Energie

RWE-Tagebau
Energieriese setzt auf App von Apple und IBM

Die Digitalisierung hat RWE erreicht: Ein Tablet mit einer speziellen App soll bei der Wartung großer Maschinen im Braunkohleabbau Papier-Formulare ersetzten. Dabei setzt der Energiekonzern auf bekannte IT-Größen.

BerlinDer Energiekonzern RWE stellt die Wartung seiner Maschinen in Tagebau-Betrieben mit Hilfe von Apple und IBM neu auf. Die Mitarbeiter bekommen iPad-mini-Tablets mit einer App von RWE, die heutige Arbeitsweisen mit Papier-Formularen ablösen soll. „Nicht nur die Aufträge sind jetzt auf dem Tablet, sondern wir haben auch den Arbeitsprozess verändert“, sagte der IT-Chef von RWE Generation, Andreas Lamken.

Bisher gab es eine Checkliste auf Papier, die Mitarbeiter vor Ort bei der Arbeit an den Maschinen ausfüllten und danach im Büro am PC ins System übertrugen. Künftig sollen sie sich neben der digitalen Verarbeitung der Daten auch die Aufträge selbst aussuchen und priorisieren.

Auch Fotos sollen mit den Tablets aufgenommen werden. „Diese „WhatsApp-Kultur“ - mal schnell ein Foto zu machen und zu verschicken - haben wir in der App integriert“, sagte Lamken. Wenn zum Beispiel etwas an einer Maschine verbaut sei, was nicht der Dokumentation entspreche, könne man dies auf einem Foto einkreisen und damit für die Unterlagen erfassen. „Wir wollen auch Geräusche aufzeichnen: Wenn zum Beispiel ein Getriebe knirscht, könnte man bei den Kollegen aus anderen Tagebau-Betrieben fragen, ob ihnen das bekannt vorkommt.“

Mit Hilfe von Datenauswertung sollen auch Prognosen für Verschleiß und Wartungs-Intervalle gemacht werden. Bei der Vernetzung der Maschinen im sogenannten Internet der Dinge zeigt sich Lamken hingegen noch skeptisch. Es gebe zwar gute Ansätze, zum Beispiel große Kugellager, die mit Sensoren ausgestattet werden sollen. „Aber bisher ist man hier eher noch im Forschungs- und Entwicklungsstadium. Die breite Vermarktung sehe ich noch nicht - aber wir wollen vorbereitet sein.“ Das Verhältnis von Kosten und Nutzen sei noch offen. „Wenn ich überall Sensoren installiere, dann kostet es auch etwas. Diese Kosten müssen erst einmal ausgeglichen werden.“

Für das kleinere iPad-Modell habe sich RWE entschieden, weil es genau in die Brusttasche der Arbeitsuniform passe. Mit zuvor eingesetzten speziellen robusten Computern seien Mitarbeiter unzufrieden gewesen wegen des hohen Gewichts und einer unbequemen Bedienung. In der iPad-App sei darauf geachtet worden, die Bedienung nicht zu überladen: „Wir haben wirklich den Meister vor Ort ins Apple-Labor in Cupertino geschickt für die Entwicklung der App-Oberfläche.“ Mit der Ausweitung auf den Kraftwerks-Bereich sollen am Ende rund 1000 Mitarbeiter von RWE Generation mit den iPads ausgerüstet werden.

Apple und IBM hatten eine gemeinsame Initiative gestartet, bei der für verschiedene Branchen spezialisierte Anwendungen für iPhones und iPads entwickelt werden. Bis Ende vergangenen Jahres wurden rund 100 solcher Anwendungen eingeführt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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