Energie

Solarkrise
Solarstrom AG geht in die Insolvenz

Mehr Solarkrise geht nicht: Die S.A.G. Solarstrom AG steht vor der Pleite. Das Insolvenzverfahren will das Unternehmen in Eigenverwaltung stemmen, denn trotz mangelnder Perspektive soll die Restrukturierung erfolgen.
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DüsseldorfSchon wieder hat die Solarkrise ein Unternehmen in die Knie gezwungen: Der Anlagenbauer S.A.G. Solarstrom mit knapp 200 Mitarbeitern meldete am Freitag Insolvenz an. Ausstehende Zahlungen von Kunden sowie Projektverzögerungen hätten eine Lücke in die Liquidität gerissen, die die Banken nicht stopfen wollten, teilte die Freiburger Firma mit. „Innerhalb von noch nicht einmal vier Wochen waren wir mit einer Situation konfrontiert, die für uns so in keiner Weise absehbar war“, sagte Firmchef Karl Kuhlmann.

Mittelzuflüsse aus dem Verkauf mehrerer Photovoltaik-Projekte in Deutschland und Italien seien für November und Dezember fest eingeplant gewesen. „Sie haben sich aus ganz unterschiedlichen Gründen verzögert.“ Insgesamt fehle eine Summe von über 20 Millionen Euro. Refinanzierungsgespräche mit Banken, Finanzdienstleistern und weiteren Gläubigern seien gescheitert. Die Gesellschaft sehe daher „keine Chance mehr, eine kurzfristige Sanierung außerhalb eines Insolvenzverfahrens zu realisieren.“ Daher werde am 16. Dezember 2013 auch keine Zinszahlung für die Anleihe 2010/2015 erfolgen. Das Insolvenzverfahren wolle das Management in Eigenverwaltung stemmen, um die 1998 gegründete Firma nach der Sanierung fortzuführen.

S.A.G. setzte im vergangenen Jahr 188 Millionen um und verdiente netto rund eine Million Euro. S.A.G. plant, baut und finanziert Dach- und Freiflächen-Solaranlagen. Probleme bereiteten dem Unternehmen zuletzt unter anderem die vor und nach Projektabschlüssen vorgeschriebenen Bürgschaften.

Wegen des branchenweiten Preisverfalls infolge massiver Überkapazitäten mussten bereits zahlreiche Firmen der mit Milliarden Euro subventionierten deutschen Solarbranche den Gang zum Amtsgericht antreten - darunter Conergy, Solon, Q-Cells, Centrotherm und Solarhybrid.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Solarkrise: Solarstrom AG geht in die Insolvenz"

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  • Windinvestor, wir glauben ihnen ja alles, wir sind blauäugiger als sie und verstehen auch nicht, wie ein Schneeballsystem funktioniert. Aber was hat ihr Werbepost mit dem Thema zu tun?

    Wer zuletzt bei 188 Millionen Jahresumsatz immerhin noch eine Millionen verdient hat, der sollte nicht wegen kurzfristig fehlender 20 Millionen das Handtuch werfen müssen und auch noch keine Sanierung brauchen. Da scheint mir mehr im Buch zu sein, sonst hätte die Banken die kurzfristige Finanzierung gegen Abtretung der offenen Forderungen übernommen. Die Anleihe scheint mir hier eher der Grund der Insolvenz zu sein und das zeigt mal wieder:

    Finger weg von allen Anleihen, vor allem von den Mittelstandsanleihen! Borgen bringt nun einmal immer noch vor allem Sorgen.

  • Ein Geschäftskonzept, dass auf Kosten der Steuerzahler (Subventionen) auf gebaut ist, führt letztendlich in jeder Branche dazu, dass der notwendige Innovationsanreiz, der gute zukunftsträchtige Branchen antreibt, auf der Strecke bleibt. Das Geschäftmodell solcher Unternehmen besteht darin, Steuergelder umzuschichten aus der Staatskasse auf die Konten von Unternehmenseigner.

    Solche Branchen haben nur dann eine Chance, längerfristig auf dem Markt zu bestehen, wenn die gewährten Subventionen immer weiter ansteigen, weil diese Unternehmen ja grundsätzlich nicht wettbewerbsfähig sind.

    Und das funktinoniert nur so lange, wie die Branchenlobby im politischen Umfeld ausreichend Einfluss hat, ihre finanziellen Interessen durchzusetzen.

    Es ist also eine ganz gesunde wirtschaftliche Entwicklung, wenn diese Branche auf der Strecke bleibt.

  • Ich bin weit davon entfernt bei PROKON zu arbeiten und ich betreibe auch keine Werbung. Ich bin nur Investor und fest entschlossen meine Meinung für PROKON zu vertreten.
    Ich habe etwas dagegen, wenn irgendwelche Institutionen in sogenannter Guter Absicht und unter dem Vorwand des Anlegerschutzes unter Darstellung falscher Tatsachen in der Öffentlichkeit, meine Investments gefährden.
    Anlegerschützer, die ihr Handwerk ernst nehmen, würden niemals Schmutzkampagnen starten, weil sie genau mit solchen Anleger in Gefahr bringen.
    Die Anschuldigungen gegen PROKON stinken gewaltig. Viele Behauptungen und Falschdarstellungen. Nicht ich mache mich strafbar, sonder Leute, die solche Geschäftsschädigung bewusst betreiben um ein gesundes Unternehmen aus Gründen der Missgunst zu ruinieren.
    PROKON hat die Zeichen der Zeit eben früh erkannt und fischt dicke Fische, in denen andere gerne fischen würden, ohne jemals daran gedacht zu haben Boote zu bauen.
    Um überhaupt noch in diese Märkte zu gelangen, müssen sie unlautere Massnahmen ergreifen.
    Mir geht der Hut hoch, bei den Meldungen in der Presse, die jeglicher Grundlage entbeeren.
    Ich denke so viel bösartige Energie kann nicht zielführend sein und am Ende wird siegen, was der Rechtmäßigkeit entspricht.
    So long!

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