Energie

Solarworld-Chef
Asbeck will Millionen in Firmenrettung investieren

Frank Asbeck, der Firmengründer von Solarworld, will sich mit einem zweistelligen Millionenbetrag an der Rettung seines Unternehmens beteiligen. Zudem macht er Hoffnung auf Investitionen aus Katar.
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BonnSolarworld-Chef Frank Asbeck will sich an der Rettung des angeschlagenen Solarkonzerns finanziell beteiligen. „Ich plane, einen zweistelligen Millionenbetrag zu investieren“, sagte der Firmengründer dem Handelsblatt (Freitagausgabe). Um das Überleben von Solarworld zu sichern, sollen die Schulden um 60 Prozent auf 350 Millionen Euro gesenkt werden. Für den Verzicht auf ihr Geld sollen die Gläubiger neue Aktien des Bonner Unternehmens erhalten.

Der Anteil von Hauptaktionär Asbeck wird von derzeit 28 auf dann 1,4 Prozent zunächst verwässert. Er betonte, dass er durch den Kauf neuer Aktien seine Beteiligung anschließend „signifikant“ erhöhen werde. Laut Finanzkreisen soll der Anteil wieder bei über 20 Prozent liegen. Asbeck bestätigte Gespräche mit Katar Solar Technologies. „Unser Joint Venture-Partner in Katar ist interessiert, sich als zweiter Investor neben mir an Solarworld signifikant zu engagieren.“

Der Firmengründer verteidigte in dem Interview den Kauf eines Schlosses von Thomas Gottschalk, der just in dem Moment bekannt wurde, als Solarworld seine finanzielle Misere einräumen musste. „Natürlich macht sich eine Schlagzeile à la „Der Sonnengott mit seinem Schloss“ gut, aber das ist meine Privatsache.“ Andere Vorstandsvorsitzende wohnten auch nicht in einer Zweizimmer-Wohnung. „Das Schloss war ein richtiges Denkmal-Schnäppchen, aber verraten Sie es nicht Thea Gottschalk“, sagte Asbeck.

Solarworld ist mit dem durch Billigimporte aus China ausgelösten Preisverfall für Solarmodule in finanzielle Nöte geraten. Parallel zu den Gesprächen über den Schuldenschnitt kämpft Asbeck im Verbund mit anderen europäischen Solarfirmen für Anti-Dumping-Zölle auf chinesische Module. „Es gibt keinen freien Handel, solange China dumpt und subventioniert, was das Zeug hält.“ Europa müsse dagegen halten, sonst werde eine Industrie nach der anderen aufgerollt. „Erst Solar, dann Telekommunikation und dann der Maschinenbau.“

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Kommentare zu " Solarworld-Chef : Asbeck will Millionen in Firmenrettung investieren"

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  • Solarworld kommt von über 50,heute 0,77.Damit erübrigt sich jeder weitere Kommentar zu diesem Kapitalvernichter aller erster Güte.

  • Die direkten Lohnkosten einer Solarzellenfertigung mögen gering sein, andere Kosten sind es nicht.

    In China ist es preiswerter Produktionshallen zu errichten. Die diversen Dienste die ein Unternehmen benötigt sind günstiger. Es besteht eine Infrastrukur in der Halbleiter- und Elektronikfertigung. Energie und Strom sind günstiger. Die Entsorgung der enormen Giftmüllmengen dieser umweltschädlichen Technik ist günstiger.

    Vandale

  • Da bei Solar-Modulen Lohnkosten vernachlässigbar gering sind, stellt sich durchaus die Frage, in wie weit chinesische Firmen da via Subvenionen gesponsert werden. Neben EU muss sich auch die WTO sich des Themas annehmen.

    Zum Thema "Handelskrieg":
    China wird kaum ein Interesse daran haben können.

    Wenn es denn tatsächlich soweit kommen sollte, -drohen ist halt Politik-, mal sehen, wie das Standing von Europas Politikern ist, herumeiern ist immer ein Schwächesignal.

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