 Prozent der Anteile am Ölkonzern Rosneft zahlen Glencore und Katar 10,5 Milliarden Euro. Der russische Präsident Wladimir Putin feiert den Deal als großen Erfolg.
Update: 08.12.2016 - 10:02 Uhr 1 Kommentar
Russland hat 19,5 Prozent des staatseigenen Ölbetriebs privatisiert. Quelle: dpa
Rosneft

Russland hat 19,5 Prozent des staatseigenen Ölbetriebs privatisiert.

(Foto: dpa)

MoskauEin Konsortium des internationalen Rohstoff-Konzerns Glencore und des katarischen Vermögensfonds hat einen Anteil von 19,5 Prozent am staatlichen russischen Ölkonzern Rosneft erworben. Der Kreml gab das Geschäft im Wert von 10,5 Milliarden Euro am Mittwoch bekannt. Präsident Wladimir Putin beschrieb den Deal als den größten im globalen Energiemarkt in diesem Jahr.

Bei einem vom Fernsehen übertragenen Treffen mit Rosneft-Chef Igor Setschin sagte Putin, der Deal erfolge nach einer Erholung der Ölpreise angesichts der jüngsten Entscheidung der Opec, die Fördermenge zu kürzen. „Das ist ein sehr guter Erfolg“, erklärte Putin. Russland hat sich dem Schritt der Organisation Erdöl produzierender Länder angeschlossen.

Wenn der Ölpreis explodiert
1973
1 von 10

Weil Israel im Jom-Kippur-Krieg arabische Gebiete besetzt, dreht die Opec den Ölhahn zu – der Ölpreis zieht an und stürzt die Welt in eine Energiekrise und in die Rezession. In Deutschland ist Autofahren sonntags zeitweise verboten. Der bis dahin jahrelang konstant gehaltene Ölpreis klettert in wenigen Jahren und in großen Sprüngen von etwa 3 auf mehr als 10 Dollar pro Barrel.

1979/80
2 von 10

Im Iran ergreifen die Mullahs um Revolutionsführer Khomeini die Macht; die Ölproduktion des Landes bricht ein. Der Ölpreis marschiert in Richtung 20 Dollar.

1990/91
3 von 10

Der Irak überfällt Kuwait, kurz darauf marschieren die USA im Irak ein. Kuwait besitzt nach Saudi-Arabien, Irak und Iran die größten Reserven. Der Ölpreis überspringt die Marke von 40 Dollar.

2003
4 von 10

Diktator Saddam Hussein wird gestürzt. Die irakische Ölindustrie ist weitgehend zerstört. Der Ölpreis liegt im Bereich von 35 Dollar.

2008
5 von 10

Gute Weltkonjunktur und Spekulation treiben den Ölpreis vor dem Lehman-Crash auf ein Hoch bis in den Bereich von 150 Dollar.

2011
6 von 10

Fast in der gesamten arabischen Welt brechen Unruhen aus. In den Industrieländern wächst die Angst vor einem Versorgungsengpass. Von Januar 2011 bis zum 11. März 2011 steigt der Ölpreis von 92 auf zeitweise 116 Dollar.

2012
7 von 10

Ende Juni 2012 sinkt der Brent Rohölpreis unter 90 Dollar pro Barrel und der WTI Ölpreis unter 80 Dollar. Im Juli erholen sich die Preise schließlich wieder, angesichts der Erwartung, dass die politischen Entscheidungsträger in den USA, Europa und China, Maßnahmen ergreifen, um das Wirtschaftswachstum zu stimulieren.

Der Verkauf ist Teil des Bestrebens der russischen Regierung, angesichts einer seit zwei Jahren andauernden Rezession einige staatliche Vermögenswerte zu privatisieren, um den Haushalt zu entlasten. Putins Sprecher Dmitri Peskow sagte, Putin habe angeordnet, dass das Unternehmen mit dem Finanzministerium und der Zentralbank zusammenarbeite, um zu verhindern, dass der Deal die russischen Währungsmärkte destabilisiere.

Der russische Staat behält weiterhin die Mehrheit an Rosneft. 49 Prozent an dem Unternehmen halten nun private Investoren, darunter BP 19,75 Prozent. Im Oktober hatte Rosneft die russische Ölfirma Baschneft übernommen. Der Deal festigte Rosnefts Rolle als größter Ölproduzent des Landes.

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1 Kommentare zu "Rosneft: Glencore und Katar kaufen russisches Öl"

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  • 20% sind kein Verkauf sondern eine Beteiligung. Diesen Unterschied sollte man als Wirtschaftszeitung schon machen bzw. kennen.
    Und diese 20% teilen sich auch noch zwei Geldgeber.

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