Energie

Solarkrise
Meyer Berger streicht Stellen

Die Solarkrise hat dem Unternehmen schwere Verluste beschert. Der Spezialmaschinenbauer streicht weltweit rund elf Prozent seiner Arbeitsplätze. Bei der deutschen Konzerntochter Rot & Rau fallen 50 Stellen weg.
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Zürich Der Schweizer Spezialmaschinenbauer Meyer Burger rechnet wegen der Krise in der Solarbranche 2012 mit einem operativen Verlust und streicht elf Prozent der Arbeitsplätze. Weltweit sollen weitere rund 250 der fast 2300 Stellen abgebaut werden. Die Kosten sollen damit um 30 Millionen Franken (25 Millionen Euro) gesenkt werden. Auch bei der deutschen Konzerntochter Roth & Rau wird der Rotstift angesetzt: Dort fallen 50 Stellen weg.

Meyer Burger kündigte für dieses Jahr vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) einen Verlust von 20 bis 40 Millionen Franken an. Grund dafür seien neben den Restrukturierungskosten auch geringere Umsatzerwartungen. Die Verkaufserlöse dürften nur leicht über 600 Millionen Franken liegen, hieß es. Künftig soll auf diesem Umsatzniveau ein ausgeglichenes Ebitda möglich sein. Der Hersteller von Spezialsägen zur Bearbeitung von Siliziumblöcken und Maschinen zur Solarpanel-Produktion hatte bereits im Juli die Prognose zurückgeschraubt und damals einen Umsatz in der unteren Hälfte der angepeilten Bandbreite von 600 bis 800 Millionen Franken in Aussicht gestellt. 2011 hatte Meyer Burger bei einem Umsatz von 1,3 Milliarden Franken ein Ebitda von 278 Millionen Franken erzielt.

Längerfristig seien die Perspektiven in der Solarbranche weiterhin positiv, zeigt sich Meyer Burger überzeugt. Allerdings sei ungewiss, wann Projekte auch in neue Aufträge münden. Bei den Solarzellen-Herstellern gebe es nach wie vor Überkapazitäten. "Die Visibilität im gesamten Markt bleibt daher äußerst begrenzt."

Die Anleger reagierten verschnupft. Die Meyer Burger-Aktien brachen gut sieben Prozent auf 6,25 Franken ein. Der Frankfurter Branchenindex notierte leicht höher. Die Meyer Burger-Aktien haben dieses Jahr mehr als die Hälfte an Wert verloren und notieren so tief wie seit fast sechs Jahren nicht mehr. Analyst Stefan Gächter vom Broker Helvea rechnet damit, dass die Firma angesichts der Krise in der Branche in naher Zukunft weitere Sparmaßnahmen ankündigen dürfte.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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