Energie

Solarbranche
Neuer Streit zwischen Europa und China

„Praktisch kein chinesischer Hersteller hält sich an die Mindestpreise“: EU-Unternehmen fürchten auf dem umkämpften Solarmarkt um ihre Wettbewerbsfähigkeit. Auch in den USA schwelt der Solarstreit weiter.
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DüsseldorfNach den USA ist nun auch in Europa der Streit um Solarimporte aus China erneut aufgeflammt. Die von der Bonner Solarworld angetriebene Initiative europäischer Solarhersteller EU Prosun wirft der Konkurrenz aus dem Reich der Mitte „massenhafte“ Verstöße gegen die mit der EU vereinbarten Mindestpreise vor. „Praktisch kein chinesischer Hersteller hält sich an die Mindestpreise“, sagte EU-ProSun-Präsident Milan Nitzschke am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Die Initiative habe dies dokumentiert und die Informationen in den vergangenen Tagen an die Kommission weitergeleitet. „Wir erwarten, dass die Kommission nun Ermittlungen anstellt“, sagte Nitzschke.

Seit Jahren kämpfen hiesige Solarfirmen gegen Solarimporte aus der Volksrepublik. Sie werfen den chinesischen Unternehmen Dumpingpreise vor. Um den Streit beizulegen, hatten sich die EU und China im vergangenen Sommer auf Mindestpreise geeinigt. Der Vertrag sieht vor, Verstöße gegen die Auflagen mit dem Ausschluss aus der Mindestpreisregelung zu ahnden mit der Folge von Einfuhrzöllen von bis zu 50 Prozent. Von der EU-Kommission war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Auch in den USA schwelt der Solarstreit weiter. In den vergangenen Tagen hatte das US-Handelsministerium erklärt, Solarmodule aus China erhielten ungerechtfertigte staatliche Zuschüsse. Als Konsequenz empfahl das Ministerium, künftig Zölle auf derartige Produkte zu erheben, um die US-Hersteller vor Konkurrenz aus dem Ausland zu schützen. Die Zölle sollen bis zu 35 Prozent betragen.

Die US-Solarworld-Tochter hatte zuvor Beschwerde gegen die Subventionierung chinesischer Produkte eingelegt. Das Unternehmen argumentierte, die chinesischen Unternehmen umgingen bereits bestehende Zölle auf Solarmodule, indem sie dafür notwendige Zellen in Taiwan herstellten. Auf diese Weise könnten sie den US-Markt weiter mit ihren billigen Produkten überschwemmen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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