Energie

Solarworld Aktionäre nehmen Konzernchef in die Mange

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Zweifel an Solarworld-Strategie
„Es zeugt von mangelndem Anstand, dass sie nicht zurücktreten“, sagt ein Anleger zu Frank Asbeck. Für den Geschäftsführer von Solarworld ist die Aktionärsversammlung ein Debakel. Quelle: Reuters

„Es zeugt von mangelndem Anstand, dass sie nicht zurücktreten“, sagt ein Anleger zu Frank Asbeck. Für den Geschäftsführer von Solarworld ist die Aktionärsversammlung ein Debakel.

(Foto: Reuters)

Ein Kleinaktionärin warf Asbeck „Selbstbereicherung“ und „Großkotzigkeit“ vor und legte ihm indirekt den Rücktritt nahe. „Es zeugt von mangelndem Anstand, dass sie nicht zurücktreten.“ Sie wie auch andere Aktionäre kritisierte, dass er für nur zehn Millionen Euro künftig wieder rund 20 Prozent an Solarworld halten wird.

Sollten die Aktionäre ihre Zustimmung verweigern, wäre Asbeck im letzten Moment gescheitert und müsste wohl den Gang zum Insolvenzgericht antreten. Zu Wochenbeginn hatten die Gläubiger einer 150-Millionen-Euro-Anleihe sowie einer 400-Millionen-Euro-Anleihe zu beinahe 100 Prozent ihre Zustimmung erteilt. Zuvor hatte Asbeck bereits die Schuldscheingläubiger von seinen Plänen überzeugen können.

Die Gläubiger lassen sich die Rettung des einstigen Branchenprimus einiges kosten. Die Sanierungspläne sehen unter anderem einen Kapitalschnitt vor. Die Gläubiger tauschen 55 Prozent ihrer Forderungen in Aktien, den Altaktionären bleiben dann ganze fünf Prozent an Solarworld.

Auch Asbeck, der derzeit mehr als ein Viertel der Anteile hält, käme nicht ungeschoren davon. Um seinen Anteil nach dem Schuldenschnitt wieder aufzustocken, will er in seine Privatschatulle greifen und rund zehn Millionen Euro in Solarworld stecken. Damit könnte er seinen Anteil wieder auf knapp 21 Prozent erhöhen.

Der katarische Partner Qatar Solar will mit 35 Millionen Euro einsteigen und soll dafür 29 Prozent der Solarworld-Anteile erhalten. Zudem will er 50 Millionen Euro als Kredit zuschießen. Mit den Transaktionen senkt Solarworld seinen Schuldenstand von derzeit knapp eine Milliarde Euro auf rund 400 Millionen Euro. Den dann deutlich niedrigeren Schuldendienst hofft Asbeck erwirtschaften zu können.

  • rtr
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2 Kommentare zu "Solarworld: Aktionäre nehmen Konzernchef in die Mange"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Leider wollten die Aktionäre nicht sehen, dass Erneuerbare Energie (als Ersatz unserer über Jahrzehnte bestens funktionierenden Stromproduktion) ein gigantischer Schwindel von Anfang an gewesen ist. Außer in Deutschland denkt niemand in der Welt daran, diesen Unfug zu veranstalten.

  • so lange herr asbeck sich regelmässig schlösser kaufen kann, wird dem das alles egal sein.

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