Energie

Shell Ölpreis-Tief lässt Gewinn von Rohstoffriesen einbrechen

Royal Dutch Shell plant nach der Übernahme des Konkurrenten BG weitere Einsparungen. Der Gewinn brach im ersten Quartal um 58 Prozent auf 1,55 Milliarden Dollar ein. Dennoch sieht der Konzernchef nicht schwarz.
Alle Ölkonzerne stehen derzeit wegen der im langjährigen Vergleich weiter geringen Ölpreise unter Druck. Quelle: dpa
Shell in Rotterdam

Alle Ölkonzerne stehen derzeit wegen der im langjährigen Vergleich weiter geringen Ölpreise unter Druck.

(Foto: dpa)

LondonDie niedrigen Ölpreise haben den Rohstoffriesen Royal Dutch Shell auch zum Start ins Jahr kräftig belastet. Unterm Strich verdiente der britisch-niederländische Konzern im ersten Quartal noch 484 Millionen US-Dollar (419 Mio Euro) – 89 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der als Kennzahl in der Branche wichtige bereinigte Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten hat sich mit 1,55 Milliarden Dollar mehr als halbiert, teilte das Unternehmen am Mittwoch in London mit. Allerdings lag dieser Wert deutlich über den Marktschätzungen.

Shell-Chef Ben van Beurden sieht trotz der Zahlen nicht nur schwarz. Die Gegenstrategie zu niedrigen Ölpreisen heiße Einsparungen. „Wir werden weiter unser Ausgabenniveau drücken“, kündigte er an.

Das sind die dicksten Deals des Jahres
„Batman“ wird Chinese
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China verleibt sich erstmals ein Hollywood-Filmstudio ein. Für 3,2 Milliarden Euro kauft der Mischkonzern Dalian Wanda die Mehrheit am „Batman“- und „Godzilla“-Produzenten Legendary Entertainment. Wanda-Chef Wang Jianlin will das im Jahr 2000 gegründete Filmstudio mit der eigenen Sparte zusammenlegen und dann an die Börse zu bringen. „Wanda Cinema ist in China bereits enorm gewachsen, aber das reicht nicht“, sagte der reichste Mann der Volksrepublik. „Kinounterhaltung ist ein globales Geschäft, und wir wollen mitreden.“

Quelle: Bloomberg

Wang Jianlin hat große Pläne
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Der in der Hafenstadt Dalian gegründete und inzwischen in Peking ansässige Konzern ist bereits der weltweit größte Kino-Betreiber und auch schon in der US-Unterhaltungsindustrie präsent. 2012 übernahmen die Chinesen für 2,6 Milliarden Dollar den zweitgrößten Kinobetreiber Nordamerikas, AMC Entertainment. Der neue Zukauf ist für Wanda bislang der größte im Ausland. Er soll den Konzern, der auch beim spanischen Fußballclub Atletico Madrid engagiert ist, vom schwächelnden Immobiliengeschäft unabhängiger machen.

GE-Hausgeräte gehen an Haier
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Die chinesische Haier-Gruppe will ihre globale Präsenz mit dem Erwerb der Hausgerätesparte des US-Konzerns General Electric ausbauen. Der Konzern aus der ostchinesischen Stadt Qingdao zahlt für GE Appliance 4,9 Milliarden Euro. Mit dem US-Konzern vereinbarte Haier zugleich eine strategische Partnerschaft für eine Kooperation in Sparten wie Internet oder medizinisches Gerät.

Haier will edel werden
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Haier ist bereits der weltweit größte Hersteller von Haushaltsgeräten, doch will er sein Image als Billigmarke abstreifen und über diesen Zukauf auch in ein höherwertiges Segment einsteigen.

Müll-Fusion in Nordamerika
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Der kanadische Müllentsorger Progressive Waste Solutions schließt sich mit dem US-Konkurrenten Waste Connections zusammen. Der Wert des Aktiendeals liegt bei 7,2 Milliarden Euro.

Abbott übernimmt Alere
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Das US-Unternehmen Abbott Laboratories will für 7,4 Milliarden Euro den Diagnostik-Spezialisten Alere kaufen, wie Abbott am Montag ankündigte. Mit Alere will der Konzern aus der Nähe von Chicago sein Geschäft mit Schnelltests ausbauen, die direkt in Arztpraxen Hinweise auf eine Erkrankung geben. Alere stellt solche Untersuchungs-Sets unter anderem für Aids und Malaria her.

Johnson Controls kauft Tyco
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Noch in diesem Jahr wollen sich Johnson Controls und Tyco zusammenschließen. Der US-Autozulieferer kauft den irischen Mischkonzern Tyco, der zu den führenden Brandschutz-Anbietern zählt, für umgerechnet 26,4 Milliarden Euro. Wenn alles nach Plan läuft, sollen die bisherigen Johnson-Aktionäre etwa 56 Prozent der Anteile des neuen Unternehmens halten.

Dabei baue Shell vor allem auf die Mega-Übernahme des Konkurrenten BG Group. Der Start sei gut gewesen, die Verringerung der Kosten falle stärker ins Gewicht als zunächst angenommen.

Alles in allem belaufen sich die Investitionen im Jahr 2016 den Angaben zufolge in Richtung 30 Milliarden Dollar, das seien 36 Prozent weniger als für Shell und BG zusammen Jahr 2014. Angesichts gewaltiger Herausforderungen durch den Ölpreisverfall stärke der BG-Deal das Unternehmen, sagte van Beurden.

Shell hatte im Februar das Geschäft mit BG abgeschlossen. Der Konzern hatte bereits angekündigt, im Zuge dessen rund 10 000 Stellen in beiden Unternehmen abzubauen. Die BG Group ist für Shell unter anderem wegen ihrer Gasfelder in Brasilien interessant.

Alle Ölkonzerne stehen derzeit wegen der im langjährigen Vergleich weiter geringen Ölpreise unter Druck. Von Mitte 2014 bis zum Jahreswechsel 2015/16 wurde der Rohstoff auf dem Weltmarkt um bis zu 70 Prozent billiger. Auch Verbraucher profitierten von günstigeren Endprodukten wie Sprit, Heizöl und Kunststoff-Erzeugnissen - für die Förderländer und Rohstoffkonzerne ist das Preis-Tief aber dramatisch.

Beim britischen Ölgiganten BP und beim US-Konzern Chevron fanden sich im ersten Vierteljahr Verluste in den Bilanzen. Richtig ins Kontor schlagen die niedrigen Preise aber vor allem den kleineren Firmen der US-Frackingbranche. Dort nehmen die Pleiten zu.

Vergleichsweise wacker schlug sich hingegen der US-Ölriese ExxonMobil. Er verzeichnete zwar das schlechteste Quartalsergebnis seit über 15 Jahren, erwirtschaftete aber wie auch Shell noch einen Gewinn. Seinen Aktionären will Shell für das erste Quartal wie im Vorjahreszeitraum 0,47 Dollar je Anteilsschein als Dividende zahlen.

  • dpa
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