Energie

Siemens
Neue Verzögerung bei Windpark-Plattform

Beim Bau von Windpark-Plattformen in der Nordsee hat Siemens schon viel Lehrgeld bezahlen müssen. Jetzt haben der Konzern und Auftraggeber Tennet auch noch Pech mit dem Meeresboden vor Sylt.
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MünchenDie Anbindung der Nordsee-Windparks an das deutsche Stromnetz verzögert sich weiter. Ein neues Gutachten über den Meeresboden mache eine sehr viel tiefere Verankerung der Umspannplattform SylWin vor Sylt notwendig, sagte ein Sprecher von Europas größtem Elektrokonzern Siemens am Mittwoch. Deshalb verzögere sich die Fertigstellung um ein weiteres halbes Jahr, so dass der Windpark erst im Herbst 2014 ans Netz gehen könne.

Ausgewählt worden sei der Standort von Netzbetreiber Tennet. Für Aussagen über Kosten sei es noch zu früh, sagte der Siemens-Sprecher. Von Tennet war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Verzögerungen bei den Umspannwerken vor Helgoland und Borkum hatten Siemens im vergangenen Jahr rund 600 Millionen Euro gekostet. Der Windpark vor Sylt hatte ursprünglich schon Ende 2013 betriebsbereit sein sollen, der Start war aber bereits auf Frühjahr 2014 verschoben worden.

Eine neue Untersuchung habe jetzt „überraschend eine bislang unbekannte Weichbodenschicht am Installationsort aufgezeigt. Es gab zwar vorher bereits ein umfassendes Bodengutachten. Dieses enthielt aber keine Hinweise auf eine solche Schicht am Meeresboden“, sagte Siemens-Sprecher Oliver Santen. Sylwin müsse deshalb nicht nur 70 Meter, sondern 106 Meter tief verankert werden. In der Folge könne die Umspannplattform auf hoher See nicht mehr im September, sondern erst im Frühjahr fertiggestellt werden.

Sylwin ist das größte Siemens-Projekt zur Anbindung von Windparks an das Stromnetz an Land. Es soll den Strom von Windrädern mit einer Leistung von 864 Megawatt - das entspricht zwei Drittel der Leistung eines Atomkraftwerks - fast verlustfrei an Land bringen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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