Energie

Sinkender Börsenstrom-Preis
Atomkraftwerke von Eon kaum noch rentabel

Immer weniger Energie wird aus konventionellen Kraftwerken benötigt. Grund dafür ist die steigende Produktion von Ökostrom. Der Energieversorger Eon sorgt sich zunehmend um die Wirtschaftlichkeit seiner Atomkraftwerke.
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BerlinDie Atomkraftwerke des deutschen Energieriesen Eon arbeiten kaum noch rentabel. Der Betrieb sei nur wirtschaftlich, wenn der Börsenpreis von Strom nicht weiter sinke, sagte Eon-Vorstand Mike Winkel der "Bild"-Zeitung vom Dienstag. Schon heute decke der Preis kaum mehr als die laufenden Kosten der vier Eon-Akw. "Wir prüfen laufend, ob sich der Betrieb unserer Kraftwerke, auch der Kernkraftwerke, noch lohnt", sagte Winkel. „Fakt ist, dass Kernkraftwerke durch die Kernbrennstoffsteuer momentan ganz überwiegend Geld für die Staatskasse verdienen“, sagte Eon-Vorstand Mike Winkel der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Experten gehen allerdings davon aus, dass der Strompreis an der Börse weiter sinken könnte. Grund ist vor allem die stetig steigende Produktion von Ökostrom: Dieser hat im Stromnetz Vorrang und seine Produzenten erhalten eine feste Vergütung für ihre Energie. Das wirkt für die Börse, als ob dieser Strom kostenlos vergeben würde, zudem wird immer weniger Energie aus konventionellen Kraftwerken benötigt. In der Folge sinkt der Börsen-Strompreis für konventionellen Strom.

Hintergrund ist, dass durch den Ökostrom-Anteil von bereits 25 Prozent die Großhandelspreise von über 50 auf 35 bis 37 Euro die Megawattstunde gefallen sind. Auch frühere Stilllegungen gelten nicht mehr als ausgeschlossen. Ein Eon-Sprecher betonte aber auf Anfrage: „Stilllegungen von Kernkraftwerken stehen derzeit nicht zur Debatte.“

Eon betreibt noch die Meiler Grafenrheinfeld, Isar 2, Grohnde und Brokdorf, die wie die anderen verbliebenen fünf AKW schrittweise bis 2022 vom Netz gehen sollen. Da die Anlagen bisher als systemrelevant gelten, könnte ein früheres Aus von der Bundesnetzagentur untersagt werden - dann müssten über den Strompreis aber Sondervergütungen für den Weiterbetrieb der entsprechenden Atommeiler gezahlt werden.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Sinkender Börsenstrom-Preis: Atomkraftwerke von Eon kaum noch rentabel"

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  • @profi
    Ich stimme Ihnen absolut zu. Es darf nicht sein, dass CO2 Müll umsonst in die Luft verklappt werden darf. Sonst kann auch jeder seinem Nachbarn den Müll vor die Haustür kippen und die Gebühr sparen.

    Es darf nicht sein, dass Störerhaftung für Atommüll nicht gilt und die Haftung der Profiteure auf Kosten der Allgemeinheit eingeschränkt wird.

    Sowas hier http://www.welt.de/regionales/duesseldorf/article118385281/Tickende-Zeitbomben-in-stillgelegten-Zechen.html geht z.B. auch nicht.

    Das meinten Sie doch mit mehr Markt - korrekt?

  • Richtig so! Ich würde Herr Teyssen sogar dazu raten.

    Wieso sollen Energieunternehmen bitteschön die Energiewende bezahlen. Die Energiewende hat der Wähler gewählt und wenn sich der Wähler bei Faru Merkel so wohl fühlt, dann wird er auch für Atomsubventionen zahlen.

    Das nennt man Demokratie. Hier singt ja jeder Lobenshümmnen auf die Kanzlerin und hintenrum wird sich dann über die Ergebnisse dieser Politik beschwert. Aber nein, das sind ja die bösen bösen Energieunternehmen die renditeorientiert arbeiten. Das darf man doch nicht...

  • "Da die Anlagen bisher als systemrelevant gelten, könnte ein früheres Aus von der Bundesnetzagentur untersagt werden - dann müssten über den Strompreis aber Sondervergütungen für den Weiterbetrieb der entsprechenden Atommeiler gezahlt werden."

    Das wäre ja ein Polit-GAU. E.ON stellt den Antrag das AKW Grafenrheinfeld stillzulegen, die BNetzA verbietet das und die (kleinen) Stromverbraucher zahlen für den Weiterbetrieb.
    Herr Teyssen, machen Sie das!

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