Energie

Schlumberger
US-Ölfeldausrüster will russischen Branchenprimus kaufen

Der US-Ölfeldausrüster Schlumberger wittert unter der Trump-Regierung eine neue Chance und will im zweiten Anlauf den russischen Branchenführer Eurasia Drilling übernehmen. Die Übernahme wäre ein Novum in der Branche.
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MoskauEin halbes Jahr nach dem Regierungswechsel in den USA unternimmt der Ölfeldausrüster Schlumberger einen zweiten Anlauf zur Übernahme des russischen Branchenführers Eurasia Drilling Co (EDC). Dieser gab am Freitag die Veräußerung einer Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent an den Weltmarktprimus bekannt. Kommt der Deal zustande, wäre es der erste Zukauf eines amerikanischen Konzerns in der Branche auf dem russischen Markt seit der Verhängung von Sanktionen gegen Russland im Zuge der Ukraine-Krise im Jahr 2014.

EDC-Chef Alexander Djaparidse betonte die jahrelangen Geschäftsverbindungen mit dem US-Konzern und erklärte: „Ich heiße Schlumberger als unseren neuen Mehrheitsaktionär herzlich willkommen.“ Allerdings steht die Zustimmung der russischen Behörden noch aus. Ein Kreml-Sprecher lehnte eine Aussage dazu ab, ob Russland inzwischen mit Wohlwollen auf den US-Investor blickt. Schlumbergers erster Versuch im Jahr 2015 war daran gescheitert, dass die zuständige Behörde ihre Zustimmung mehrfach verschob. Damals wollte der US-Konzern knapp 46 Prozent der EDC-Anteile für 1,7 Milliarden Dollar kaufen.

Inzwischen ist aber der frühere Ölmanager Rex Tillerson US-Außenminister. In dieser Position ist der ehemalige Chef von Exxon Mobil mit dafür zuständig, Entscheidungen über Sanktionen zu treffen. Er gilt als russlandfreundlich und hat wiederholt die gegen das Land verhängten Strafmaßnahmen kritisiert.

Zuletzt hatte der US-Senat neue Sanktionen gegen Russland beschlossen, was in der Energiebranche für einen Aufschrei sorgte. Warnungen vor eklatanten Auswirkungen auf die Öl- und Gasversorgung wurden laut. Um Gesetzeskraft zu erlangen, muss die Vorlage allerdings noch das Repräsentantenhaus passieren und von US-Präsident Donald Trump unterzeichnet werden. Für Trump ist das Thema Russland zu einer schweren Hypothek geworden, die seine bisherige Amtszeit belastet. Ein Sonderermittler und Parlamentsausschüsse untersuchen, ob es unzulässige Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und der Regierung in Moskau gab.

Für westliche Konzerne ist das Russland-Geschäft deswegen interessant, weil die dortigen Ölfirmen trotz der gesunkenen Preise an ihren Investitionen festhalten. Schlumberger profitierte zuletzt insbesondere vom Schieferölboom in den USA. Der Umsatz stieg im abgelaufenen Quartal um 4,2 Prozent auf 7,46 Milliarden Dollar, der Verlust reduzierte sich kräftig auf 74 Millionen Dollar nach 2,16 Milliarden Dollar vor einem Jahr.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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