Energie

Shell, BP, Exxon
Preisverfall beim Öl – und kein Ende in Sicht

Trübe Aussichten für die Ölindustrie: Ein Ende der Ölschwemme ist nicht in Sicht, die Hoffnung auf steigende Preise ist zuletzt wieder geschwunden. Vor allem für die Fracking-Branche wird die Bedrohung größer.

New York/FrankfurtDer Preisverfall am Ölmarkt hat der Förderindustrie in diesem Jahr einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Die Gewinne der Ölmultis wie Shell, BP und Exxon brachen ein, noch heftiger traf es die Fracking-Firmen und ihre Zulieferer in den USA. Dennoch schlug sich die Branche besser als erwartet – die von Analysten prognostizierte Pleitewelle blieb bislang aus.

Doch die Aussicht auf 2016 macht den Unternehmen wenig Mut. Experten gehen davon aus, dass die Leidenszeit andauern wird. „Die Stimmung am Markt hat erneut zum maximalen Pessimismus gedreht – die Rede ist wieder vom 20-Dollar-Ölpreis“, heißt es im Ausblick des Analysehauses Energy Aspects. Zuletzt kostete das Barrel (159 Liter) Rohöl der US-Sorte WTI rund 40 Dollar - fast nur halb so viel wie vor einem Jahr.

Hauptgrund für den Preisverfall ist die massive Überversorgung der Weltwirtschaft. Das Opec-Ölkartell mit Saudi-Arabien an der Spitze und die US-Fracking-Industrie pumpen im Kampf um Marktanteile um die Wette. Die Opec wird - so machten ihre Ölminister in einer Sitzung am vergangenen Freitag klar - zunächst an der Förderpolitik festhalten.

Nicht ganz so tief sieht die Weltbank den Ölpreis im kommenden Jahr. Sie prognostiziert für 2016 einen durchschnittlichen Preis von 51 Dollar pro Barrel. Damit würde er einen Dollar unter dem erwarteten Durchschnittspreis für 2015 liegen. Für große Teile der Ölindustrie stellen solche im Vergleich zu den Vorjahren extrem niedrigen Niveaus allerdings schon große Probleme dar. Zudem gebe es Risiken bei der Prognose, warnt die Weltbank.

So dürfte das Angebot hoch bleiben, denn mit dem Iran kommt ein wichtiger Förderer zurück auf den Markt. Nachdem sich Teheran mit dem Westen auf einen Kompromiss zum Nuklearprogramm geeinigt hat, kann die Ölförderung wieder kräftig hochgefahren werden. „Nach dem Ende der Sanktionen ist es unser Recht, sofort wieder zum Produktionslevel zurückzukehren, das wir im historischen Durchschnitt hatten“, hatte Irans Ölminister Bijan Namdar Zanganeh Anfang September gesagt.

Zudem könnten die Ölpreise im nächsten Jahr auch durch eine Abschwächung der Weltwirtschaft unter Druck geraten, die den Energiebedarf dämpft. Dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge stellen die drastisch gesunkenen Rohstoffpreise eines der größten Risiken für die Konjunktur dar. Zwar profitieren Länder wie Deutschland von dem Preisrutsch, doch global gibt es zahlreiche Verlierer.

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Preisverfall beim Öl – und kein Ende in Sicht

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Auch die Internationale Energieagentur warnt

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