Solarworld-Chef Asbeck: „Eine Insolvenz droht nicht“

Energie

Solarworld-Chef Asbeck
„Eine Insolvenz droht nicht“

Nach der Hiobsbotschaft vom Vortag versucht Solarworld-Chef Frank Asbeck, die Anleger seines Unternehmens zu beruhigen. Solarworld sei im Kern gesund, helfen würde ihm aber dennoch eine staatliche Maßnahme.
  • 13

FrankfurtSolarworld-Chef Frank Asbeck sieht keine Pleitegefahr bei der von ihm gegründeten Solarfirma. „Eine Insolvenz droht nicht“, sagte er Handelsblatt Online. Das Unternehmen verfüge über ausreichend Liquidität. „Diese liegt ungefähr auf dem Stand des dritten Quartals.“ Ende September hatte Solarworld 232 Millionen Euro in der Kasse.

Mit einer Pflichtmitteilung vom Donnerstagabend hatte Solarworld bekannt gegeben, dass mit den Gläubigern über eine Reduzierung der Schulden geredet werden soll. „Wir haben den Schritt proaktiv gemacht, weil wir auf der Passivseite eine Entlastung brauchen“, sagte Asbeck. Im Kern geht es um die ausstehenden Anleihen, die in Summe ein Volumen von 900 Millionen Euro haben. Diese machen den Großteil der Verbindlichkeiten aus, die Ende September bei 1,04 Milliarden Euro gelegen hatten.

Asbeck betonte, dass Solarworld im Kern gesund sei. „Wir müssen operativ einige Anpassungen machen, die werden nun kommen.“ Dies sei dem Unternehmen in unabhängigen Gutachten bescheinigt worden. „Wir haben eine positive Fortführungsprognose.“

Asbeck kündigte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters zudem weitere Stellenstreichungen an, um die Kosten zu senken. Sie fielen aber nicht so stark wie im vergangenen Jahr aus. „Der wesentliche Stellenabbau wurde bereits 2012 umgesetzt“, betonte er. Der einstige Börsenstar hatte dem Preiskampf und den steigenden Verlusten bereits 2011 Tribut gezollt und Fertigungslinien in Deutschland und den USA stillgelegt. Damals mussten 500 Mitarbeiter gehen. 2012 setzte Asbeck erneut den Rotstift an und strich weitere zehn Prozent der Stellen. Im Herbst beschäftigte Solarworld noch knapp 2500 Mitarbeiter.

Seite 1:

„Eine Insolvenz droht nicht“

Seite 2:

„Zölle würden uns helfen“

Kommentare zu " Solarworld-Chef Asbeck: „Eine Insolvenz droht nicht“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @Kowalski
    "Mich würde mal interessieren in welchen Kanälen die Erlöse (von den Partei-Spenden an die Grünen mal abgesehen) und Subventionen der deutschen Solarindustrie sonst noch versickert sind."
    Er soll sich vor Kurzem das Schloss der Familie Gottschalk als Zweitschloss gekauft haben. Angeblich fährt er auch Maserati...

  • PV ist "high tech" und deshalb können es nur die Deutschen und nicht die Chinesen!
    Das sagten jedenfalls die "Grünlinge"; diese wurden aber von der Realität eingeholt.
    Sie sagten auch: "Deutsdchland ist das sonnenreichste Land der Welt, hier scheint die Sonne 24/7/52.
    Das ist auch richtig; wir haben fast so viele Sonnenstunden wie Island!
    Übrigens: Bei der "EEG-Zwangsabgage" handelt es sich um eine "Anschubsfinanzierung"; und das seit 20 Jahren!
    Und die Energiewende WIRD DEN STROMPREIS NICHT ERHÖHEN!

  • "Solarworld sei im Kern gesund, helfen würde ihm aber dennoch eine staatliche Maßnahme."
    Er will also Protektionismus.
    Dabei ist sein "Geschäftsmodell" auf ewige Subventionen ausgelegt. Bleiben diese aus oder gehen nur minimal zurück, ist seine Firma pleite.

    "Helfen würde dem Unternehmen, wenn die Europäische Union endlich Zölle für Billig-Importe aus China einführen würde, sagte Asbeck dem Handelsblatt."

    Falsch! Helfen würde es den Bürgern vor allem, wenn diese sinnlose EEG-Zwangsabgabe abgeschafft würde.
    Heute ist sie eine Lizenz zum Gelddrucken.

    "Solarworld kämpft wie die Konkurrenten mit den Überkapazitäten und dem Preisverfall in der Branche. Von Januar bis September 2012 verbuchte Solarworld einen operativen Verlust von 189,6 Millionen Euro und verbrannte 60 Prozent seiner liquiden Mittel sowie 40 Prozent des Eigenkapitals."

    Wenn die Sonne untergeht ...

    "Die von einem möglichen Schuldenschnitt betroffenen Anleihen gingen am Freitag auf Talfahrt. Die Solarworld-Anleihen mit den Laufzeiten bis 2016 und 2017 fallen jeweils um mehr 40 Prozent. Schuldenschnitt hin oder her, die Gläubiger werden jetzt schon kaum etwas von ihrem Geld wiedersehen."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%