Energie

Solarworld-Chef Asbeck Der Sturz des Sonnenkönigs

Der Niedergang von Solarworld ist auch ein persönlicher Schlag für Unternehmenschef Frank Asbeck. Wie kein anderer personifiziert er den rasanten Aufstieg der Branche. Doch Asbeck hat schon einen Sündenbock gefunden.
38 Kommentare
Hat wenig zu lachen in diesen Tagen: Solarworld-Chef Frank Asbeck.

Hat wenig zu lachen in diesen Tagen: Solarworld-Chef Frank Asbeck.

DüsseldorfFrank Asbeck hat ein klares Feindbild: die Chinesen. „Mir tut es weh, was mit unserer Branche geschieht“, sagte der Solarworld-Chef vergangenen Monat dem „Manager Magazin“. „All das, was wir deutschen Pioniere 30 Jahre lang an Aufbauarbeit betrieben haben, die ganze Forschung, unser Wissen, all das liefern wir den Chinesen aus.“

Asbeck ist bekannt für seine klaren und lauten Töne. Der Unternehmer inszeniert sich gerne und war lange Zeit Aushängeschild für die Solarbranche, wurde gar als „Sonnenkönig“ bezeichnet. Nun stemmt er sich mit seinen deutschen Konkurrenten gegen den Abstieg.

Solarworld steht das Wasser bis zum Hals. Damit der Solarkonzern überlebe, sei eine Restrukturierung der Verbindlichkeiten sowie ein Umbau des Geschäfts erforderlich, teilte Solarworld am Donnerstagabend mit. Seinen Kapitalgebern will der Konzern, der Ende September knapp 2.500 Beschäftigte zählte, nun weitreichende Zugeständnisse abtrotzen. Von Januar bis September 2012 verbuchte Solarworld einen operativen Verlust von 189,6 Millionen Euro und verbrannte 60 Prozent seiner liquiden Mittel sowie 40 Prozent des Eigenkapitals.

Für Asbeck ist China schuld an der Misere seines Unternehmens. Er warf der chinesischen Solarbranche in den vergangenen Monaten immer wieder vor, eine „ruinöse Abwärtsspirale“ in Gang gesetzt zu haben. Dies sei nur mit staatlicher Hilfe möglich, denn auch die Chinesen seien keine „Hexenmeister“.

Heimatverbundener Paradiesvogel
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38 Kommentare zu "Solarworld-Chef Asbeck: Der Sturz des Sonnenkönigs"

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  • Unsere Photovoltaikanlage arbeitet hervorragend. Sie produziert Strom für ca. 12 ct. pro kwh und erreicht bei 67 % Eigenverbrauch eine Ersparnis von ca. 24 ct pro kwh.
    Selbst wenn es kein EEG gäbe, sind wir damit schon wirtschaftlich. Und ein "grünes" Gewissen ist auch damit verbunden. Dies sehen immer mehr ein und damit ist der "Siegeszug" der Photovoltaik nicht mehr aufzuhalten.
    Lorenz & Kollegen, Steuerberater in Roth

  • Zitat: "Und um wieviel ist in dieser Zeit die EEG-Zwangsabgabe gesenkt worden?"

    @Pandora0611, Sie haben sich offensichtlich nicht über die Dynamik der Energiewende informiert. Die Preise für die Solarmodule haben sich in den letzten 5 Jahren halbiert und die Vergützungssätze wurdn um 60 % gesenkt. Gleichzeitig ist in 2012 aber 6 mal soviel Photovoltaikleistung installiert wie 2008 (32GW gegenüber 6 GW).


    Die installierte Leistung an Windenergie ist in dieser Zeit von 23 auf 30 GW gestiegen.

    http://www.proteus-solutions.de/~Unternehmen/News-PermaLink:tM.F04!sM.NI41!Article.955001.asp

    In Zukunft werden 3-5 GWp Photovoltaik dazukommen und etwa 1,5-2 GW an Windkraftanlagen, jedes Jahr. Die Strompreise sinken wahrscheinlich (wenn man nicht zu faul zum Wechseln des Anbieters ist) aber die EEG-Umlage eher nicht.

  • Nochmal für Alle!
    Es gab und gibt keinen Markt für die Erneuerbaren Energien!
    Das politisch gestrickte und ideologisch behaftete EEG spielt nur einen angeblichen Markt für Solar und Wind vor!
    In Wahrheit gibt hierfür OHNE DAS EEG keinen Markt!
    Auch die Chinesen und andere Abzocker machen nur solange mit, solange es das EEG gibt und damit die Abzocke am deutschen Stromendverbraucher per EEG-Zwangsabgabe!
    Die Erneuerbare Energiebranche ist auf EEG-Zwangssubventionen aufgebaut. Diese System hat mit Marktwirtschaft nichts im geringsten zu tun und ist unter einem asozialen Abzockersystem zu führen.

  • Vorschlag:

    Die Anleihebesitzer bekommen von Ihren Nennwert
    Solarworldprodukte von Solarworld.
    Dann wäre eine Umsatzsteigerung wohl möglich!!!

    Ich glaube die Anleihebesitzer werden über 90% der AG bekommen, blos dies wird nicht Reichen eine Kapitalerhöhung sowie Investitionen in Speichertechnik wird der Vorstand wohl nicht mehr hinbekommen.

    ==> Neuer Vorstand ist dringend nötig!
    ==> Natürlich wäre ein Investor (Ausländische Firma?) der die Anleihen alle aufkauft für 20% (wäre ein Schnäpchen für den Markennamen) auch denkbar
    ==> Hr. Asbeck könnte seinen Anteil auch an die Chinesen verkaufen für paar Millionen

    Wird auf alle Fälle so nicht weiter gehen mit Solarworld.

    Schade für die Mitarbeiter und unsere Subventionen

  • Im Vergleich zum klassischen "Innovativen Unternehmer" heisst es jetzt gut Vernetzt sein.Toll das man die Unternehmerischen Meilensteine bei diesem Herrn der nur auf Masse gesetzt hat nicht erkennen konnte.

  • @techniker wenn sie die Diskussion mit den Energie - und CO2- Bilanzen anfangen, dann sollten sie auch die Herstellung von einem fossilen Kraftwerk und die daraus entstehenden Folgekosten bis Ultimo rechnen. Bitte vergessen sie dabei nicht die Ewigkeitskosten für die Kohlebergwerke. Die müssen Instand gehalten werden um Bergstürze zu vermeiden. Allein das kostet 500 Mio Euro pro Jahr in D . Rechnen sie auch die Folgekosten wenn 1 Mrd Menschen ihre Heimat verlieren weil sie weggeschwemmt werden hin zu. Wenn sie das alles sachlich und wissenschaftlich sauber aufgestellt haben, dann werden auch sie erkennen, dass es besser ist vorhandene Energie mittels regenerativer Energie "um zu nutzen"! Der letzte bedeutende Hurrican "Sandy" hat ja darauf hingewiesen was passiert wenn zu viel Energie freigesetzt wird!

  • Wie wäre es wenn Sie mal die Ursache des Problems darstellen. Vergleichen Sie doch mal die Kostenstrukturen von Panels aus Deutschland und aus China. Wie hoch ist der Automatisierungsgrad? Ist ein erheblicher Unterschied bei den Wirkungsgraden zu erkennen?
    Wo liegt der Vorsprung von der deutschen Solarindustrie?

  • Ein klassisches Beispiel wie Subentionen in Deutschland (im Moment klagt man gegen Subventionen in China) verprasst wurden. Herr Asbeck und Solarworld habe in USA und Europe zusammen fast eine Milliarde USD Fördermittel erhalten, damit sich die Marktführerschaft erarbeitet. Aber eben, wegen Überheblichkeit, schlechtem Management diesen Vorteil verspielt und nun jammert man über internationalen Wettbewerb. Es wird, wie in jeder Branche eine kleine Anzahl von Überlebenden geben, der Rest wird sich konsolidieren oder Auflösen - nichts neues in der Marketwirtschaft. Nur wenn der Markt schneller wächst, als die Firmen nimmt die Anzahl der Anbieter zu. Ist das umgekehrt, reduziert sich diese. Schade dass aus Deutschland wohl nur SMA über ein Management verfügt, dass die Balance zwischen globaler Expansion und Wettbewerbsdruck meistert. Subventionierter Reichtum hat noch nie zu Wettbewerbsfähigkeit geführt, Herr Asbeck.

  • leser! doch noch am leben - und denken.

  • Silizium: Sand
    Davon hat die Erde genug, dass man mit know how mehr daraus machen kann als zerrinnende Zeit.
    Luft und Wasser.
    Magma.
    Auf dass der Mensch sich neu erfinde.

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