Energie

Solarkonzern
Aktionär klagt gegen Solarworld-Rettung

Es ist nicht das erste Mal, dass Kleinaktionär Karl-Walter Freitag gerichtlich gegen einen Hauptversammlungsbeschluss vorgeht. Nun trifft es den Solarworld-Rettungsplan – der durch die Klage hinausgezögert werden könnte.
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DüsseldorfGegen die Rettungspläne für den Solarworld-Konzern ist eine erste Klage eingereicht worden. Das Unternehmen sei darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass ein Aktionär vor dem Landgericht Köln gegen die Pläne vorgehe, sagte eine Solarworld-Sprecherin am Freitag. Die Klage liege Solarworld aber noch nicht vor, deshalb könne sich der Konzern nicht zu ihrem Inhalt äußern. Die Klage könnte aufschiebende Wirkung für die Sanierungspläne haben.

Die Solarworld-Anteilseigner hatten im August bei einer außerordentlichen Hauptversammlung dem von Solarworld-Chef Frank Asbeck vorgelegten Restrukturierungskonzept zugestimmt, das ihnen den Verzicht auf den größten Teil ihrer Aktienpakete abverlangt. Damit hatte der mit knapp einer Milliarde Euro verschuldete Konzern eine wichtige Hürde genommen – doch die Rettung ist wegen der Klagemöglichkeiten noch nicht endgültig in trockenen Tüchern.

Denn bereits bei dem Aktionärstreffen hatten sich Anfechtungsklagen abgezeichnet. Protest war bei dem Aktionärstreffen unter anderem durch die beiden Kleinaktionäre Catarina Steeg und Karl-Walter Freitag laut geworden, die bereits mehrfach gerichtlich gegen Hauptversammlungsbeschlüsse diverser Unternehmen vorgegangen sind. Freitag hat nach einem Bericht des „Wall Street Journal Deutschland“ nun tatsächlich Klage eingereicht. Der Rettungsplan des Unternehmens benachteilige die Anteilseigner gegenüber den Anleihegläubigern, zitierte das Blatt Freitag.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Solarkonzern: Aktionär klagt gegen Solarworld-Rettung"

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  • Bei Solarworld wird ja weiterhin Insolvenzverschleppung betrieben. Die nächsten Quartals-Zahlen werden dies wieder einmal eindurcksvoll darstellen.

  • Wenn ich Solarworld-Vorstand wäre, hätte ich den Berufskläger Freitag sogar dafür bezahlt, dass er eine Klage erhebt. So kann ich dann alle Schuld für das Solarworld-Desaster in die Schuhe von Freitag schieben. Wer ist für die drohende Insolvenz verantwortlich? Ich nicht - es ist der böse Freitag, der gegen die Schein-Sanierung geklagt hat.
    M. Schimpf

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