Energie

Rückzug aus Italien
Eon verkauft Wasserkraftwerke in Italien

Der Energiekonzern verkauft sein italienisches Wasserkraftwerksgeschäft für rund eine Milliarde Euro an das Ökostromunternehmen ERG. Seine italienischen Kohle- und Gaskraftwerke hatte das Unternehmen bereits abgestoßen.
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Düsseldorf/GenuaDeutschlands größter Energiekonzern Eon trennt sich von seinem Geschäft mit Wasserkraftwerken in Italien. Käufer der Kraftwerksgruppe aus Terni sei der Ökostrom-Erzeuger ERG mit Sitz in Genua, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend in Düsseldorf mit. Ein Eon-Sprecher bezifferte den Preis gegenüber der Finanznachrichten-Agentur dpa-AFX auf rund eine Milliarde Euro. Der Preis liegt im Bereich dessen, was Insider erwartet hatten.

Die Aktie gab am Freitag zeitweise trotzdem etwas nach. Mit dem Verkauf zieht sich der vor der Aufspaltung stehende Versorger weiter aus Südeuropa zurück, wo er vor Jahren auf milliardenschwere Einkaufstour gegangen war. Da Eon in der Stromerzeugung wegen der gefallenen Großhandelspreise kaum noch etwas verdient, setzt der Konzern auf den Vertrieb und das Geschäft mit Energiedienstleistungen.

Den Verkauf der 16 Wasserkraftwerke in Italien will Eon bis Ende des Jahres abschließen. Der Käufer ERG erklärte, er erwarte von den Anlagen einen operativen Gewinn (Ebitda) von jährlich 110 Millionen Euro. Gut 100 Mitarbeiter wechseln die Seiten. Eon kann den Kaufpreis gut gebrauchen. Den Konzern drücken Schulden von knapp 32 Milliarden Euro.

Eon hatte sich in Italien bereits aus dem Kohle-, Gas- und Solargeschäft zurückgezogen. Seine konventionellen Kraftwerke wurden dort an den tschechischen Wettbewerber EPH verkauft. „Nach strategischer Überprüfung des Strom- und Gasvertriebs in Italien hat Eon entschieden, dieses Geschäft weiterzuentwickeln“, erklärte das Management nun.

Für viele Auslandskraftwerke hatten die Düsseldorfer im vergangenen Jahr hohe Abschreibungen vornehmen müssen - auch bei Anlagen in Großbritannien und Schweden. Die Folgen der Energiewende mit dem Ökostrom-Boom und Einbruch beim Börsen-Strompreis treffen den Konzern hart.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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