Energie

Russisches Erdgas
Gazproms neue Röhren reichen bis Italien

Gazprom beginnt heute mit dem Bau der Pipeline South Stream. Die Röhren transportieren bald russisches Erdgas bis nach Norditalien. Den Gasriesen und Präsident Putin freut es, Westeuropa ist skeptisch.
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AnapaAus Moskauer Sicht bietet der heutige Freitag allen Grund für Feierstimmung. In Brüssel und anderswo im westlichen Teil Europas hingegen dürften einige deutlich weniger euphorisch in Richtung Osten blicken. Im Süden Russlands, an der Küste des Schwarzen Meeres, will Gazprom am Nachmittag symbolisch den Baubeginn für die neue Pipeline South Stream begehen und eine erste Schweißnaht setzen.

Zu dem Ereignis kommen neben hochrangigen Managern des Gasriesen und seiner Partnerfirmen Politiker aus den beteiligten Ländern, darunter Russlands Präsident Wladimir Putin. Sie wollen zeigen: Gazprom schafft Tatsachen, was Europas Energieversorgung angeht. Dabei fürchten sich viele innerhalb der Europäischen Union vor einer zu hohen Abhängigkeit von russischem Erdgas.

Denn mit South Stream will Russland seinen Anteil auf über ein Drittel des von Europa importierten Erdgases steigern. Dafür werden weder Kosten noch Mühen gescheut. Die Ausmaße des Projekts sind gewaltig. Allein 900 Kilometer beträgt die Länge der Pipeline, die durch das Schwarze Meer von Anapa bis zur bulgarischen Küstenstadt Warna gebaut werden soll. An manchen Stellen werden die insgesamt vier Rohre in einer Tiefe von mehr als 2000 Metern verlegt – keine leichte Aufgabe.

South Stream führt von Bulgarien aus weiter durch Serbien, Ungarn und Slowenien bis nach Norditalien. Die Gesamtroute beträgt fast 2400 Kilometer. Entlang dieser Strecke haben erste Bauarbeiten bereits begonnen, weitere werden nun folgen. Bis zur tatsächlichen Verlegung der Röhren am Meeresgrund dauert es allerdings noch bis zum Jahr 2014.

Das erste Gas soll ab Ende 2015, Anfang 2016 durch die Pipeline kommen. Für Marcel Kramer, Chef der South Stream Transport AG, die für den wichtigen Meeresabschnitt verantwortlich ist, ist das ein „großes und anspruchsvolles Ziel“. Die Marschrichtung hatte Präsident Putin zuletzt im Sommer vorgegeben: „Ich bin sicher, dass dieses Projekt in zwei Jahren realisiert wird.“ Bis 2018 soll South Stream die volle Lieferkapazität erreichen. 63 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr sollen einmal durch South Stream nach Westeuropa strömen.

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  • Genau, Märchenbücher. Die USA sind der Hort des Bösen auf der Erde, China und Russland die Lieblingsländer von Amnesty International, da sie keine Waffen an irgendjemanden verkaufen. Dazu noch ist die Erde ist eine Scheibe, Schweine können fliegen usw. Ich hoffe, Sie halten es aus, dass ich speziell für Sie einen amerikanischen Schauspieler zitiere, machen Sie damit, was Sie wollen: Viele Menschen sind zu gut erzogen, um mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, dies mit leerem Kopf zu tun. Aber vielleicht halten Sie es lieber mit einem alten deutschen Philosophen: Zum Denken sind nur wenige Menschen geneigt, obwohl alle zum Recht haben neigen. In diesem Sinne.

  • @statesman
    Jaaaaaa schön für Sie, aaaaber:
    in Ihrer Russland- bzw. Putinphobie vergessen Sie die wirtschaftlichen Interessen der deutschen Industrie zu berücksichtigen. Da wird eine enorme Menge an Gas (bei Bedarf zusätzliche Menge sollte zeitabhängig bereit stehen) und konstante kalkulierbare Preise gebraucht. Das kann der Holländer von neben an nicht bieten. Ich weiß, es ist zu kompliziert für Ihre kleine heile Welt...

  • und so soll der energiebedarf für ganz europa gedeckt werden, sie kleverle?
    und an die anderen kerle hier, die immer auf schröder rumhacken: ihr seid genauso einfältig wie die aussage "strom kommt aus der steckdose.....". wenn ihr mal ordentlich friert und anschliesend ein warmes plätzen findet, wie wärs mit danke herr exbundeskanzler, dass sie sich um vitale deutsche versorgungsinteressen kümmern. .....

    schönen tag zusammen!

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