Energie

Senvion Windturbinenbauer streicht Arbeitsplätze

Der Windkraftanlagenhersteller Senvion spürt den immer stärker werdenden Wettbewerbsdruck. Jetzt streicht das Unternehmen 660 Vollzeitstellen – vor allem in Deutschland. Drei Standorte werden komplett geschlossen.
Update: 13.03.2017 - 10:37 Uhr Kommentieren
Senvion will durch die Umstrukturierung jährlich rund 40 Millionen Euro einsparen. Quelle: dpa
Windpark in der Nordsee

Senvion will durch die Umstrukturierung jährlich rund 40 Millionen Euro einsparen.

(Foto: dpa)

HamburgDer Windanlagenbauer Senvion schließt Standorte und streicht hunderte Stellen. Auf Basis von Vollzeitstellen werde es zu einer Reduzierung von etwa 660 Mitarbeitern vor allem in Deutschland kommen, teilte der Konzern am Montag mit. Zudem sollen Teile der Produktion verlagert und drei Betriebsstätten in Norddeutschland geschlossen werden. Die Einsparungen bezifferte der Vorstand mit 40 Millionen Euro im Jahr. Angaben zu den Umstrukturierungskosten machte er nicht.

„Der Stellenabbau ist leider unvermeidlich, um das Unternehmen als Ganzes mit seinen dann rund 4100 Arbeitsplätzen zukunftsfähig zu erhalten“, sagte Vorstandschef Jürgen Geißinger. Senvion reagiere damit auf ein schwieriges Marktumfeld geprägt von starkem Preisdruck und einer Verschiebung der Absatzmärkte in Richtung der Wachstumsregionen Südamerika und Asien.

Dicht gemacht werden unter anderem die Betriebsstätten in Husum (Schleswig-Holstein) und Trampe (Brandenburg) sowie der Standort der PowerBlades GmbH in Bremerhaven. Außerdem fallen an anderen Standorten Stellen weg.

Die größten Windkraft-Konzerne der Welt
Platz 14: XEMC (China)
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Nirgendwo auf der Welt werden jährlich mehr Windräder ans Stromnetz angeschlossen als in China. Zu den größten Profiteuren dieses fernöstlichen Grünstrom-Booms zählt XEMC. Der chinesische Elektrokonzern hat im Jahr 2009 die niederländische Energiefirma Darwind gekauft und sich so wertvolles Know-how für die Herstellung von Windturbinen und Rotorblättern gesichert, den wichtigsten Komponenten von Windenergieanlagen. Nach Berechnungen der Marktforschungsfirma FTI Intelligence brachte es XEMC 2016 auf einem Marktanteil von 2,2 Prozent.

Marktanteil 2,2 Prozent.  

Platz 13: Dongfang (China)
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Der chinesische Staatskonzern Dongfang stellt Schiffe, Lokomotiven und Gasturbinen her. Zu einem immer einträglicheren Geschäft werden aber auch die Windräder, die das Unternehmen aus der Provinz Sichuan fertigt.

Marktanteil: 2,2 Prozent.

Platz 12: Senvion (Deutschland)
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Deutschlands viertgrößter Windkraftkonzern Senvion rangiert global gesehen nur noch auf Platz 12. Die Hamburger kämpfen derzeit mit schwindenden Aufträgen, bröckelnden Marktanteilen und sinkenden Umsätzen. Nach einer Konsolidierungsphase soll der Erlös bis 2019 aber auf 2,6 Milliarden Euro in die Höhe schnellen. Damit die Konkurrenz Senvion in der Zwischenzeit nicht völlig enteilt, streicht der Konzern Hunderte Stellen und investiert in neue Produkte.

Marktanteil: 2,5 Prozent.

Platz 12: Sewind (China)
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Die Windkraftsparte des chinesischen Staatskonzerns Shanghai Electric produziert in zwei Fabriken jährlich mehr als 3.000 Windräder. Besonders erfolgreich ist das Unternehmen mit seinen Anlagen auf hoher See. Im Segment Offshore-Wind zählt Sewind zu den drei größten Herstellern weltweit. In Deutschland sind die Chinesen zudem am Maschinenbauer Manz AG beteiligt.

Marktanteil: 3,0 Prozent.  

Platz 10: CSIC Haizhuang (China)
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Unter den 14 führenden Windkraftkonzern der Welt befinden sich gleich acht Unternehmen aus China. Der Grund ist simpel: Im Reich der Mitte wurden alleine 2016 mehr als 40 Prozent der weltweit neu installierten Windräder ans Stromnetz angeschlossen. Ausländische Firmen kommen in China kaum zum Zug, der Markt ist weitgehend abgeschottet. Dieser Heimatbonus beflügelt Konzerne wie CSIC Haizhuang – sie prägen verstärkt den Weltmarkt.

Marktanteil: 3,2 Prozent.

Platz 9: Mingyang (China)
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Chinas viertgrößter Windkraftkonzern will sich vom Maschinenbauer zum Service-Unternehmen wandeln. Zwar soll die Produktion von Turbinen, Gondeln und Rotorblättern weiterhin eine wesentliche Säule des Geschäfts bleiben, aber die Wartung und Instandhaltung von Windrädern verspricht höhere Renditen.

Marktanteil: 3,5 Prozent.

Platz 8: Envision (China)
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Lei Zhang ist das Enfant terrible der Windenergieindustrie. Der Chef von Envision bezeichnet sein Unternehmen gerne als das „Apple der Energiewelt“. Statt wie die Konkurrenz lediglich „dumme“ Windräder herzustellen, will Zhang künftig mit einer offenen Plattform Geld verdienen, die Angebot und Nachfrage im Energiemarkt synchronisiert. Schwankende Solar- und Windenergie will er im großen Stil mit Stromspeichern, Elektroautos oder Industrieanlagen koppeln und auf lange Sicht mit dem smarten Steuern von Energieflüssen Milliarden verdienen. Zumindest ein paar Jahre lang dürfte der Verkauf von Windmühlen aber noch das Kerngeschäft von Envision bleiben. Anders als die Wettbewerber lässt Envision aber die Anlagen von Subunternehmen fertigen. Damit braucht der Konzern fast zwanzig Mal weniger Fixangestellte als die Branchenführer. Nur das Design und die Patente gehören Envision. „Wie bei Apple“, meint Unternehmenschef Zhang.

Marktanteil: 3,5 Prozent.

Für 2016 hatte der Vorstand einen Umsatz von 2,25 bis 2,3 Milliarden Euro avisiert und eine operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) von etwa 9,5 Prozent. Das wäre im besten Falle ein Betriebsgewinn (Ebitda) von rund 218 Millionen Euro. 2015 erzielte Senvion nach eigenen Angaben pro forma ein Ebitda von 210,4 Millionen Euro.

Senvion ist seit einem Jahr wieder börsennotiert. Die Finanzinvestoren Centerbridge und Arpwood hatten die ehemalige REpower 2015 für rund eine Milliarde Euro vom indischen Suzlon-Konzern übernommen, der unter einem hohen Schuldenberg ächzte.

  • rtr
  • dpa
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