Energie

Schulden wachsen
Kartellstrafe schlägt bei Heidelcement durch

Die Schulden von Heidelberg-Cement sind im vergangenen Jahr um eine halbe Milliarde Euro angewachsen. Grund war unter anderem die Strafzahlung in Deutschland. Teile des Bauprodukte-Geschäfts sollen verkauft werden.
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StuttgartDer Schuldenberg des Baustoffkonzerns Heidelberg-Cement ist erstmals seit 2007 wieder gewachsen. Die Nettofinanzschulden erhöhten sich im vergangenen Jahr um rund 500 Millionen Euro auf 7,5 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch erklärte.

Grund für den Anstieg seien neben der Euro-Stärke die Kartellstrafe in Deutschland von 161 Millionen Euro sowie Zukäufe in Australien, Großbritannien und Russland gewesen. Seit die Schulden wegen der Übernahme des britischen Baustoffunternehmens Hanson bis 2007 auf 14,6 Milliarden Euro geschnellt waren, hatten die Kurpfälzer eisern gespart.

Vorstandschef Bernd Scheifele erklärte, der Schuldenabbau bleibe oberste Priorität. Ziel sind weniger als 6,5 Milliarden Euro Nettofinanzschulden. Der Hersteller von Zement, Beton, Sand und Kies will von den Rating-Agenturen wieder besser benotet werden, um die Finanzierungskosten zu senken und für Investoren wie Pensionsfonds attraktiver zu werden.

In diesem Jahr will Scheifele den schon länger angekündigten Verkauf des Bauprodukte-Geschäfts in den USA und Großbritannien über die Bühne bringen. Das soll helfen, die Schulden zu senken. Das wird Scheifele weiter begleiten: Er bleibt bis Anfang 2020 an der Spitze des Baustoffkonzerns. Der Aufsichtsrat verlängerte seinen Vertrag und den von Finanzvorstand Lorenz Näger um weitere fünf Jahre.

Die Euro-Stärke hatte dem stark in den USA und Asien engagierten Konzern im vergangenen Jahr zu schaffen gemacht. Der Umsatz schrumpfte um ein Prozent auf 13,9 Milliarden Euro, das operative Ergebnis verharrte bei 1,6 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss stieg unter anderem dank Veräußerungsgewinnen um 79 Prozent auf 945 Millionen Euro.

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