Energie

Solarworld-Chef Asbeck
Der Sturz des Sonnenkönigs

Der Niedergang von Solarworld ist auch ein persönlicher Schlag für Unternehmenschef Frank Asbeck. Wie kein anderer personifiziert er den rasanten Aufstieg der Branche. Doch Asbeck hat schon einen Sündenbock gefunden.
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DüsseldorfFrank Asbeck hat ein klares Feindbild: die Chinesen. „Mir tut es weh, was mit unserer Branche geschieht“, sagte der Solarworld-Chef vergangenen Monat dem „Manager Magazin“. „All das, was wir deutschen Pioniere 30 Jahre lang an Aufbauarbeit betrieben haben, die ganze Forschung, unser Wissen, all das liefern wir den Chinesen aus.“

Asbeck ist bekannt für seine klaren und lauten Töne. Der Unternehmer inszeniert sich gerne und war lange Zeit Aushängeschild für die Solarbranche, wurde gar als „Sonnenkönig“ bezeichnet. Nun stemmt er sich mit seinen deutschen Konkurrenten gegen den Abstieg.

Solarworld steht das Wasser bis zum Hals. Damit der Solarkonzern überlebe, sei eine Restrukturierung der Verbindlichkeiten sowie ein Umbau des Geschäfts erforderlich, teilte Solarworld am Donnerstagabend mit. Seinen Kapitalgebern will der Konzern, der Ende September knapp 2.500 Beschäftigte zählte, nun weitreichende Zugeständnisse abtrotzen. Von Januar bis September 2012 verbuchte Solarworld einen operativen Verlust von 189,6 Millionen Euro und verbrannte 60 Prozent seiner liquiden Mittel sowie 40 Prozent des Eigenkapitals.

Für Asbeck ist China schuld an der Misere seines Unternehmens. Er warf der chinesischen Solarbranche in den vergangenen Monaten immer wieder vor, eine „ruinöse Abwärtsspirale“ in Gang gesetzt zu haben. Dies sei nur mit staatlicher Hilfe möglich, denn auch die Chinesen seien keine „Hexenmeister“.

Kommentare zu " Solarworld-Chef Asbeck: Der Sturz des Sonnenkönigs"

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  • Unsere Photovoltaikanlage arbeitet hervorragend. Sie produziert Strom für ca. 12 ct. pro kwh und erreicht bei 67 % Eigenverbrauch eine Ersparnis von ca. 24 ct pro kwh.
    Selbst wenn es kein EEG gäbe, sind wir damit schon wirtschaftlich. Und ein "grünes" Gewissen ist auch damit verbunden. Dies sehen immer mehr ein und damit ist der "Siegeszug" der Photovoltaik nicht mehr aufzuhalten.
    Lorenz & Kollegen, Steuerberater in Roth

  • Zitat: "Und um wieviel ist in dieser Zeit die EEG-Zwangsabgabe gesenkt worden?"

    @Pandora0611, Sie haben sich offensichtlich nicht über die Dynamik der Energiewende informiert. Die Preise für die Solarmodule haben sich in den letzten 5 Jahren halbiert und die Vergützungssätze wurdn um 60 % gesenkt. Gleichzeitig ist in 2012 aber 6 mal soviel Photovoltaikleistung installiert wie 2008 (32GW gegenüber 6 GW).


    Die installierte Leistung an Windenergie ist in dieser Zeit von 23 auf 30 GW gestiegen.

    http://www.proteus-solutions.de/~Unternehmen/News-PermaLink:tM.F04!sM.NI41!Article.955001.asp

    In Zukunft werden 3-5 GWp Photovoltaik dazukommen und etwa 1,5-2 GW an Windkraftanlagen, jedes Jahr. Die Strompreise sinken wahrscheinlich (wenn man nicht zu faul zum Wechseln des Anbieters ist) aber die EEG-Umlage eher nicht.

  • Nochmal für Alle!
    Es gab und gibt keinen Markt für die Erneuerbaren Energien!
    Das politisch gestrickte und ideologisch behaftete EEG spielt nur einen angeblichen Markt für Solar und Wind vor!
    In Wahrheit gibt hierfür OHNE DAS EEG keinen Markt!
    Auch die Chinesen und andere Abzocker machen nur solange mit, solange es das EEG gibt und damit die Abzocke am deutschen Stromendverbraucher per EEG-Zwangsabgabe!
    Die Erneuerbare Energiebranche ist auf EEG-Zwangssubventionen aufgebaut. Diese System hat mit Marktwirtschaft nichts im geringsten zu tun und ist unter einem asozialen Abzockersystem zu führen.

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