Energie

Salzgitter
Stahlkocher schreibt hauchdünn schwarze Zahlen

Die Krise bei den Stahlpreisen drückt weiter auf die Bilanz von Salzgitter. Der Gewinn schmolz zu Jahresbeginn auf nur noch eine Million Euro zusammen. Nachrichten aus China lassen aber auf Besserung hoffen.

SalzgitterDie Krise in der Stahlindustrie belastet den zweitgrößten deutschen Stahlkocher Salzgitter. Auf gerade einmal eine Million Euro schrumpfte der Überschuss im ersten Quartal 2016, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte der Gewinn noch bei 32,7 Millionen Euro gelegen. Zum Jahresende war Salzgitter durch den Verfall der Stahlpreise und Dumping-Importe aus China zum vierten Mal hintereinander tief in die roten Zahlen gerutscht.

Inzwischen gibt es aber einen Hoffnungsschimmer. In den vergangenen Wochen zogen, ausgehend von besseren Wirtschaftsaussichten in China, die Stahlpreise wieder an. Bis das allerdings in den Ergebnissen der Produktionssparten von Salzgitter ankommt, dauert es nach Angaben eines Sprechers rund ein Quartal. Das Management bleibt auch noch vorsichtig: „Inwieweit die seit wenigen Wochen zu verzeichnende Stahlmarkterholung nachhaltig ist, kann derzeit noch nicht prognostiziert werden“, sagte Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann.

Die angespannte Lage auf dem Stahlmarkt belastet nicht nur die Niedersachsen. Insgesamt bleibe die Stahlerzeugung in Deutschland vorerst im Rückwärtsgang, teilte die Wirtschaftsvereinigung Stahl mit. Auch beim deutschen Branchenprimus Thyssen-Krupp haben die stark gesunkenen Stahlpreise tiefe Spuren hinterlassen. Um 62 Prozent auf 37 Millionen Euro war der Gewinn dort im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres eingebrochen.

Salzgitter hatte bereits Ende April berichtet, dass der Umsatz im ersten Quartal verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um gut 18 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro abgesackt war. Der Vorsteuergewinn brach von 51,8 auf 3,1 Millionen Euro ein. Als Stütze erwies sich dabei wieder einmal die Beteiligung am Kupferhersteller Aurubis. Zudem halfen Einsparungen.

Für das Gesamtjahr rechnet Salzgitter daher nach wie vor mit einem operativ in etwa ausgeglichenen Vorsteuerergebnis. Dabei setzt Salzgitter auch darauf, dass die Europäische Union im Laufe des Jahres bei weiteren Stahlsorten Schutzzölle gegen Importe aus China einführt und sich die Preise damit stabilisieren.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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