Energie

RWE-Gewinn schrumpft
Der kraftlose Energieriese

Für die Energiekonzerne wird es immer schlimmer. Nach Eon meldet auch RWE einen weiteren Gewinnrückgang. Vorstandschef Terium hat neben den Kraftwerken ein neues Problem – und kritisiert die Pläne von Eon.
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Essen/DüsseldorfDie Antworten mögen unterschiedlich sein, das Grundproblem aber ist das selbe: Ein Tag nach Eon legte Konkurrent RWE seinen Zwischenbericht vor – und die Lage ist genauso ernst wie beim Konkurrenten. In Essen werden genauso wie in Düsseldorf dringend neue Wachstumsmöglichkeiten benötigt.

Im ersten Halbjahr musste RWE beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) einen Rückgang um sieben Prozent auf 3,2 Milliarden Euro verkraften. Das - um Sondereffekte bereinigte - Nettoergebnis sank um 28 Prozent auf 543 Millionen Euro. Dabei war der Umsatz mit 25,1 Milliarden Euro nahezu stabil geblieben. Konkurrent Eon hatte am Mittwoch beim Ebitda ein Minus von 13 Prozent berichtet und beim Überschuss sogar von 21 Prozent.

RWE machte in erster Linie den „fortgesetzte Margenrückgang in der konventionellen Stromerzeugung“ dafür verantwortlich. Ähnlich hatte sich am Tag zuvor auch Eon geäußert.

Die deutschen Energieriesen kämpfen in ihrem bisherigen Kerngeschäft mit der Energiewende und den drastischen Verwerfungen auf dem Energiemarkt. Die großen Atom-, Kohle- und Gaskraftwerke werden durch die boomenden erneuerbaren Energien, die vorrangig ins Netz gespeist werden, zunehmend aus dem Markt gedrängt. Im Terminmarkt wird eine Megawattstunde Strom, die kommendes Jahr geliefert werden soll, für gerade noch 30 Euro gehandelt. Vor drei Jahren waren es 20 Euro mehr.

Entsprechend sind die Gewinne in der Stromerzeugung zusammen geschmolzen. Gaskraftwerke rechnen sich schon lange nicht mehr, Steinkohlekraftwerke auch immer weniger und inzwischen bekommen sogar Braunkohle- und Atomkraftwerke Probleme.

Bei RWE sanken die Ergebnisse in der Stromproduktion um 27 Prozent auf 750 Millionen Euro. „Hauptgrund dafür war, dass wir den Strom unserer deutschen und niederländischen Kraftwerke zu niedrigeren Großhandelspreisen abgesetzt haben als 2014“, teilte RWE mit. Eon hatte einen Rückgang des Ebitdas in der Erzeugungssparte um 29 Prozent zu verkraften.

Hinzu kommt aber auch ein hausgemachtes Probleme. Bei der britischen Tochter N-Power brach das Ergebnis um 60 Prozent auf 53 Millionen Euro ein. Dabei lief das Vertriebsgeschäft europaweit eigentlich gut. Es gebe aber „unerwartete operative und technische Probleme im britischen Vertriebsgeschäft“, teilte RWE mit. Das schmeckte den Anlegern gar nicht: Die Aktien des Versorgers rutschten um bis zu 3,3 Prozent auf 17,67 Euro, das ist der tiefste Stand seit mehr als zwölf Jahren. Im Dax waren sie damit der einzige Verlierer.

Kommentare zu " RWE-Gewinn schrumpft: Der kraftlose Energieriese"

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  • Um Erster zu sein noch ein Beitrag zu Herrn Hofmann.
    Sie machen allen Ernstes die komplette freie Marktwirtschaft von der EEG abhängig. Dies wird aber auch nach 1000 Wiederholungen nicht wahrer.
    Bitte rechnen sie uns allen doch mal vor wie der AKW STrom direkt und indeireckt subventioniert wird. Wir sind auf den korrekten kW/h Preis gespannt.
    Gerne würden wir auch den Businessplan der Betreiberfirma für die Abfälle über die nächsten paar tausend Jahre sehen. Es soll ja eine solvente Firma sein, welche nie vom Steuerzahler getragen oder gestützt werden muss. Hoffentlich ist das aussergewöhnliche Ereignis im Jahre 2938 berücksichtigt.
    Wenn man ihr manisches Verhalten anschaut, stellt man fest, dass sie, trotz freier Marktwirtschaft nie Frei sein werden. Sie sind sicher auch dafür, dass die Steuerbehörde für einen freie Marktwirtschaft privatisiert werden muss. Am besten gleich alles. Privatisierte Politiker haben wird ja dank Lobbyismus bereits weitgehenst. Übrigens, Bürger zählen nichts und zudem sind die meisten, welche Ende Monat einen leeren Geldbeutel haben selber schuld. Die könnten ja einfach reich werden, gell?
    Ich sehe das Scheitern der freien Marktwirrtschaft eher durch die erhältlichen Farben bei Kaugummis.:-)

  • @F. Gessw
    Sie kennen eine Selbstbestimmung und Eigenverantwortung nicht. Ansonsten würden Sie nicht diese unverantwortliche und staatlich diktierte Energiewende/EEG als etwas GUTES und NÜTZLICHES sehen.
    Eine selbstbestimmte Markt-Gesellschaft ist mit der Energiewende/EEG nicht zu haben. Es bestimmt hier einzig und alleine die Ideologie einer Grün-Sozialistischen Politik über die Erzeugung und Verteilung von Strom.
    Und Eigenverantwortung ist bei der Energiewende/EEG auch nicht in Sicht. Ansonsten würden die sog. Erneuerbaren Energien ihre eigenen Stromleitung bauen und ihren Strom selbst vermarkten und nicht auf den Rücken der konventionellen Kraftwerksbetreiber ihre Abzockergeschäfte tätigen. Danke!

  • @F. Gessw;

    nur ein Hinweis (falls Sie es nicht schon selbst gemerkt haben) vielleicht gehen Sie davon aus, dass sich die Marc Hofmanns dieser Welt wie normale Menschen objektiven und nachprüfbaren Realitäten stellen und diese auch dann anerkennen, wenn sie der eigenen Meinung widersprechen.

    Das können Sie vergessen.

    Menschen wie Marc Hofmann verweigern sich jeder Realität, sobald sie das eigene Weltbild ad absurdum führt.

    Hier z.B. finden Sie eine zutreffende Analyse dieser Spezies.

    http://blog.gwup.net/2015/07/12/klimawandel-leugner-skeptiker-und-wissenschaft/

    Zitat: "Es (dieses Weltbild) will sich generell nicht durch rational hinterfragbare Kriterien überprüfen lassen, sondern sich ausschließlich aus seinen Werten legitimieren.

    Musterexemplare einer solchen Denkweise finden Sie auf der von Marc Hofmann verlinkten Klimaleugner-Seite.

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