Energie

Schrottrecycler Scholz
Chinesischer Rivale kauft deutschen Sanierungsfall

Der chinesische Metall-Recycler Chiho-Tiande verleibt sich den schwer verschuldeten deutschen Schrottverwerter Scholz ein. Fast alle Gläubiger haben das Kaufangebot aus Hongkong bereits angenommen.

FrankfurtDer schwer angeschlagene schwäbische Schrottverwerter Scholz steht vor dem Verkauf an einen Rivalen aus China. Der an der Börse in Hongkong gelistete Metall-Recycler Chiho-Tiande hat die Gläubiger des Konzerns aus Essingen bei Aalen auf seine Seite gezogen und den US-Finanzinvestor KKR damit ausgestochen. Fast alle Gläubiger hätten das Angebot der Chinesen für ihre Forderungen im Nominalwert von 524 Millionen Euro angenommen, die restlichen dürften folgen, teilte Scholz am Freitag mit. Die Zeichner einer in Wien notierten, 182 Millionen Euro schweren Anleihe bekommen zwischen 7,67 und 10,85 Prozent zurück, je nachdem wie viel Gewinn Scholz in diesem und im nächsten Jahr schreibt.

Scholz ist mit gut einer Milliarde Euro verschuldet und einer der größten Sanierungsfälle in Deutschland. Mehrere Banken hatten ihre Darlehen an Hedgefonds weiterverkauft. Der Konzern mit knapp 5000 Mitarbeitern leidet unter dem enormen Preisdruck auf dem Schrott- und Stahlmarkt.

Grafik: Hendrik Wünsche

Scholz hatte zunächst exklusiv mit KKR verhandelt; der US-Investor wollte über einen Kreditfonds einsteigen. Die Bindung an KKR sei aber aufgehoben worden, sagte ein Sprecher. Damit kann Scholz nun mit Chiho-Tiande über einen Einstieg verhandeln. Dazu wollen die Chinesen die aufgekauften Forderungen in Anteile an der Scholz Holding umwandeln. Bei den Verhandlungen dürfte es auch darum gehen, ob und wie die bisherige Eigentümerfamilie mit einem Minderheitsanteil an Scholz beteiligt bleibt. Ihre Anteile und die der mit 39,9 Prozent eingestiegenen japanischen Toyota Tsusho werden von einem Treuhänder verwaltet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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