Energie

SMA-Solar-Chef zum EEG „Die falschen Signale“

Mit den Plänen zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetz hat Umweltminister Altmaier die Solar-Branche aufgeschreckt. Der Chef des Zulieferers SMA Solar, Pierre-Pascal Urbon, vermisst eine langfristige Perspektive.
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Pierre-Pascal Urbon, Vorstandschef von SMA Solar. Quelle: Pressefoto

Pierre-Pascal Urbon, Vorstandschef von SMA Solar.

(Foto: Pressefoto)

Herr Urbon, nach den Plänen von Umweltminister Peter Altmaier sollen neue Solaranlagen künftig nicht von Anfang an staatlich gefördert werden. Was halten Sie davon?

Ein Programm, das nur auf zwei Jahre angelegt ist, halte ich nicht für zielführend. Es greift zu kurz für ein solch ehrgeiziges Projekt wie die Energiewende. Ich vermisse bei den aktuellen Vorschlägen vor allem die langfristigen Ausbauziele. Es muss doch darum gehen, welchen Beitrag die Solaranlagen zum Beispiel bis 2020 für die Energiewende in Deutschland leisten sollen. Es ist zu kurz gesprungen, das Thema nur auf die Strompreise zu reduzieren.

Was heißt das konkret? Befürchten Sie, dass die Investitionen in Solaranlagen abbrechen und künftig zu wenig Strom aus dieser Technik kommt?

Das sind auf jeden Fall die falschen Signale für private und kommerzielle Investoren. Diese und die Industrie brauchen klare Regeln, auf die sie sich verlassen können. Es gab bereits in den vergangenen Jahren genug Unruhe im Markt, weil das Erneuerbare-Energien-Gesetz mehrmals kurzfristig geändert wurde. Wir brauchen Investitionssicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen, um die Energiewende zum Erfolg zu führen.

Sie wollen also die Solarförderung und die EEG-Umlage hochhalten?

Wir sind dafür, dass die Solarförderung entsprechend der kontinuierlichen Kostenreduktion für die Photovoltaik weiter sinkt. Nur so wird Solarstrom wettbewerbsfähig. Doch die kontinuierliche Senkung der Einspeisevergütung muss einhergehen mit klaren Ausbauzielen der Politik.

Ist es richtig, dass künftig der Eigenheimbesitzer die EEG-Umlage auch auf seinen selbst genutzten Solarstrom zahlt?

Nein, das ist eine falsche Strategie. Denn so werden diejenigen bestraft, die ihren Strom nicht ins allgemeine Netz einspeisen und so dazu beitragen, die Netzausbaukosten in einem verträglichen Rahmen zu halten.

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18 Kommentare zu "SMA-Solar-Chef zum EEG: „Das sind auf jeden Fall die falschen Signale“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Schon mal drüber nachgedacht, was wir alle für den Atomstrom zahlen? Thema Endlagerung. Alles durch Steuern finanziert. Da ist die EEG-Umlage ein Witz dagegen!

  • Da sieht man, dass man sich nicht mit dem Kern des Problems beschäftigt hat.
    Bei solchen Diskussionen werden überwiegend Photovoltaik-Gropßprojekte berücksichtigt.
    Denn die Netzparität von Photovoltaikstrom ist längst erreicht.
    (Selbst produzierter Solarstrom ist günstiger als der Strom aus dem Netz!!)

    Stand 01.01.2013 erhält man als Photovoltaikanlagenbetreiber von Anlagen unter 10 kWp (entspricht ca. 10.000 kwh pro Jahr) eine Einspeisevergütung von 16,86 Cent. Eine solche Dachanlage reicht problemlos aus, um einen Haushalte mit Strom zu versorgen.

    Der Erwerbspreis für den Strom aus dem Netz beläuft sich inkl. MwSt. auf durchschnittlich 26,4 Cent.(Quelle: http://www.kwh-preis.de/strom/strompreise).

    Hieraus ergibt sich ein Ersparnis für Photovoltaikanlagenbetreiber die Ihren Strom selbst Nutzen von knapp 36 %!

    Würde man nur die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Errichtung von solchen „Kleinanlagen“ verbessern, wären für Großprojekte, die gezwungen sind den erzeugten Strom ins öffentliche Netz einzuspeisen kein Bedarf mehr vorhanden und eine Förderung wäre nicht mehr notwendig. Darüber hinaus käme die elektrische Gebäudeautarkie auch wirklich voran.

    Meist hängt es bei der Realisierung solcher Kleinprojekte aber an dummen Kleinigkeiten.

    Da die meisten dieser Anlagen überwiegend Kreditfinanziert werden müssen, benötigen die finanzierenden Banken eine erstrangige Grunddienstbarkeit, da sie sich nur damit das Recht zum Betrieb der Anlage sichern können. Doch vor dem Hintergrund, dass die meisten Immobilien mit Hypotheken belastet sind, die im Grundbuch an erster Rangstelle stehen, gibt es für die Bank, die die PV Anlage finanzieren möchte keine Möglichkeit sich den dauerhaften Betrieb der Anlage zu sichern.

    Würde man gesetzlich bestimmen, dass solche Grunddienstbarkeiten zum Betrieb solcher Anlagen grundsätzlich erstrangig sein müssen und die Bank mit Ihren Grundschulden auf den 2. zurücktreten muss, würde dies den Ausbau der PV (Solarenergie) ohne zu

  • @kastell

    Ihr Kommentar klingt fast so als würden Sie von SMA Solar bezahlt. Sie und der interviewte Urbon schert es einen Dreck, dass ich als Stromverbraucher jährlich über 80,- € nur an EEG-Umlage für die Photovoltaik zahlen muss. Geld, dass diese Firma und der Rest dieser Schmarotzerbranche sich schon beim Verkauf der PV-Anlagen geholt haben.

    Ich habe nichts gegen die Energiewende und Ihre grünen Träume. Aber denken Sie mal drüber nach, wer von diesen Subventionen profitiert und wer dafür aufkommen muss. Urbon und seine SMA Solar AG bestimmt nicht!

  • @Kastell
    Warum gibt es immer wieder Foristen, die ihre Gesprächspartner dazu auffordern, schon wieder Butter bei die Fische zu tun, und die ganze vernünftige Argumentationsreihe wider den "Erneuerbaren - oder NIE - oder Flackerstrom vorzutragen.
    Das ist billige Provokation oder einfach "Trollig". Wenn Sie verstandesgemäß nicht in der Lage sind sich die für eine Meinungsbildung relevanten Fakten im Internet zu erarbeiten und Ihren Horizont unter dem Tellerand der ÖR und der Systempresse belassen, sind Sie und Ihre Mitstreiter hier leider nicht ernstzuehmen. Gehen Sie lieber in den für Sie eingerichteten Wohlfühlblog von Frau Uken bei ZON und gönnen Se sich dort eine Massage Ihrer grünsozialistischen Seele.

  • @HofmannM
    Und was ist mit den Kosten? Wer legt in Japan wie die Kosten um für die eingestürzten Gebäude und nicht mehr nutzbaren Agrarflächen auf die Stomkunden um?

    Schön, wenn unsere Zwischen- bereits Endlager sind. Bei der Halbwertzeit des Atommülls fallen immense Kosten für Bewachung/ Laherung an. Wer bezahlt das?

    Was hat die Argumentation mit "ökosozialistisch" zu tun? Dass nicht die Allgemeinheit für diese Kosten aufkommt, ist eigentlich das Gegenteil von sozialistisch. Oder wie definieren Sie sozialistisch?

    Dass der Verursacher für die Konsequenzen eintritt, nennt man eigentlich liberal.

  • Ich stimme Ihnen zu. Dabei gehe ich noch weiter und finde, dass die Aussagen des SMAS-Chefs eine Frechheit sind. Warum?

    Der Lobbyverein der Photovoltaik BSW hat immer wieder von einem Zubaukorridor zwischen 3 und 5 GW pro Jahr gesprochen. Tatsächlich sind in den letzten 3 Jahren jeweils 7,5 GW an PV-Leistung installiert worden, obwohl es angeblich keine Renditen zu erzielen gab (ha, ha, ha…). Der heutige Aufsichtsratsvorsitzende der SMA AG, Günther Cramer hat als Lobbyvertreter die zu langsame Absenkung der EEG-Förderung mit dem ehemaligen Umweltminister Norbert Röttgen ausgehandelt. Die SMA hat an dieser „überraschenden“ Zubauentwicklung saftig mitverdient. – Das verschweigt der heutige Vorstandsvorsitzende Urbon natürlich! Jetzt sieht er seinen Profit schwinden.

    Die Kostenlawine steht dem Stromverbraucher heute vor der Tür. Wie könnte es auch anders nicht sein: Die Schuld der drastisch gestiegenen EEG-Umlage wird seitens der PV-Lobby und von SMA im Besonderen immer nur bei den Anderen gesucht als hätte die PV damit nichts zu tun.

  • @kastell
    Machen Sie sich bei den Vernunfts- und Verstandsmenschen von EIKE (Europäisches Institut für Klima und Energie) schlau.

  • @HofmannM
    gerne würde ich mich mit Ihnen mit Fakten im Detail duellieren, aber aus ihren Äußerungen kann man eindeutig herauslesen, dass sie waffenlos sind.

  • @kastell
    Hören Sie halt endlich auf mit ihrer naiven Schönmalerei!
    Wenn Sie es wirklich wissen wollen, welche Energieerzeugung wirtschafltich und technisch die Beste ist..Entweder die Erneuerbare Energieerzeugung oder die bisherige konventionelle Energieerzeugung, dann müssen Sie beide System von einer getrennt laufen lassen.
    Bis dato schmarotzen die Erneuerbaren Energien am konventionellen Energieerzeugungsinfrstruktur gewaltig mit. Ohne das EEG und die vebleibenden Kohle-Gas und Kernkraftwerke würden die Enrneuerbaren Energien in Deutschland hoffnungslos im weltweiten Industrie- und Wohlstandswettbewerb untergehen!

  • @Jupiter
    Hören Sie halt endlich mit ihrem ökosozialistischen Kindergartengequake auf!
    Informieren Sie sich daürber, was in Japan momentan ab geht. Die machen mit der Kernkraft weiter, weil sie gesehen haben, dass das Risiko der Kernkraft sehr gering ist!
    Das Lagern von Kernbrennstoffen in Deutschland ist heute schon gelöst und tag tägliches Geschäfft! Das Lager heißt momentan nicht Endlager sondern Zwischenlager. Unterm Strich bleibt ein Lager ein Lager!

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