Energie

Solarunternehmen wieder profitabel
Conergy tritt aus dem Schatten

Nach der Krise kam der Personalabbau, dann die nächste Krise und die Insolvenz: Das Solarunternehmen Conergy erlebte in den vergangenen Jahren eine Achterbahnfahrt. N ach der Insolvenz ist es nun wieder profitabel.
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HamburgKrise, Personalabbau, Krise, Insolvenz. In diesen Stichworten lassen sich die vergangenen Jahre von Conergy zusammenfassen. Viele in der Solarbranche hatten das Hamburger Unternehmen schon abgeschrieben. Aber jetzt meldet es sich wieder zurück.

„Seit der Übernahme durch Kawa Capital im Jahr 2013 haben wir Conergy von der Verlustzone hin zur Profitabilität gewandelt“, sagte Andrew de Pass dem Handelsblatt. Den Gewinn nannte er zwar nicht. Aber den Umsatz beschrieb er mit „fast einer halben Milliarde Dollar“.

Und de Pass ist davon überzeugt, dass dies kein kurzfristiger Höhenflug war. „Wir erwarten in diesem Jahr ein Umsatzplus von 50 Prozent auf 700 Millionen Dollar“, sagte der Manager, der das Unternehmen seit Anfang März führt. Der 48-jährige Amerikaner kommt vom US-Finanzinvestor Kawa Capital, die ein Vermögen von über 600 Millionen Dollar verwaltet. De Pass steuerte bei Kawa die Sanierung der insolventen Conergy.

Das Hamburger Unternehmen war mal Europas größter Solarkonzern. Doch die massive Konkurrenz durch chinesische Hersteller ließ die Modulpreise abstürzen. Conergy geriet wie viele deutsche Wettbewerber in Schwierigkeiten - und musste 2013 Insolvenz anmelden. Dann übernahm die asiatische Astronergy die verbliebene Fertigung in Frankfurt Oder. Und Kawa Capital kaufte die Zentrale in Hamburg sowie den Vertrieb mit dem Projektgeschäft und dem Betrieb von Solarkraftwerken.

Das Geschäft mit Solarparks ist weniger risikoreich als das Massengeschäft mit Modulen: In vielen Ländern gibt es eine langfristige Solarförderung oder langfristige Abnahmeverträge. Solarparks werden als Geldanlage immer attraktiver für Versicherungskonzerne und Pensionsfonds. Denn die müssen ihr Geld langfristig und sicher anlegen, finden aber wegen der Niedrigzinsen kaum noch lukrative Alternativen.

Conergy nutzt in Deutschland neue Vertriebswege. So hat der Projektierer die Partnerschaft mit dem Essener Energiekonzern RWE ausgebaut, um Dachsolaranlagen zu installieren. Seit Februar arbeitet Conergy mit Trianel zusammen. Der Aachener Stadtwerke-Verbund bietet seinen Kunden an, für sie Solaranlagen zu installieren und die Betriebsführung zu übernehmen. Conergy tritt dabei als Generalunternehmer auf.

Die Beschäftigtenzahl ist zwar nach der Insolvenz auf gut 300 gesunken. Doch de Pass will Mitarbeiter einstellen, um in Südamerika und Asien zu wachsen. Denn diese Regionen gehören zu den wichtigsten Zukunftsmärkten für die Branche, sagen die Marktforscher der britischen Global Data.

De Pass kann sich zwar bei der Projektpipeline von vier Gigawatt mit großen Konkurrenten wie Sun-edison messen. Doch er will auch durch Übernahmen wachsen, nachdem Conergy bereits das England-Geschäft des deutschen Projektierers Wirsol übernommen hat. „Wir sind derzeit in Verhandlungen mit verschiedenen Unternehmen, die im Geschäft mit Dachsolaranlagen aktiv sind“, verrät de Pass.

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