Energie

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Ölpreis-Tief lässt Gewinn von Rohstoffriesen einbrechen

Royal Dutch Shell plant nach der Übernahme des Konkurrenten BG weitere Einsparungen. Der Gewinn brach im ersten Quartal um 58 Prozent auf 1,55 Milliarden Dollar ein. Dennoch sieht der Konzernchef nicht schwarz.

LondonDie niedrigen Ölpreise haben den Rohstoffriesen Royal Dutch Shell auch zum Start ins Jahr kräftig belastet. Unterm Strich verdiente der britisch-niederländische Konzern im ersten Quartal noch 484 Millionen US-Dollar (419 Mio Euro) – 89 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der als Kennzahl in der Branche wichtige bereinigte Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten hat sich mit 1,55 Milliarden Dollar mehr als halbiert, teilte das Unternehmen am Mittwoch in London mit. Allerdings lag dieser Wert deutlich über den Marktschätzungen.

Shell-Chef Ben van Beurden sieht trotz der Zahlen nicht nur schwarz. Die Gegenstrategie zu niedrigen Ölpreisen heiße Einsparungen. „Wir werden weiter unser Ausgabenniveau drücken“, kündigte er an.

Dabei baue Shell vor allem auf die Mega-Übernahme des Konkurrenten BG Group. Der Start sei gut gewesen, die Verringerung der Kosten falle stärker ins Gewicht als zunächst angenommen.

Alles in allem belaufen sich die Investitionen im Jahr 2016 den Angaben zufolge in Richtung 30 Milliarden Dollar, das seien 36 Prozent weniger als für Shell und BG zusammen Jahr 2014. Angesichts gewaltiger Herausforderungen durch den Ölpreisverfall stärke der BG-Deal das Unternehmen, sagte van Beurden.

Shell hatte im Februar das Geschäft mit BG abgeschlossen. Der Konzern hatte bereits angekündigt, im Zuge dessen rund 10 000 Stellen in beiden Unternehmen abzubauen. Die BG Group ist für Shell unter anderem wegen ihrer Gasfelder in Brasilien interessant.

Alle Ölkonzerne stehen derzeit wegen der im langjährigen Vergleich weiter geringen Ölpreise unter Druck. Von Mitte 2014 bis zum Jahreswechsel 2015/16 wurde der Rohstoff auf dem Weltmarkt um bis zu 70 Prozent billiger. Auch Verbraucher profitierten von günstigeren Endprodukten wie Sprit, Heizöl und Kunststoff-Erzeugnissen - für die Förderländer und Rohstoffkonzerne ist das Preis-Tief aber dramatisch.

Beim britischen Ölgiganten BP und beim US-Konzern Chevron fanden sich im ersten Vierteljahr Verluste in den Bilanzen. Richtig ins Kontor schlagen die niedrigen Preise aber vor allem den kleineren Firmen der US-Frackingbranche. Dort nehmen die Pleiten zu.

Vergleichsweise wacker schlug sich hingegen der US-Ölriese ExxonMobil. Er verzeichnete zwar das schlechteste Quartalsergebnis seit über 15 Jahren, erwirtschaftete aber wie auch Shell noch einen Gewinn. Seinen Aktionären will Shell für das erste Quartal wie im Vorjahreszeitraum 0,47 Dollar je Anteilsschein als Dividende zahlen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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