Energie

Sonnenstrom direkt vom Hausdach
Mieterstrom – grün, günstig, unsolidarisch?

Wer ein Haus besitzt, kann sich mit einer Solaranlage billig mit Ökostrom versorgen. Mieter können das nicht. Das soll sich nun ändern. Doch Kritiker warnen: Nur eine Minderheit profitiert – die Mehrheit zahlt drauf.
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DüsseldorfMan musste kein Ökofantast sein, um Anfang des Jahrhunderts plötzlich zum Sonnenanbeter zu werden. Denn der Kauf einer Photovoltaikanlage ist in Deutschland seit dem Jahr 2000 nicht nur gut fürs Klima, sondern auch für die eigene Geldbörse. Solaranlagen fungieren seitdem als so etwas wie Sparkassen auf dem Dach. Sie sind eine solide und nachhaltige Kapitalanlage. Gerade die Solarkapitalisten der ersten Stunde werden für ihren Pioniergeist reich beschenkt.

Für jede Kilowattstunde Sonnenstrom, die sie mit ihren Solaranlagen ins Stromnetz einspeisen, erhalten sie mehr als 50 Cent aufs Konto überwiesen – garantiert über 20 Jahre hinweg. So regelt es das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das die damalige rot-grüne Bundesregierung beschloss. Wer rechtzeitig investierte, verdient mit dem EEG bis heute prächtig – vorausgesetzt, man wohnte im Eigenheim. Mieter kamen nämlich weder in den Genuss der Fördermillionen für Solarenergie, noch konnten sie sich günstig mit Ökostrom selbst versorgen. Und auch von den rasant fallenden Preisen für Photovoltaikmodule profitieren sie kaum. Bis jetzt.

Am Donnerstag verabschiedete der Bundestag ein Gesetz, das es künftig auch Mietern ermöglicht, Sonnenstrom direkt vom Hausdach zu beziehen. Konkret vorgesehen ist eine direkte Förderung für lokal erzeugten Solarstrom in der Höhe von bis zu 3,8 Cent pro Kilowattstunde, wenn der Strom im Hausnetz an Mieter geliefert wird – zu einem Preis, der mindestens zehn Prozent günstiger sein muss als der örtliche Grundversorgertarif.

Mieter sind aber nicht dazu verpflichtet, den Strom vom Dach des Wohnhauseigentümers zu beziehen. Überschüssiger Strom kann genauso gut ins Netz eingespeist und vergütet werden.

Die Grünstromlobby jubelt über den Beschluss. Die Energiewende erreiche nun endlich auch die Innenstädte. Viele Politiker und der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) sehen das Mieterstromgesetz gar als „Gebot der sozialen Gerechtigkeit“. Doch was wie eine überfällige Gleichberechtigungsmaßnahme daherkommt, könnte in Wahrheit die ohnehin ungleich verteilte Kostenlast im Zuge der Energiewende weiter verschärfen. Profitiert wieder nur eine Minderheit, während für die Mehrheit der Verbraucher die Kosten steigen?

Tim Meyer will davon nichts wissen. Der Leiter für den Geschäftsbereich Dezentrale Energieversorgung beim Düsseldorfer Ökostromanbieter Naturstrom sieht nur Profiteure des neuen Gesetzes. Mieter könnten durch dieses Modell Stromkosten von „30 bis 100 Euro pro Jahr einsparen im Vergleich zum örtlichen Grundversorgungstarif“, sagte Meyer dem Handelsblatt. Wohnhauseigentümer würden ihre Immobilie mit dem Mieterstromkonzept „aufwerten“ und ihre Nebenkosten „reduzieren“. Und am Ende mache sich das Konzept ohnehin für alle bezahlt. Warum?

„Weil die Energiewende gewünscht ist und Mieterstrom das wahrscheinlich effizienteste und eleganteste Mittel ist, um die Ausbauziele für Photovoltaik zu erreichen“, erklärt Meyer. Zudem sei es sinnvoll, den Strom da zu produzieren, wo er verbraucht wird, also direkt in den städtischen Ballungsräumen. Dadurch würde der teure Netzausbau teilweise obsolet – ein Kostenvorteil, von dem „breite Bevölkerungsschichten“ profitieren, nicht nur Eigenheimbesitzer.

Meyer hat sich von Anfang an für das neue Gesetz stark gemacht. Sein Unternehmen ist aktuell in mehr als 20 Mieterstrom-Projekten involviert. Naturstrom hofft, dass dieses noch recht kleine Geschäftssegment durch die angedachten Zuschüsse in Zukunft kräftig wächst. Auch die Photovoltaikindustrie verspricht sich durch das neue Gesetz eine Belebung des über die vergangenen Jahre daniederliegenden heimischen Solarmarktes.  

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  • "Für jede Kilowattstunde Sonnenstrom, die sie mit ihren Solaranlagen ins Stromnetz einspeisen, erhalten sie mehr als 50 Cent aufs Konto überwiesen – garantiert über 20 Jahre hinweg. So regelt es das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das die damalige rot-grüne Bundesregierung beschloss."

    Wohl dem, der reich genug ist, um in ökologisch sinnlose Solaranlagen zu investieren. Erhält er doch, von rot-grün unter Mithilfe der CDU-Raute organisiert und anschließende staatlich garantiert, seinen "Gewinn", den gerade der Mini- oder Teilzeitjobber/Geringverdiener mit immer weiter steigenden Stromkosten und "Umlagen" finanziert.

    So sieht die reale, soziale "Gerechtigkeit" in Merkeldeutschland und "fortschrittliche", "zukunftsorientierte" Rot-Grüne-Lobbypolitik aus.

  • Es handelt sich dabei schlicht um ein neues Subventionssystem für den wertlosen, umweltschädlichen Solarstrom. Dabei wird bei vielen Menschen die Illusion erweckt Selbstverbraucher zu sein, manche kommen gar auf die Idee sie würden Gutes tun (analog sog. Flüchtlingshelfer) anstatt sich des eigenen Schmarotzertums bewusst zu werden.

    Der umweltschädliche Solarstrom wird entsprechend den Launen des Wetters, der Tages- und Jahreszeit erzeugt. In einem bedarfsgesteuertem Netz ist solcher Strom nahezu wertlos.

    Ein Arbeitnehmerhaushalt benötigt meist morgens wenn die Sonne noch nicht scheint und abends wenn die Sonne kaum noch scheint Strom. Der Bedarf eines Haushalts schwankt von 0 - 5kW in Sekundenbruchteilen. Die Sonne kann solchen Verbrauchsschwankungen nicht folgen.

    Deshalb bleiben alle "Solarselbstversorger" an das Netz angeschlossen. Sie speisen wertlosen Solarstrom ein und erhalten frequenzstabilen, bedarfsgerechten Strom aus dem Netz. Die Versorger halten Netz- und Erzeugerkapazitäten, teils befeuert vor.

    Im aktuellen Tarifsystem wird gem. kWh bezahlt. Damit abgegolten sind Steuern, Abgaben > 50% des Strompreises, Netz, Regelenergie, Kraftwerkskapazitäten, bis hin zum Brennstoff. Wenn man Leistungen separat berechnet dann ist es um den "günstigen Ökostrom" bzw. dieses Subventionssystem geschehen.

  • Grundsätzlich gilt: die EEG-Vergütungen werden Windrad- und Solarbaronen FEST VERSPROCHEN. Das scheint bis heute immer noch nicht jedem klar zu sein. Derzeit werden laut BDEW (siehe Strompreisanalyse 2017) 24 Milliarden Euro umverteilt.

    Wenn sich nun zunehmend Eigenheimbesitzer und nun auch noch Mieter "selbst versorgen", dann sinkt die Anzahl der Schultern, die den gigantischen EEG-Umverteilungskuchen schultern müssen. Nach der Logik des EEG-Gesetzes steigt dann für die restlichen Stromkunden die Umlage und somit der Strompreis. Sozial sind die am meisten betroffen, die sich weder ein Eigenheim oder eine Mietwohnung -jeweils mit Solaranlage- leisten können.

    Undd as sind dann die, die CDU, SPD und Grüne wählen. :)
    Bravo!

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