Energie

Russlandgeschäft
Schwacher Rubel macht Eon zu schaffen

Der Gewinn beim Düsseldorfer Energieversorger Eon bricht fast völlig ein. Grund ist nicht nur die Energiewende. Besonders schwach entwickelt sich das Geschäft in Russland.
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DüsseldorfDem Energiekonzern Eon macht in seinem wichtigen Russlandgeschäft der schwache Rubel immer mehr zu schaffen. Auch deswegen sei der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in den ersten neun Monaten um sieben Prozent auf 6,6 Milliarden Euro gesunken, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Damit lag das operative Ergebnis allerdings über den von Analysten erwarteten 6,435 Milliarden Euro.

Der Konzernüberschuss brach um mehr als 90 Prozent ein. Während es in den ersten neun Monaten im Jahr 2013 noch 2,971 Milliarden Euro waren, betrug der Überschuss in den ersten drei Quartalen nur noch 255 Millionen Euro.

Die Eon-Aktie stieg dennoch um ein Prozent und war damit größter Gewinner im Dax.

Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen bekräftigte die Prognose, wonach der operative Gewinn im Gesamtjahr auf 8,0 bis 8,6 Milliarden Euro fallen wird nach 9,3 Milliarden 2013.

Beim nachhaltigen Konzernüberschuss, der ausschlaggebend für die Dividende ist, blieb Eon in den ersten neun Monaten mit einem Rückgang von 25 Prozent auf 1,44 Mio. Euro hinter der Analystenschätzung von 1,45 Mrd. Euro zurück. Der Umsatz sank um 8,9 Prozent auf 81,3 Mrd. Euro.

In der Stromerzeugung konnte Eon operativ zulegen. Der größte deutsche Versorger profitierte von der eingesparten Kernbrennstoffsteuer durch die geplante vorzeitige Stilllegung des Atomkraftwerks Grafenrheinfeld.

In Russland brach das operative Ergebnis dagegen um etwa ein Fünftel auf 401 Millionen Euro ein. Neben der Rubelschwäche machen Eon dort auch gestiegene Brennstoffkosten zu schaffen. In Rubel fiel das Ergebnis in Russland besser aus als im Vorjahreszeitraum.

Teyssen hatte in den vergangenen Jahren das Geschäft mit der Stromerzeugung in dem Land deutlich ausgebaut. Gleiches gilt für die neuen Märkte Türkei und Brasilien, wo Eon nach neun Monaten einen operativen Verlust von 62 Millionen Euro einfuhr – im Vorjahrszeitraum lag der Fehlbetrag allerdings noch bei 81 Millionen Euro.

Ungeachtet der Währungsschwäche setzt Teyssen weiter auf das Russlandgeschäft. Bis 2015 wird Eon nach eigenen Angaben über zehn Milliarden Euro in den russischen Markt investiert haben.

Neben dem Aufbau des Stromversorgers Eon Russia haben die Düsseldorfer über zwei Milliarden Euro für die Beteiligung am sibirischen Gasfeld Juschno Russkoje gezahlt und mehrere hundert Millionen Euro für den Anteil an der Ostsee-Pipeline, die Gas aus Sibirien nach Deutschland bringt. Russland hatte im vergangenen Jahr rund sieben Prozent zum operativen Gewinn des Konzerns beigetragen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin

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