Energie

Sprit-Transparenzstelle

Mal eben 15 Cent pro Liter sparen

Die Transparenzstelle für Benzinpreise hat die Testphase beendet und arbeitet nun im Normalbetrieb. Sinkende Spritpreise sind bislang ausgeblieben. Trotzdem können Autofahrer an der Zapfsäule viel sparen – noch.
Update: 03.12.2013 - 12:16 Uhr 16 Kommentare
Transparente Spritkosten: Die Benzin-Transparenzstelle hat die Testphase abgeschlossen. Quelle: dpa

Transparente Spritkosten: Die Benzin-Transparenzstelle hat die Testphase abgeschlossen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfGegen Nachmittag purzeln die Preise an der Zapfsäule. Denn wenn der große Ansturm der Berufspendler vorbei ist, senken Mineralölkonzerne und Tankstellenpächter die Spritpreise. Ein Beispiel: Im Düsseldorfer Osten verlangte eine Shell-Tankstelle an einem Vormittag Ende November 1,579 Euro je Liter Super E10 – der Spitzenreiter in der Stadt und zwölf Cent teurer als der billigste Anbieter. Am Nachmittag nahm der Spitzenreiter dann den Preis zurück, verlangte 1,479 Euro je Liter und lag damit im Mittelfeld der Tankstellen.

Solche krassen Preisdifferenzen sind die Regel. Seit einigen Wochen können Autofahrer diese Spannen offen nachvollziehen – und entsprechend ausnutzen. Denn seit dem 12. September stellt die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe, so der offizielle Name, Daten über die Spritpreise an Deutschlands Tankstellen bereit.

Über private Internetportale wie Clever-Tanken.de, Spritpreismonitor oder die Seite des Automobilclubs ADAC können Autofahrer dann die aktuellen Preise in ihrer Umgebung abrufen (zur vollständigen Anbieterliste). Zum 1. Dezember stellte das Bundeskartellamt, bei dem die Stelle angesiedelt ist, von der Probephase auf den Normalbertrieb um. „Der Testbetrieb der Markttransparenzstelle lief erfolgreich“, resümiert der scheidende Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). „So schaffen wir mehr Transparenz über die Preise auf den Kraftstoffmärkten. Damit sorgen wir für mehr Wettbewerb.“

Nach den ersten Testmonaten lässt sich aber wohl schon so viel sagen: Die zentrale Datensammlung zauberte keinen Kostenverfall bei Benzin, Diesel & Co. herbei. „Die Einführung der Transparenzstelle hat noch nicht viel bei den Preisen für Benzin und Diesel bewegt“, sagt ein ADAC-Sprecher auf Anfrage von Handelsblatt Online. Allerdings sei es für ein endgültiges Urteil noch zu früh.

Ende Oktober zahlten zwar Autofahrer für einen Liter Super E10 im Schnitt erstmals seit August 2012 weniger als 1,50 Euro. Grund hierfür dürfte laut den Automobilclubs und Energie-Experten aber eher die Seitwärtstendenz beim Ölpreis und die Stärke des Euro sein. Mittlerweile robbte sich der Preis wieder über die Marke von 1,50 Euro. An der Zapfsäule kostet derzeit ein Liter Super E10 im bundesweiten Schnitt 1,519 Euro, meldet der ADAC.

„Richtige Preisbrecher haben sich nicht hervorgetan“
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16 Kommentare zu "Sprit-Transparenzstelle: Mal eben 15 Cent pro Liter sparen"

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  • Mich würde interessieren ob das auf und ab auch bei Autogas stattfindet. Ich habe mir in meinen 530er einen 90 l Gastank einbauen lassen; und fahre jetzt schon seit Jahren zum halben Spritpreis. 10 Cent weniger wären aber ein nettes Zubrot zum Taschengeld meines Söhnchens.

  • Damit die Preise auch wirklich oben bleiben wird am 12.12. in Brüssel die Biokraftstoffquote wahrscheinlich noch erhöht.
    Wurde vor einigen Wochen noch vorgeschlagen, dass 5% reichen, will man nun eine Erhöhung von 6% auf 7% diskutieren.

    Reine E100 / B100 Biokraftstoffe an eigener Zapfsäule hätten, obwohl ökologisch ziemlich sinnlos, immerhin einen Wettbewerbseffekt. Aber unser ZK der "Marktwirtschaftler" will ja unbedingt Quoten.

    So bleibt nur die Hoffnung auf Wettbewerb durch Elektromobilität. 100 km aus einer neuen Photovoltaiklanlage schickt man einen BMW i3 für weniger als 1,60 Euro.
    (Annahme 10 Cent/kWh, 13,7 kWh/100km)

  • Als wenn diese Pseudotransparenz etwas bringen würde. Merkel schlägt über 100% Steuernauf den Spritpreis drauf und die Wähler geben der CDU ihre Stimme. Jeder der CDU/CSU, SPD oder Grüne gewählt hat, sollte sich das Autofahren garnicht mehr leisten können. Das wäre die einzig gerechte Strafe.

  • Entweder die Leute sind zu faul oder haben einfach genug Kohle.

    Kumpel von mir der etwas mehr Geld hat meint immer zu mir" Tank muss voll." Ihm ist es völlig egal welcher Preis an der Zapfsäule steht. Wenn es nach ihm ginge, kann der Preis auch 5 Euro/Liter kosten. Dann hat er wenigstens eine frei Autobahn bzw. leere Straßen und kommt schneller von A nach B. ;-)

    Finde seine Logik irgendwie bestechend. Und ich selber werde sicherlich wegen 5 Cent auch keinen Umweg fahren. Dafür verplemper ich einfach nicht meine Lebenszeit. Wenn es > 30 Cent wären, würde ich drüber nachdenken.

    PS:
    Mir ist klar, dass nicht alle Menschen reich sind.

  • Vielleicht sind das überwiegend Firmenwagen mit Tankkarte, da ist es dem Fahrer egal, was es kostet. Oder die Leute sind zu doof, auf die Preise am Mast zu achten und beschweren sich lieber hinterher, wie sie doch abgezockt wurden. Man weiss es nicht.

  • Ergo: Die Leute sind schon ohne App viel zu faul zu vergleichen, regen sich aber über die Mineralölkonzerne auf.

  • Bin neulich an zwei gegenüberliegenden Tankstellen vorbeigekommen: Aral und Jet. Das Super-Benzin war bei Aral 14 ct teurer als bei Jet! Trotzdem tankten eine Reihe von Leuten bei Aral.

    Solange Verbraucher das tun, ist Benzin einfach zu billig!

  • Schon traurig, wenn man sich sein Leben von ner Zapfsäule bestimmen lassen muss. Spritpreishopper - man gönnt sich ja sonst nix. *lol*

  • Das ist ein Spiel mit der Einfälltigkeit der Deutschen!

    Witschaftspsychologen, Marketingspezialisten, Lobbyisten im Schlepptau mit hörigen Politikern, versklaven den deutschen Michel "nach Strich und Faden"!

    ...und der Michel macht immer und immer wieder sein Kreutzchen an der "richtigen" Stelle, tatsächlich unfähig sich zu wehren!

    Jeder prüfe sich selbst!

  • Richtig!

    Das spricht für die Qualität der Überwachungsstelle.

    Für die Überwachung ist die BaFin zuständig. Es ist an der Zeit, dass die Überwachungsstelle unter die Kontrolle der Verbraucher und nicht der Lobbyisten kommt.

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