Solarworld: Der Sonnenkönig kann wieder strahlen

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Der Sonnenkönig kann wieder strahlen

Nach dem Schuldenschnitt kämpft sich Solarworld aus der Krise. Der Umsatz steigt, die Verluste schrumpfen und auch die Aussichten sind rosig. Doch über dem Solarpionier schwebt weiter ein Damoklesschwert.

BonnFür Frank Asbeck scheint wieder die Sonne. Der Gründer und Chef von Solarworld, Deutschlands größtem Photovoltaikkonzern, musste bei der Präsentation der Geschäftszahlen in seinem Bonner Vertriebszentrum sogar die Jalousien und Rollläden vollständig schließen, um nicht andauernd geblendet zu werden. Trotz Abdunkelung strahlte der Solarpionier über das ganze Gesicht. Nach schwerer Krise geht es für Solarworld wieder aufwärts.

„Wir laufen in allen Produktionsstädten auf 105 Prozent – alles brummt“, frohlockte Asbeck. Sein Unternehmen erwirtschaftete 2015 einen Umsatz von rund 764 Millionen Euro. Ein Plus von 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Anders als von Sonnenkönig Asbeck versprochen, hat der börsennotierte Konzern aber auch im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von rund 4,2 Millionen Euro eingefahren. Der Trend ist allerdings positiv. Schließlich machte Solarworld 2014 noch einen Verlust von rund 44 Millionen Euro. Und auch die Aussichten für den Bonner Solarmodulhersteller sind gut.

Das Analysehaus IHS Technology prognostiziert alleine für dieses Jahr ein weltweites Wachstum bei neu errichteten Photovoltaikanlagen von rund 14 Prozent. Wurden bereits 2015 Solaranlagen mit einer Leistung von 58,8 Gigawatt neu errichtet, sollen es dieses Jahr schon 68,7 Gigawatt sein. Im Schnitt prophezeit IHS Technology der Solarbranche bis 2019 ein Wachstum von sieben Prozent pro Jahr. „Der Solarmarkt ist voll intakt“, erklärte Asbeck. Nachsatz: „Ich sage voraus, dass wir im Jahr 2020 über 100 Gigawatt an Solar-Neuaufbau haben werden“.

Der Umsatz von Solarworld soll 2016 um 20 Prozent steigen und Konzern-Boss Asbeck will dieses Jahr endlich wieder ein positives Ergebnis vorlegen. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll im zweistelligen Millionenbereich liegen. Solarworld profitiert insbesondere von dem Solarboom in den USA.

Ende vergangen Jahres wurden die in den Vereinigten Staaten gültigen Steuererleichterungen von anfangs bis zu 30 Prozent auf Solar- und Windenergieanlagen entgegen allen Erwartungen um weitere fünf Jahre verlängert. „Das ist ein Markttreiber erster Güte“, jubelte Asbeck. Da Solarworld schon heute mehr als die Hälfte seines Umsatzes in den USA generiert, profitiert der Konzern überproportional von den verlängerten Fördermaßnahmen. Dennoch besteht bei Solarworld für Anleger Sonnenbrandgefahr.

Im Tagesgeschäft verbrennt das Unternehmen zwar kein Geld mehr. Aber es drücken noch immer Schulden in der Höhe von 217 Millionen Euro – das entspricht mehr als einem Viertel des Umsatzes. Das Eigenkapital schrumpfte um fast zwei Prozent; die Ausgaben für Forschung und Entwicklung wurden um rund sechs Prozent zurückgefahren. Und über dem gesamten Konzern schwebt noch immer ein Damoklesschwert – ein existenzbedrohender Rechtsstreit.

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