Energie
Solaranlage nahe Canberra

Innogy bezifferte das Investitionsvolumen aber mit mehr als 400 Millionen Euro.

(Foto: Imago)

RWE-Tochter investiert Innogy baut Solarkraftwerke in Australien

Innogy will nach dem Rauswurf von Peter Terium Handlungsfähigkeit demonstrieren. Nun kündigt der Energiekonzern ein neues Großprojekt an.
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DüsseldorfSeit dem Rauswurf von Vorstandschef Peter Terium kurz vor Weihnachten ist die Unruhe bei Innogy groß. Die Verunsicherung dürfte mindestens solange dauern, bis der neue Chef bestimmt ist – und das kann noch Monate dauern. Die RWE-Tochter versucht aber ihre Handlungsfähigkeit zu demonstrieren und kündigte jetzt eine wichtige Investition an.

Innogy hat in Australien zwei Solarprojekte mit einer Kapazität von insgesamt mehr als 460 Megawatt erworben, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Das entspricht der Leistung eines kleinen konventionellen Kraftwerks. Verkäufer ist der australische Projektentwickler Overland Sun Farming. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Innogy bezifferte das Investitionsvolumen aber mit mehr als 400 Millionen Euro. Noch in diesem Jahr soll der Bau beginnen und im kommenden Jahr sollen die Anlagen in Betrieb gehen.

Es ist bereits der zweite große Deal, den Innogy seit der Entlassung von Terium im Geschäft mit erneuerbaren Energien bekannt geben konnte. Ende des Jahres hatte das Unternehmen schon die Übernahme eines großen Windkraft-Portfolios in den USA angekündigt.

Dabei sucht der Aufsichtsrat nach der überraschenden Trennung vom Niederländer nicht nur nach einem neuen Chef. Die Kontrolleure haben dem verbliebenen Vorstand auch „Kostendisziplin“ verordnet. Das Management soll nach Einsparpotenzialen suchen und sich bei Investitionen stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren. Dazu gehören neben Vertrieb und Netzbetrieb aber ausdrücklich auch die erneuerbaren Energien.

Interimschef Uwe Tigges betonte bei der Bekanntgabe des Deals in Australien auch ausdrücklich, dass der Erwerb perfekt zur Strategie passe, „nachhaltiges Wachstum in Übereinstimmung mit den Finanzzielen von Innogy zu liefern und dabei den größtmöglichen Wert für unser Unternehmen und unsere Aktionäre zu schaffen“. Die Umsetzung der beiden Photovoltaikprojekte geschehe in Einklang mit internen Renditevorgaben und finanziellen Mitteln, erklärte Tigges.

Terium hatte kurz vor seiner Entlassung im Dezember den Markt mit einer Gewinnwarnung schockiert. Danach wird Innogy auch im kommenden Jahr – und damit im dritten Jahr seit der Gründung – bei operativem und Nettoergebnis stagnieren. Die Aktie war daraufhin eingebrochen und hat sich bis heute nicht erholt. Terium stand insbesondere in der Kritik, weil er viel in Digitalisierung und zukünftige Geschäfte investierte, dabei aber das laufende Geschäft vernachlässigte.

Der Ausbau der Sparte erneuerbare Energien dürfte dagegen das Wohlwollen des Aufsichtsrates finden. Innogy hat zwar in den vergangenen Jahren schon viel in Windkraft investiert, das Geschäft mit Photovoltaik wurde aber lange vernachlässigt. Im vergangenen Jahr erwarb der Konzern, der noch zu 77 Prozent RWE gehört, den internationalen Solar- und Batteriespeicherspezialisten Belectric. Nach den Worten von Hans Bünting, im Vorstand für erneuerbare Energien zuständig, ermöglichte das bestehende Netzwerk von Belectric jetzt den Deal in Australien – die „erste große Investition in Freiflächen-Solaranlagen“.

„Australien ist eine hervorragende Ausgangsbasis für innogy, um ein werthaltiges Solargeschäft aufzubauen“, sagte Bünting. Der Kontinent habe schließlich die höchste Sonneinstrahlung pro Quadratmeter. Beide Projekte befänden sich in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium.

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1 Kommentar zu "RWE-Tochter investiert: Innogy baut Solarkraftwerke in Australien"

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  • RWE und Eon hätten sich schon vor vielen Jahren ins Ausland zurückziehen sollen, in kommunistischen Ländern ist nämlich bekanntlich kein Geld zu verdienen, das wird da (hier) lediglich umverteilt.

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