Energie

Solarbranche
SMA Solar baut etliche Stellen ab

Weil sich die Krise der europäischen Solarbranche auf sein Geschäft überträgt, sieht sich der Zulieferer SMA Solar gezwungen, umzusteuern. Zu den bereits bekannten Abbauplänen über 500 Stellen sollen nun weitere kommen.
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MünchenNach massiven Umsatzeinbußen treibt der Wechselrichterproduzent SMA Solar seinen Stellenabbau voran. „Es wird in allen Bereichen Anpassungen geben müssen, ausgenommen ist der Bereich Forschung und Entwicklung“, kündigte Konzernchef Pierre Pascal Urbon an. „Wenn sich der Umsatz in unserem Unternehmen halbiert, können wir nicht die gleiche Anzahl von Mitarbeitern beschäftigen.“ Bereits im Herbst vergangenen Jahres hatte Urbon ein Abfindungsprogramm aufgelegt mit dem Ziel, 500 Stellen zu streichen. Nun sollen bei dem Zulieferer für die Solarbranche, dessen Wechselrichter als Herzstück von Solaranlagen den erzeugten Gleichstrom in Netz-kompatiblen Wechselstrom umwandeln, noch mehr Mitarbeiter gehen. Mit dem Betriebsrat würden darüber „intensive und konstruktive Gespräche“ geführt.

Ende des ersten Quartals lag die Zahl der Mitarbeiter weltweit bei 5.600, davon 4.500 in Deutschland. Wie viele nun gehen müssen, ließ Urbon vorerst offen. Er betonte, der Wettbewerbsdruck sei hoch. Mit einem Marktanteil von 25 Prozent sei SMA aber immer noch Weltmarktführer. „Diesen Anteil wollen wir halten oder leicht ausbauen.“ Die Übernahme des Branchen-Zweiten Power One durch die Schweizer ABB wertete Urbon positiv, obgleich sie sicher den Konkurrenzdruck auf SMA erhöhen dürfte. „Die Transaktion zeigt, dass es sich bei unserer Industrie um einen Zukunftsmarkt handelt.“

SMA – ehemals mit rund 60 Prozent Marktanteil unangefochtene Nummer eins der Branche – muss sich nicht nur gegen wachsende Konkurrenz stemmen, sondern auch gegen den Preisverfall, der die gesamte Solarbranche in die Knie zwingt. Vor Investoren in München hatte das SMA-Management bereits auch für das zweite Quartal einen Umsatzeinbruch auf 240 bis 280 Millionen Euro angekündigt. Vor Jahresfrist hatte der Konzern noch 429 Millionen Euro umgesetzt. Nach einem Gewinneinbruch 2012 schließt der Vorstand für das laufenden Jahr selbst einen Verlust nicht aus.

2012 hatte SMA 1,46 Milliarden Euro erlöst. Operativ sackte der Gewinn um mehr als die Hälfte ab auf 102 Millionen Euro ebenso wie das Nettoergebnis, das noch 75 Millionen Euro erreichte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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