Energie

RWE-Sparziele
Verdi will Kündigungen verhindern

Der RWE-Aufsichtsrat will am Freitag über seine Strategie beraten, es soll auch um Sparziele gehen. Kündigungen könnten nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Verdi fordert hingegen Kündigungsschutz und höhere Löhne.
  • 2

DüsseldorfDer Aufsichtsrat des mit den Folgen der Energiewende kämpfenden RWE-Konzerns kommt am Freitag zu Beratungen über die Mittelfrist-Strategie zusammen. Insider bestätigten am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der Rheinischen Post. Dem Blatt zufolge soll bei der Sitzung auch über die Dividende für das laufende Jahr beraten werden.

Eine RWE-Sprecherin lehnte einen Kommentar ab: „Zu Themen von Aufsichtsratssitzungen äußern wir uns nicht“, sagte sie. Konzernchef Peter Terium hatte indes bereits im September angekündigt, seine Mittelfrist-Strategie zum Jahresende mit dem Kontrollgremium diskutieren zu wollen. Dann werde es auch um Sparziele gehen. Eine RWE-Sprecherin sagte, der Konzern schließe betriebsbedingte Kündigungen nicht grundsätzlich aus.

„Die schwierige Lage der Energiebranche ist bekannt“, betonte die RWE-Sprecherin. „Niemand will betriebsbedingte Kündigungen“, unterstrich sie. „Sollte sich die Lage von RWE aber nicht deutlich verbessern, können diese Kündigungen nicht mehr gänzlich ausgeschlossen werden“, räumte sie ein.

Die Gewerkschaft Verdi will dies verhindern und in der anstehenden Tarifrunde bei RWE ein Paket aus Lohnerhöhungen und Kündigungsschutz schnüren. Verdi fordere für die RWE-Beschäftigten Lohnerhöhungen von 4,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, sagte eine Verdi-Sprecherin. Zudem wolle die Gewerkschaft eine Verlängerung des Kündigungsschutzes bis Ende 2018 durchsetzen.

Die zweite Gewerkschaft bei RWE, die IG BCE, will ihre Forderungen einem Sprecher zufolge am Freitag beschließen. Die erste Verhandlungsrunde sei für den 16. Dezember anberaumt. RWE wollte sich nicht zu den Tarifgesprächen äußern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " RWE-Sparziele: Verdi will Kündigungen verhindern"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ernsthaft? Verlängerung des bestehenden TV Beschäftigungssicherung um 2 Jahre? Liebe Verdi bitte spielt nicht mit den Erwartungen und Hoffnungen der Belegschaft. SWITCH ist keine Verlängerung des bestehenden TV!
    Bsirske ist strategisch so sensibel wie ein Elefant im Porzellanladen und ich verurteile die Verdi für ihre mediengeile Kommunikationsstrategie!

  • Wenn Verdi und andere Gewerkschaften in Zukunft in EU-Deutschland Kündigungen und das Abwandern von gut bezahlten und Mitgliederstarken Industrie-Wirtschaftszweige verhindern möchte, dann sollten die Gewerkschaften endlich mal aus ihren tiefen Öko-Träumerein von einer grünsozialistischen Ethik-Energiewende auf Basis eines markt-gesellschaftsfeindlichen EEG (Subventions-Abgabenzwangs-Energiemarktvernichtungsgesetz) AUFWACHEN!!!!
    Nicht die Konzerne, Industrie, Wirtschaft ist das Problem für das Aussterben von gut bezahlten Arbeitsplätzen, sondern diese perfide und asoziale Energiewende/EEG.
    Einspeisevorrang, Subventionierte-Einspeisevergütungen für EE und die Garantie des Staates, dass dieser vernichtende Wettbewerb am Energie-Industrie-Wirtschaftsstandort noch 20 Jahre weitergeht, wird auch zusehends den Gewerkschaften das Genick in Form von Arbeitsplatz und damit Mitgliederschwund brechen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%