Energie

Solarboom
„Griechenland ist ein Land mit enormen Potenzialen“

Solarboom in Deutschland? Darüber können Griechen nur lachen. Fast alle Solaranlagen dort wurden innerhalb der letzten drei Jahre gebaut. Jetzt steuert die Regierung gegen und will so Investitionen attraktiver machen.
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DüsseldorfIn Griechenland errichtete 97 Prozent seiner Solaranlagen in den letzten drei Jahren – so emsig war man mit dem Ausbau noch nicht einmal in Deutschland. Hierzulande wurden in den vergangenen drei Jahren rund zwei Drittel der installierten Kapazität aufgebaut.

Doch mit dem rasanten Wachstum der Solarkraft soll in Griechenland jetzt Schluss sein. Ende September, spätestens aber Anfang Oktober, soll ein neues Gesetz zur Förderung der erneuerbaren Energien in dem Mittelmeer-Staat vorgestellt werden. „Die Details des neuen Gesetzes zur Förderung der erneuerbaren Energien stehen noch nicht fest“, sagt Costas G. Theofylaktos, Präsident der griechischen staatlichen Energieagentur Center for Renewable Energy Sources (CRES) im Gespräch mit Handelsblatt Online.

„Aber klar ist: Die griechische Regierung wird die Fördersätze für Solaranlagen ab Ende September bzw. Anfang Oktober reduzieren.“ Das Geld werde so frei für die anderen erneuerbaren Energien: Biomasse, Wasserkraft, Wind. „Vor allem im Bereich Biomasse wird großes Wachstum erwartet", erklärt Theofylaktos. „Die derzeit installierte Erzeugungskapazität von 45 Megawatt soll sich bis Ende 2014 verdoppeln. Das einzige Problem, das diese Projekte noch haben, ist die Finanzierung.“

Der ohnehin angeschlagene griechische Staat war von dem Solarboom im Land regelrecht überrannt worden. Der Topf, aus dem die hohen Vergütungssätze bezahlt wurden, war schnell leer. Energieerzeuger mussten zeitweise bis zu sechs Monate auf das Geld warten.

CRES-Präsident Theofylaktos verspricht nun Besserung: „Das Energieministerium hat das Problem der verzögerten Zahlungen erkannt und wird es mit dem neuen Gesetz lösen. Es wird keine sechs Monate Verzögerung mehr geben, sondern die Vergütungen werden pünktlich gezahlt, also innerhalb eines Monats.“ Das CRES berät das griechische Energieministerium und nimmt in Griechenland ähnliche Aufgaben wie die Deutsche Energie-Agentur Dena wahr.

Die griechische Regierung erhofft sich durch die Förderung der erneuerbaren Energien nicht nur den nachhaltigen Aufbau von Arbeitsplätzen. Die ausländischen Investoren sollen auch Know-how ins Land bringen und so der Wirtschaft wieder auf die Beine helfen. „Griechenland ist ein Land mit enormen Potenzialen bei den erneuerbaren Energien“, wirbt Theofylaktos.

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Solarenergie in Griechenland produzieren und in andere Länder exportieren

Kommentare zu " Solarboom: „Griechenland ist ein Land mit enormen Potenzialen“"

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  • Wann kommt der "Griechensoli" für die deutschen Steuerzahler ??

  • wenn in Griechenland die Sonne scheint, scheint sie auch bei uns (zeitlich). Da wir aber schon jetzt zuviel Solarstrom haben, würde dieser tagsüber noch steigen. Nachts bringt er uns dann auch wieder nichts. Bis die Speicherung nicht sinnvoll geklärt ist, wird das ganze nur durch immer weitere Subventionen funktionieren. Und wer profitiert davon in Griechenland? Doch wohl nicht der einfache Grieche.

  • Einst gab es in Deutschland Politiker, die ihr Gehalt auch wert waren (Adenauer,Erhart u. Co)
    Lang lang ists her.

    Diese ewige Subventioniererei ist leider meistens nur
    Vernichtung von Steuergeldern.

    Schon die Atomkraft wurde mit gigantischen staatlichen Summen angetrieben bzw entwickelt.

    Jetzt stellt sich heraus, im Falle eines enventuellen SuperGaus haben die verantwortl. Firmen nicht die nötigen
    Geldreserven angelegt und somit müßte der Steuerzahler blechen.

    Natürlich landen auch die Kosten der Atommülldeponierung
    bzw die Sanierungskosten der undichten "Zwischenlager"
    letztendlich überwiegend beim Steuerzahler.
    Die Gewinne des Atomgeschäftes natürlich bei den Firmen.
    Dank der Dummheit der verantwortlichen Politiker, die keine vernünftigen Verträge aushandeln konten.

    Das widerholt sich nun.
    Da größtenteils die Chinesen das Solargeschäft dominier en,landen die staatlichen deutschen Solarsubventionen in chin. Taschen.

    Die deutsche Regierung wäre gut beraten, die Solarsubventionen sofort zu beenden. Denn es ist nicht ihre Aufgabe, chin. Firmen reich zu machen.

    Die ursprünglich führenden deutschen Solarfirmen haben sich wegen der Subventionen auf ihren Loorberen ausgeruht.

    Sie haben viel zuwenig in Forschung und Entwicklung investiert. Deutsche Solaranlagenbauer profitierten von den Fortschritten der d. Solarfirmen.
    Leider gaben sie die Technologiefortschritte dadurch an die Chinesen weiter, indem sie schließlich doch deutsche
    Solarproduktionsmaschinen an die Chinesen verkauften.

    In Griechenland wärs wesentlich risikoloser für Deutschland, nur mehr billige Windräder zu forcieren.
    Auch damit läßt sich einiges an Energie produzieren.

    Werden eines Tages wieder Leute mit wirtschaft. Sachverstand in der Regierung mitmischen dürfen?

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