Energie

Schieferöl-Deal
BP macht trotz Sanktionen Geschäfte in Russland

Ungeachtet politischer Bedenken gegen die Führung in Moskau schließt der britische Energiekonzern BP einen Milliardendeal mit dem russischen Staatskonzern Rosneft. Mit von der Partie: Präsident Wladimir Putin.
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LondonDer britische Energiekonzern BP hat ungeachtet westlicher Sanktionen sein Engagement in Russland mit einem Milliardendeal bekräftigt. BP und der russische Staatskonzern Rosneft wollen gemeinsam Schieferöl-Vorkommen in Russland erschließen. Den Vertrag hatte am Samstag Igor Setschin unterzeichnet, der als enger Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putin von US-Wirtschaftssanktionen gegen Russland betroffen ist. Putin selbst war bei dem Vertragsabschluss auf dem Wirtschaftsforum in St. Petersburg ebenfalls anwesend. Geschäfte mit dem Unternehmen Rosneft seien von den Sanktionen nicht betroffen, hieß es von BP.

An dem gemeinsamen Projekt in der Wolga-Ural-Region wird Rosneft mit 51 und BP mit 49 Prozent beteiligt sein. BP wird der Mitteilung zufolge 300 Millionen US-Dollar (220 Millionen Euro) für die Anschubfinanzierung beisteuern und sich nachträglich an den Kosten für die Erkundung der Region beteiligen. Die beiden Konzerne sind eng verbunden. Nach einem milliardenschweren Aktientausch hält BP rund 20 Prozent an dem größten börsennotierten Ölförderer der Welt.

„Wir haben die Verantwortung, in schwierigen Zeiten an der Seite unserer Partner zu stehen“, zitierte die „Financial Times“ BP-Chef Bob Dudley, der am Wirtschaftsforum in St. Petersburg teilnahm, ebenso wie seine Kollegen Ben van Beurden von Shell und Christophe de Margerie von Total. Im Vorfeld des Forums hatte es Berichte über politischen Druck auf die Konzernbosse gegeben, dem Treffen fernzubleiben.

Die Strafmaßnahmen des Westens wegen der russischen Ukraine-Politik richten sich bisher nur gegen einzelne Politiker, Manager und Unternehmen. In den meisten Fällen wurden deren Auslandsvermögen eingefroren und Einreiseverbote verhängt. Rosneft-Chef Setschin steht nur auf der Sanktionsliste der USA, der Konzern Rosneft ist nicht betroffen.

Wegen der Krise in der Ukraine ist das Verhältnis zwischen Russland und dem Westen gespalten. Nach der Annexion der Krim durch Russland hatten nicht nur die USA Sanktionen gegen den Kreml verhängt, sondern auch die EU. Zunächst ging es vor allem um Einreiseverbote und Kontensperrungen, bisher stehen 48 Russen und prorussische Ukrainer auf der Sanktionsliste der EU. Längst sind aber auch Sanktionen gegen konkrete Unternehmen im Gespräch. Falls sich die Krim-Krise weiter zuspitzen und weitere Sanktionen verhängt werden, dürfte das aber auch Auswirkungen auf den Deal zwischen BP und Rosneft haben.

Die andere Gefahr droht aus Russland: Sollte die EU Sanktionen gegen Unternehmen verhängen, macht Russland möglicherweise dasselbe – davon könnte auch der britische Konzern BP betroffen sein.

Schon ohne direkte Sanktionen gegen die Wirtschaft melden viele Unternehmen, von der Krim-Krise betroffen zu sein. In Deutschland sind das neben dem Dax-Konzern Henkel auch kleinere Firmen, die Geschäfte in Russland machen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Schieferöl-Deal: BP macht trotz Sanktionen Geschäfte in Russland"

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  • BP macht es vollkommen richtig und verschafft sich einen Wettbewerbsvorteil; in der Wirtschaft gab es noch nie eine von Moral geleitete Geschäftspolitik, wer das behauptet ist ein Träumer (verhält sich genauso bei einer Selbstbeschränkung der Wirtschaft, das hat auch noch nie funktioniert !!).

  • was wenn BP in ferner Zukunft sein Kraftstoff 2 cent billiger anbieten kann als die die dann teuer bei MAde in USA einkaufen müßen?

    BP war clever, weil das Empargo ist auch bald wieder vorbei, nur die "Tür" wird dann für alle Linientreuen USA´ler zu sein!

  • Hallo,
    und ab sofort sollte keiner mehr bei BP nebst Tochtergesellschaften tanken.Nur so können wir unser VOTUM
    abgeben,was wir davon halten. VG

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