Energie

RWE wird geteilt
Terium spaltet den Konzern auf

RWE spaltet sich ähnlich wie Konkurrent Eon in zwei Unternehmen auf. Das hat der Vorstand des Konzerns am Mittwoch beschlossen. Das Geschäft mit Erneuerbaren Energien und Netzen kommt an die Börse.
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DüsseldorfRWE-Chef Peter Terium will nun doch den Energiekonzern aufspalten. Das hat der Vorstand des Unternehmens am Mittwochmittag beschlossen. Allerdings muss der Aufsichtsrat noch am 11. Dezember darüber beraten. Zuvor hatte das Handelsblatt über den Vorgang berichtet.

Bei der Aufspaltung soll das Zukunftsgeschäft mit Netz, Vertrieb und Erneuerbaren Energien in eine neue Gesellschaft ausgegliedert werden. Zehn Prozent der neuen Gesellschaft sollten voraussichtlich Ende 2016 im Zuge einer Kapitalerhöhung an die Börse gebracht werden. RWE bleibe langfristig Mehrheitsaktionär der neuen Gesellschaft und werde diese voll in seine Bilanz einbeziehen. Der Mutterkonzern werde sich auf die konventionelle Stromerzeugung und den Energiehandel konzentrieren. Die Haftungsmasse für die Kernkraftwerke werde nicht verändert.

Zeitgleich oder auch später könnten weitere Anteile an der neuen Gesellschaft veräußert werden, hieß es. Mit der Aufteilung der Geschäftsfelder schaffe RWE für das dort gebündelte Geschäft neue Finanzierungs- und zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten, begründete der Vorstand den Schritt. „Der Konzernumbau ist unsere Antwort auf den Umbau der europäischen Energielandschaft“, sagte Terium. „Wir schaffen zwei zukunftsfähige Unternehmen unter einem Dach. Die neue Tochtergesellschaft mit eigenem Zugang zum Kapitalmarkt stärkt unsere Wachstumsperspektive.“

Vor einem Jahr hatte Eon-Chef Johannes Teyssen mit einer Aufspaltung des Konzerns überrascht. Terium hatte lange einen ähnlichen Schritt abgelehnt. Die beiden Strategien unterscheiden sich auch in einem entscheidenden Punkt. Im Gegensatz zu Eon behält RWE das alte Geschäft mit den Kraftwerken.

Die Aufspaltungspläne haben die Anleger am Dienstag in Kauflaune versetzt. Die Aktien des Versorgers kletterten am Nachmittag um mehr als 14 Prozent auf 12,43 Euro, den höchsten Stand seit fast drei Wochen. Sie setzten sich damit an die Spitze des Dax.

„Das ist ein kluger Schachzug von RWE“, lobte Thomas Deser, Fondsmanager bei Union Investment. „Herr Terium sendet damit ein positives Signal an den Kapitalmarkt, die Politik und die Ratingagenturen: Verbesserte Liquiditätssituation, Sicherung des Kreditratings, Zugang zu frischen Mitteln für Wachstumsinvestionen. RWE wird wieder als glaubwürdiger Partner der Energiewende wahrgenommen und ebnet – genau wie Eon– durch Schaffung der organisatorischen Voraussetzungen den Weg zu einer Atomstiftung oder Stiftungslösung für die atomaren Altlasten.“

Konkurrent Eon befindet sich bereits mitten in der wohl größten Aufspaltung der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Der Konzern wechselt von Düsseldorf nach Essen und konzentriert sich auf Erneuerbare Energie und den Vertrieb. Die Kraftwerkssparte bleibt zusammen mit dem Handel unter dem neuen Namen Uniper in Düsseldorf. Später soll Uniper auch an der Börse notiert werden. Eon-Chef Johannes Teyssen will mit der Aufteilung in „alte“ und „neue“ Energie die Potenziale beider Bereiche besser ausschöpfen.

Den Aufspaltungsplan hatte der Konzern rund ein Jahr unter strikter Geheimhaltung vorbereitet. Am 30. November 2014 stimmte der Aufsichtsrat zu, einen Tag später präsentierte das Unternehmen die Pläne. Die Börse reagierte freundlich. In jüngster Zeit gab es aber auch vermehrt kritische Stimmen dazu, ob eine neue Organisation dem lahmenden Kraftwerksgeschäft wirklich neue Impulse verleihen kann. Die Kosten der Aufspaltung liegen nach Schätzungen aus Branchenkreisen im niedrigen zweistelligen Millionenbereich.

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  • @Harald Meier
    Der Stromverbraucher hat durch die asoziale Energiewende mit seinen marktfeindlichen EEG nur steigende Strompreise (EEG Umlage + Steuer + Ausbau der Netze + Offshore Umlage usw.) zu tragen. Diese asoziale Energiewende mit seinen marktfeindlichen EEG ist nicht nur Marktfeindlich und Wertevernichtend (Vernichtung von Kohle, Gas und vor allen Kernkraft) sondern auch eine Umverteilung von ARM nach REICH.
    Und die öffentliche Hand, dass sind die Einrichtung und die Infrastruktur unserer Gesellschaft. Somit werden Hallenbäder u.a. öffentliche Einrichtungen schließen müssen und der öffentliche Nahverkehr wird seine Preise anheben müssen.
    Die Gier und die Abzocker ist nicht bei den Kohle, Gas und Kernkraftwerksbetreiber zu verorten, sondern bei den egoistischen Geldgierigen Erneuerbaren Energiebefürworter = EEG Mafia Verein.

  • Die Staatschefs auf der Weltklimakonferenz in "Berlin" wollen im Kampf gegen den Klimawandel mehr Marktwirtschaft wagen und den Verbrauch von Kohlendioxid verteuern.
    Aus der FAZ dem Merkelkampfblatt kopiert.

  • Da den "Erneuerbaren" bei der Einspeisung des Stroms aus politischen Motiven Vorrang eingeräumt wird und das zu Festpreisen, die deutlich über den politisch gewollt zerbombten "Marktpreisen" liegen, ist der "Sigeszug" der Erneuerbaren tatsächlich nicht mehr aufzuhalten, solange politisch an dem Projekt festgehalöten wird.

    Die Befürworter sollten sich aber nicht wundern, wenn bei 100% Biostrom-Anteil der Strom nicht mehr zu jeder Tages- und Nachtzeit aus der Steckdose kommt. Sinngemässes gilt für E-Fahrzeuge, denen bis dato eine CO2-freie Energiequelle fehlt.

    Da AKW und Kohlekraftwerke politisch nicht mehr gewollt sind, sollte man die konsequenter Weise allesamt abschalten und schauen, was passiert. Jedenfalls erwarte ich nicht, dass man mit Konzernspaltungen Energie freisetze.

    Schönen Abend!

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