Energie

SMA Solar
Es werde wieder Licht

Höherer Umsatz, weniger Verlust: Der angeschlagene Wechselrichterhersteller SMA Solar kämpft sich langsam aus der Krise. Doch die Yuan-Schwächung und gekürzte Förderungen könnten der Firma noch das Geschäft verhageln.
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Pierre Pascal Urbon hat offenbar aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt: Der Chef des börsennotierten Wechselrichterherstellers SMA Solar gibt neuerdings nur noch höchst konservative Geschäftsprognosen ab. Aus gutem Grund. Im Vorjahr schockte er seine Aktionäre mit zwei Gewinnwarnungen. Und verspielte so viel Vertrauen. Jetzt läuft dagegen alles so wie angekündigt.

Von Januar bis Juni 2015 stieg der Umsatz von SMA Solar um 26 Prozent auf 429,3 Millionen Euro. Das Unternehmen aus Niestetal bei Kassel macht zwar noch immer Verluste. Das Minus vor Zinsen und Steuern (Ebit) beträgt 14,9 Millionen Euro. Aber aktuell ist zumindest ein klarer Aufwärtstrend sichtbar. Im Vorjahr standen schließlich noch 62,4 Millionen Euro Miese in den Büchern.

„Wir haben in den letzten Jahren konsequent in den Aufbau der globalen Infrastruktur investiert, um Marktschwankungen zu kompensieren“, erklärte Urbon. Erstmals seit 2010 rechnet der SMA-Boss für das Gesamtjahr 2015 wieder mit einem steigenden Umsatz. 2016 soll das einstige Vorzeigeunternehmen dann endlich wieder profitabel sein – nach drei Jahren mit zum Teil tiefroten Zahlen.

SMA ist wegen hausgemachter Probleme auf weniger als die Hälfte der ehemaligen Größe zusammengeschrumpft. Der Hersteller von Wechselrichtern, dem elektronischen Herzstück von Solaranlagen, hat sich zu stark auf den deutschen Photovoltaik-Markt konzentriert und zu spät auf die Konkurrenz aus Fernost reagiert. Als die Bundesregierung die Förderungen für Solarstrom massiv drosselte und chinesische Produzenten einen Preisverfall am Weltmarkt auslösten, schlitterte SMA in die Krise. Vorstandschef Urbon steuert mit drastischen Maßnahmen dagegen.

Bis Mitte 2016 werden 1600 Stellen gestrichen. Etwa ein Drittel davon im Bereich Forschung und Entwicklung. In den SMA-Werken werden schrittweise Produktplattformen nach dem Vorbild der Autoindustrie eingeführt. Das Ziel: Weniger Komponenten und damit geringere Kosten. Statt 45 Bauteilen hat der neueste kompakte Wechselrichter von SMA, der den Solarstrom vom Dach in Wechselstrom für die Steckdose umwandelt, nur noch 16 Bauteile.

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