RWE setzt auf Öko-Sparte: Terium und die grüne Hoffnung

Energie

RWE setzt auf Öko-Sparte
Terium und die grüne Hoffnung

Lichtblick für RWE: Die Ökostromtochter des Energieversorgers meldet ein Rekordergebnis. Vorstandschef Terium startet eine neue Offensive bei Solar- und Windkraft. Doch auch das grüne Geschäft wird immer schwieriger.

Peter Terium hatte in den vergangen Monaten selten Grund zur Freude. In Großbritannien laufen dem RWE-Chef scharenweise die Kunden davon, in Deutschland kämpft der Niederländer mit den Atomaltlasten und dem darbenden Braunkohlegeschäft. Und auch die Investoren kündigen ihm zusehends die Gefolgschaft. Binnen eines Jahres hat der zweitgrößte Energiekonzern des Landes die Hälfte seines Börsenwertes ein.

Ins neue Jahr startet Terium nun aber voller Optimismus: „Wir haben Wind in den Segeln“, frohlockte der Manager am Mittwoch im RWE-Tower in Essen. Der Anlass für solche Zuversicht? Die vorläufigen Geschäftszahlen der Ökostromtochter. 2015 hat sich das operative Ergebnis von RWE Innogy voraussichtlich mehr als verdoppelt – auf rund 400 Millionen Euro. Im Gegenzug dürften sich die Erträge aus der konventionellen Stromerzeugung aber halbiert haben.

Zumindest steuerte die Stromproduktion mit Atom,- Gas-, und Kohlekraftwerken in den ersten neun Monaten 2015 nur noch 380 Millionen Euro zum Betriebsergebnis von RWE bei. Biomasse, Wasserkraft sowie Solar- und Windenergie dürften dem Dax-Konzern damit schon bald mehr Geld einbringen als die fossilen Großkraftwerke. Eine Zeitenwende, der Terium mit einem radikalen Schritt begegnet.

RWE spaltet sich ähnlich wie der Konkurrent Eon auf. Die RWE AG wird nur noch für den Großhandel und die notleidende konventionelle Stromerzeugung zuständig sein. Das Zukunftsgeschäft mit den erneuerbaren Energien, dem Vertrieb und den Netzen wird in eine neue Gesellschaft ausgelagert, die am 1. April offiziell an den Start gehen soll. Ende des Jahres will RWE zehn Prozent der Anteile an der neuen Gesellschaft im Zuge einer Kapitalerhöhung an die Börse bringen.

„Die Hälfte der Erlöse des Börsengangs ist für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien vorgesehen“, erklärte RWE-Chef Terium. Ohne Investoren von außen fehlen dem Energieversorger die Mittel für weiteres Wachstum. RWE drücken Schulden von mehr als 25 Milliarden Euro. Mittelfristig könnte RWE deshalb bis zu 49 Prozent an der neuen, „grünen“ Gesellschaft abgeben.

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