RWE: Energiekonzern ist zurück in der Gewinnzone

Energie

RWE zurück in der Gewinnzone
Der andere Wahlsieger

RWE, Deutschlands größter Stromproduzent, hat nach den herben Verlusten im vergangenen Jahr wieder einen Gewinn verbucht. Auch das Ergebnis der Landtagswahl wird Konzernchef Rolf Martin Schmitz freuen.
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DüsseldorfRWE-Chef Rolf Martin Schmitz dürfte am Montag Vormittag recht zufrieden sein – vor allem, wenn er auf das Ergebnis der Landtagswahl von Nordrhein-Westfalen blickt. CDU und FDP können gemeinsam eine Regierung bilden, die Grünen sind damit endgültig aus der Regierungsverantwortung. Das mag für Klimaschützer eine negative Nachricht sein, für Deutschlands größten Betreiber von Kohlekraftwerken ist es zweifellos positiv.

Schmitz muss für den Braunkohletagebau von RWE im rheinischen Revier eine langfristige Lösung finden – und mit Schwarz-Gelb oder einer großen Koalition dürfte er leichter einen pragmatischen Kompromiss finden.

Aber auch mit dem Zwischenbericht, den RWE am frühen Morgen vorlegte, dürfte den RWE-Chef freuen. Der Energiekonzern ist wieder zurück in der Gewinnzone. RWE verbuchte im ersten Quartal 2017 eine Nettoergebnis von 946 Millionen Euro. Das sind zehn Prozent mehr als vor einem Jahr. Das um Sondereffekte bereinigte Nettoergebnis verringerte sich zwar um 18 Prozent, blieb aber mit 689 Millionen Euro ebenfalls deutlich positiv. Die RWE-Aktie startete mit kräftigen Gewinnen in den Handel. Sie legte um bis zu 4,6 Prozent auf 16,31 Euro zu, das war der höchste Stand seit mehr als zehn Monaten.

Vor allem ist der Neustart nach dem schmerzhaften Jahr 2016 geglückt. Deutschlands größter Stromproduzent hatte Milliarden auf seine Kraftwerke abgeschrieben und unter dem Strich einen Rekordverlust von 5,7 Milliarden Euro verzeichnet. Die Stammaktionäre mussten zum zweiten Mal in Folge auf eine Dividende verzichten.

Jetzt sieht es wieder besser aus: „Wir sind gut ins Jahr gestartet und können unseren optimistischen Ausblick und die angestrebte Dividende von 50 Cent für 2017 bekräftigen“, sagte Finanzvorstand Markus Krebber.
Dabei ist das operative Geschäft weiter schwierig. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) gab um gut sechs Prozent auf 2,1 Milliarden Euro nach. Die Lage in der konventionellen Stromproduktion ist weiter schwierig. RWE geht aber weiter von einer Verbesserung der Ergebnisse im laufenden Jahr aus.

Finanzvorstand Krebber lehnte bei der Telefonkonferenz einen Kommentar zum Wahlergebnis ab: „Ich freue mich über die hohe Wahlbeteiligung“, sagte er, „vor einer inhaltlichen Einordnung lassen Sie uns abwarten, welche Regierung sich bildet und welches Programm sie hat.“ Das reine Wahlergebnis könne RWE nicht kommentieren.

Seit der Ausgliederung der Sparten erneuerbare Energien, Vertrieb und Netze und dem Börsengang der neuen Gesellschaft Innogy im Oktober ist RWE operativ nur noch für den Großhandel und die konventionelle Stromproduktion verantwortlich.

Vorstandschef Rolf Martin Schmitz, der nach dem Börsengang von Innogy vom Vize- auf den Chefposten aufrückte, hat eine schwierige Sanierungsaufgabe übernommen. Die Kohle- und Gaskraftwerke kämpfen mit der Energiewende. Weil Wind- und Solarenergie vorrangig ins Netz eingespeist werden, sind die konventionellen Kraftwerke immer seltener in Betrieb. Entsprechend liefern die einstigen Gewinnbringer immer seltener Gewinne ab. Gleichzeitig drücken RWE hohe Schulden.

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Negative Überraschung bei Innogy

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  • Für die Deutsche Kraftwerks-Ingenieur Zukunft wäre es viel wichtiger, wenn die zukunftweisenden Kernenergie wieder zurück in die Deutsche Foschung- und Entwicklung kommt....die sog. Energiewende ist ein Rohrkrepierer...somit bleibt uns nur noch die Kohle...beim Gas sind wir schon längst von Russland abhängig....

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