Energie

Schiefergas Fracking wird auch in Frankreich gefordert

Der Chef des Energieriesen GDF Suez bringt das Thema Schiefergas in Frankreich zurück auf die Tagesordnung. Trotz des Verbots sei eine Blockade nicht durchzuhalten. Er vertraue auf den Fortschritt der Technik.
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Fracking im US-Bundesstaat Colorado: Der GDF-Suez-Chef sieht auch für Frankreich große Chancen beim Schiefergas. Quelle: dapd

Fracking im US-Bundesstaat Colorado: Der GDF-Suez-Chef sieht auch für Frankreich große Chancen beim Schiefergas.

(Foto: dapd)

ParisNoch vor wenigen Wochen schien in Frankreich der Weg zur Förderung von Schiefergas versperrt. Doch nun mehren sich die Stimmen, die eine Öffnung fordern. Am Freitag sagte Gérard Mestrallet, Chef des Energieriesen GDF Suez: „Die anfängliche Haltung, die Fördermöglichkeit auf Jahre hinaus zu blockieren, ist offenkundig nicht durchzuhalten.“

Der Wettbewerb zwischen Europa und den USA verändere sich „auf grundstürzende Weise“, da energieintensive Industrien sich aufgrund des reichlich verfügbaren Schiefergases in die Vereinigten Staaten verlagerten. Europa und speziell Frankreich, das neben Polen mit Blick auf die Lagerstätten „besonders begünstigt“ sei, müssten darauf reagieren.

Die sozialistische Regierung in Frankreich hatte beschlossen, das von ihrer Vorgängerregierung verhängte Verbot von Fracking beizubehalten. Beim Fracking werden unter hohem Druck Wasser, Sand und chemische Lösungsmittel in Tonschichten im Untergrund eingebracht, um das dort eingeschlossene Gas und Öl freizusetzen. Wegen der möglichen Gefährdung des Grundwassers wird über ein Verbot des Fracking diskutiert – so auch in Deutschland. In einigen Ländern ist es bereits verboten, in den USA dagegen erlaubt.

Mestrallet hob hervor, man könne nicht bei der Feststellung stehenbleiben, „dass die aktuelle Technik nicht in allen Fällen ausreichenden Naturschutz gewährleistet.“ Vielmehr müsse „diese Technik weiterentwickelt und parallel dazu alternativen Verfahren erforscht“ werden. „Ich vertraue neben den wirtschaftlichen Faktoren auf die wissenschaftliche Entwicklung, ich glaube an den technischen Fortschritt“, stellte der GDF Suez-Chef fest.

„Fracking beinhaltet nicht alle denkbaren Möglichkeiten der Förderung, man spricht bereits von der Technik der Stimulation, das klingt auch weniger gewalttätig“, sagte der Industrielle mit leichtem Augenzwinkern. Der französische Staat habe „nicht nur eine Verantwortung für die Umwelt, sondern auch für Wachstum und Wohlstand, er muss entscheiden, wann die Technik ausreichend weiterentwickelt worden ist, um sie anwenden zu können: Halten wir die Tür für den Fortschritt offen.“

Da das amerikanische Schiefergas bislang rein physisch nicht exportiert werden könne, sei der Preis noch niedriger als die Herstellungskosten. Die Regierung habe eine erste Verflüssigungsanlage genehmigt. GDF Suez werde sich daran beteiligen und wolle Flüssiggas mit speziellen Tankschiffen nach Asien transportieren. Durch den verbreiterten Panama-Kanal sei das möglich. „Die Schleusen haben wir modernisiert, aufgrund unserer Geschichte (Anm. d. Red.: „La Compagnie universelle du canal maritime de Suez“, die Suezkanal-Gesellschaft, war ein Vorläufer von GDF Suez) war das für uns eine Frage der Ehre“, stellte Mestrallet fest.

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19 Kommentare zu "Schiefergas: Fracking wird auch in Frankreich gefordert"

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  • Inzwischen gibt es genug Studien, die von erheblichen Risiken und sehr schwerer Umweltverschmutzung durch Fracking zeugen.
    Sie können nicht einfach behaupten, die Risiken beim Fracking seien geringer als beim Steinkohlebergbau, ohne es zu belegen.
    Außerdem ist das Beispiel der Amerikaner kein Argument, um sagen zu können, die Risiken seien im Vergleich gering.

  • Wo behaupte ich denn, dass es keine Risiken gibt?
    In Niedersachsen wird seit 60 Jahren Tightgas in über 300 Bohrlöchern geförder und zwar mit diesem Verfahren.
    Ich kenne diese Kurzstudie auch. Und der Macher dieser Studie Dr. Zittel ist ein Lobbyist der Erneuerbaren. Er hat auch mal behauptet 2012 gibts kein ÖL mehr.
    Nichtsdestotrotz sind die Risiken beim Fraking geringer als beim Steinkohlebergbau. Für die Umwelt und doie MEnschen sowieso.
    Darum wirs das in so großem Stil in den USA durchgeführt und darum hat in den letzte 60 JAhren keiner vom Fraking bei uns irgendwas mitbekommen!

  • Sie beweisen, dass Sie selbst keine Ahnung haben, wovon Sie reden.
    Wenn es Fracking in Deutschland gibt, soll es noch lange nicht heißen, dass es keine Risiken verbirgt, noch weniger, dass diese in ihrer Gesamtheit erforscht wurden.

    http://www.energywatchgroup.org/fileadmin/global/pdf/2010-05-18_ASPO_Kurzstudie_Unkonv_Erdgas.pdf

  • "Es gibt und gab in Amerika schon immer einige Gegenden, in denen gelegentlich brennendes Gas aus dem Hahn kommt."

    Das stimmt nicht. Es reicht nicht etwas zu sagen, um es wahr zu machen. Geben Sie doch die Quellen, die Ihnen erlauben es zu sagen.
    Viel mehr stimmt, dass es in manchen Gegenden biogenischem Gase im Wasser zu finden waren, bevor es Fracking gab.
    Die Gase, die aber jetzt im Wasser gefunden wurden, sind so genannte thermogenische Gase, die aus tiefen Schichten der Erde stammen und nur aus unkonventioneller Erdgasförderung resultieren können. Dazu fand man chemische Stoffe, die zum Fracking verwendet wurden in diesem Wasser.

  • Wenn Ihr Öko-"Dumpfbacken" was bestimmt, dann kommt meist das Gegenteil vom Umweltschutz raus. Siehe Biogas, Solarstrom, Windstrom, Dosenpfand, Erdgasautos, Energiesparlampen oder Holzheizungen.

    Biogas führt zur Vermaisung, Monokulturen und einer erheblichen Grundwasserbelastung.
    Solarstrom wird uns in 25 Jahren einen riesigen Berg verbrauchte Solarzellen hinterlassen, der als Sondermüll entsorgt werden muss.
    Windstrom führt zur Verspargelung der Landschaft und schreddert die ganzen Vögel.
    Das Dosenpfand hat die richtigen wiederverwendeten Pfandflaschen verdrängt und sorgt für Berge an geschredderten Plastikflaschen.
    Erdgasautos verbrennen das Methan nicht vollständig und sind dadurch pro Km so klimaschädlich wie ein BEnziner, der 500km( bei gleichem Verbrauch) zurücklegt.
    Energiesparlampen müssen auf den Sondermüll und Vergiften die Umgebung wenn se zerbrechen.
    Und die ökologischen Heizkamine für zuhause haben dazu geführt, dass die Feinstaub- und Schadstoffbelastung durch die Decke geht, weil die Leute neben Holz auch ganz gerne alte Spanplatten und Papierabfälle verheizen.
    Zudem ist Rauch die Hauptursache für Lungerkrebs.

    Das kommt eben davon, wenn man Leute entscheiden lässt, die keine Ahnung von den Themen haben über die sie entschenden! Immerhin würde sich ja auch keiner von einem Rechtsanwalt operieren lassen.

  • Das dieser Film manipuliert wurde, sollte sich langsam rumgesprochen haben. Es gibt und gab in Amerika schon immer einige Gegenden, in denen gelegentlich brennendes Gas aus dem Hahn kommt. Schon lange bevor dort gecrackt wurde. Einfach weil manche Vorkommen so dicht an der Erdoberfläche liegen. (Das könnte übrigen auch an Stellen im Emsland passieren, aber da wohnt niemand).

    Es ist in jedem Fall wichtig, dass wir erkunden, wo bei uns solches Gas zu fördern ist und auch die Techniken dafür weiter entwickeln. Nur für den Fall, dass uns eines Tages Islamisten oder andere 100%ige Demokraten einmal den Hahn abdrehen sollten.

  • @ G4G

    Und wer sich das anschaulich machen will, soll sich die Doku " Gasland" anschauen, dann vergeht ihm das Fracking...?!!

    Fracking ist im dichtbesiedelten Europa genauso wenig annehmbar, wie der ganze Mist mit Windmühlen, Solarpanelen, Benzinweizen oder Raps, etc !

    Das ist so, als ob man in seinem Wohnzimmer eine Toilette einrichtet !!!

  • Das Hauptproblem am Faking ist, dass die meisten die darüber Reden nicht die geringste Ahnung von dem Verfahren haben.
    Jeder Kloreiniger ist giftiger als die Frakingflüssigkeit und die Risiken von Erdbeben sind nichtmal halb so hoch wie beim Steinkohlebergbau. In den USA, Australien und selbst in Deutschland wird unkonventionelles Erdgas in relevanten Mengen gefördert. Die förderung in Deutschland hat auch bis vor ein paar JAhren keinen gestört, bzw. keiner hat davon was mitbekommen.
    Die Technis wird so oder so kommen. Wenn nicht in Deutschland, dann in Polen, England, Österrecih oder Ungarn.
    Genau wie neue Kernkraftwerke gebaut werden und keiner auf uns hören will. Naja während die Energiepreise in anderen Ländern sinken werden wir uns wohl auf den Mangel einstellen.
    Aber wie unsere Weitsichtigen Politiker schon sagen. Mit Deckel kochen, dann wird alles gut.

  • Verbrauchte Solarzellen bedarfen einer weit aufendigeren Entsorgung als die Chemikalien die beim Fraking eingesetzt werden. Energiesparlampen sind auch weit giftiger als diese Chemikalien. Reststoffe von energiesparmlampen müssen teilweise als Sondermüll entdeponiert werden. Werden Sie sich auch dafür einsetzen, dass Solarworld und Phillips die Entsorgung übernehmen?

  • In Niedersachsen wird seit 60 Jahren gas gefrackt.
    Das ist nun wirklich nichts neues.

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