Energie

Solartechnik-Konzern Lieferengpässe setzen SMA-Aktie unter Druck

Der Kasseler Solartechnik-Konzern SMA hat mit Lieferengpässen und einem Geschäftseinbruch in den USA zu kämpfen. Für das Jahr 2017 peilt SMA einen Umsatz am unteren Ende des Jahresziels an. Die Aktie bricht heftig ein.
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Die Aktie des Solartechnikkonzerns ist um mehr als 12 Prozent eingebrochen. Quelle: dpa
SMA

Die Aktie des Solartechnikkonzerns ist um mehr als 12 Prozent eingebrochen.

(Foto: dpa)

KasselTrotz voller Auftragsbücher laufen die Geschäfte beim Solartechnik-Konzern SMA Solar nicht rund: Neben dem Geschäftseinbruch in den USA bremsen Lieferengpässe bei elektronischen Bauteilen den Wechselrichter-Produzenten aus. Firmenchef Pierre-Pascal Urbon grenzte am Donnerstag daher das Umsatzziel für 2017 auf das untere Ende der Prognosespanne ein.

Er kündigte zudem an, dass wohl auch das kommende Jahr durch das Versorgungsthema beeinträchtigt werde. Er suche derzeit nach weiteren Zulieferern von Schlüsselkomponenten. An der Börse lösten die Nachrichten einen Kurssturz um mehr als 16 Prozent aus.

„Wegen des Booms der Weltwirtschaft sind Bauteile extrem knapp. Das betrifft nicht nur uns, sondern alle Branchen wie etwa auch die Autoindustrie“, erklärte Urbon im Reuters-Interview.

Sonnenland ist abgebrannt
Solarboom durch das EEG
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Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hatte in Deutschland einen Solarboom ausgelöst. Jede produzierte Kilowattstunde Sonnenstrom wurde anfänglich mit mehr als 50 Cent vom Staat vergoldet. Doch spätestens ab 2009 wurde es schwierig. Die üppigen Subventionen riefen asiatische Firmen auf den Plan. Chinesische Hersteller bauten Fabrik um Fabrik. Eine Pleitewelle erfasste die heimische Photovoltaikbranche. Ein Überblick.

Solarworld
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„Das ist der größte denkbare Massenmarkt der Zukunft, denn das einzige Produkt, das alle Menschen zu allen Zeiten immer brauchen, ist Energie“, schrieb Frank Asbeck 2009 in seinem Buch „Eine solare Welt“. Damit hatte er vielleicht Recht – doch sein Konzern Solarworld ging im Mai 2017 trotzdem pleite. Die Konkurrenz aus China warf spottbillige Solarmodule auf den Markt, Solarworld konnte damit nicht mithalten. Solarworld war mit einer jährlichen Fertigungskapazität von 1,5 Gigawatt gegenüber chinesischen Konkurrenten mit der vierfachen Produktionskapazität schlichtweg zu klein, um dauerhaft überleben zu können.

CSG Solar
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Auch CSG Solar war einfach zu klein, um zu überleben. Im März 2006 wurde die 9000 Quadratmeter große Produktionsanlage in Thalheim eingeweiht. Nur zwei Jahre später musste das Unternehmen die Produktion einstellen, sich von 124 der 164 Beschäftigten trennen. Die Forschungs- und Entwicklungsarbeit setzte CSG Solar aber fort.

Sontor
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Sachsen-Anhalt galt lange als Solar Valley in Deutschland. Doch seit mehreren Jahren müssen immer mehr Solarfirmen aufgeben. Einst lieferte die Branche dort über 3000 Arbeitsplätze – die meisten davon sind mittlerweile weggefallen. Um sich vor der Pleite zu retten, hatte sich Sontor aus Bitterfeld 2009 mit Sunfilm zusammengeschlossen – und konnte so überleben.

Solon
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Solon war einst einer der größten Solaranlagenhersteller Europas. 2011 ging das Unternehmen das erste Mal pleite, das indisch-arabische Unternehmen Microsol rettete Solon vor dem Aus und nannte es Solon International. Doch 2014 musste Solon zum zweiten Mal Insolvenz beantragen.

Odersun
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Odersun sollte ein strahlendes Aushängeschild der Brandenburger Wirtschaft werden und seinen Solarmodulen den Markt verändern. Doch es kam anders als erhofft. Odersun lieferte kein marktfähiges Produkt. 2010 meldete Odersun Insolvenz an. 2013 wurde ein Ermittlungsverfahren gegen das Unternehmen eingeleitet. Der Vorwurf: Insolvenzverschleppung.

Sovello
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2005 wurde Sovello als Joint-Venture von Q-Cells, Evergreen Solar und Renewable Energy Corporation ASA gegründet. Anfangs startete das Solarunternehmen durch, doch bis 2012 stieg Sovello immer weiter ab und musste Insolvenz beantragen. Im August 2012 wurde bekannt gegeben, dass das Unternehmen die Produktion komplett einstellt und allen Mitarbeitern kündigen muss.

Gleichwohl stimme ihn der Auftragsbestand von über 760 Millionen Euro zuversichtlich. „Das US-Geschäft ist zwar um über 50 Prozent eingebrochen, doch haben wir in Asien um 45 Prozent zugelegt und sind auch in Europa im Plus“. Der operative Gewinn (Ebitda) habe sich so im dritten Quartal auf 26 Millionen Euro verdoppelt. „Wir sind in allen Bereichen profitabel und haben keine Schulden.“

In den ersten neun Monaten verbuchte SMA wegen des anhaltenden Preisdrucks und der Investitionszurückhaltung der US-Kunden bei Großprojekten allerdings einen Umsatzrückgang auf 592,5 (708,8) Millionen Euro. Das operative Ergebnis (Ebitda) halbierte sich nahezu auf 55,3 (Vorjahr: 107,9) Millionen Euro. Im Gesamtjahr peilt Urbon nun einen Umsatz von 900 Millionen Euro an und ein Ebitda von 85 bis 100 Millionen Euro.

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