Energie

Stahlgeschäft
Schwacher EU-Markt macht Arcelor-Mittal zu schaffen

Die Rohstoffpreise und der scharfe Wettbewerb erhöhen den Preisdruck auf Arcelor-Mittal: Der Stahlkonzern hat vor allem im südeuropäischen Markt zu kämpfen. Das Deutschlandgeschäft läuft dagegen besser.
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KölnDem weltgrößten Stahlkonzern Arcelor-Mittal macht trotz operativer Verbesserungen im Deutschlandgeschäft der Preisdruck gehörig zu schaffen. „Die Stahlindustrie befindet sich nach wie vor in einer relativ schwierigen wirtschaftlichen Lage“, sagte der Chef von Arcelor-Mittal Deutschland, Frank Schulz, am Montag vor Journalisten in Köln. Ursache hierfür seien der scharfe Wettbewerb und die Rohstoffpreise.

Dabei sei die Auslastung der Werke in Deutschland mit über 90 Prozent recht gut. Das Problem seien aber die Margen. „Wir müssen sehen, dass die Margen relativ bescheiden sind.“ Die Deutschland-Tochter hat im vergangenen Jahr ihren Umsatz um eine halbe Milliarde auf 5,5 Milliarden Euro gesteigert.

Im Gegensatz zu 2013 habe die Sparte auch operativ schwarze Zahlen geschrieben, sagte Schulz am Rande einer Presseveranstaltung des Unternehmens. Der Gesamtkonzern hatte kürzlich seine Zahlen für 2014 vorgelegt. Danach stieg der operative Gewinn um 8,5 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar. Zahlen zum Ergebnis im Deutschlandgeschäft veröffentlicht der Konzern nicht.

Der deutsche Markt laufe besser als Europa insgesamt, sagte der Chef der europäischen Flachstahlsparte, Wim Van Gerven. „Das größte Problem in Europa liegt im Süden, nicht in Deutschland.“ Insgesamt habe der EU-Stahlmarkt aber seinen Tiefpunkt durchschritten.

Arcelor-Mittal betreibt in Deutschland Werke in Hamburg, Bremen, Duisburg und Eisenhüttenstadt mit einer Kapazität von insgesamt sieben Millionen Tonnen. Der Konzern beschäftigt hierzulande 9300 Mitarbeiter. 2015 will der Stahlkocher 88 Millionen Euro in das Deutschlandgeschäft investieren.

Sorge bereiten der Branche die Importe aus China und Russland. Russische Hersteller drängten wegen der schwachen Konjunktur im Inland auf den europäischen Markt. „Wir sehen ein Risiko“, sagte Deutschlandchef Schulz. Ein Drittel der Importe in der EU kämen aus China. „Das bereitet uns Kopfschmerzen.“

Der deutsche Branchenprimus Thyssen-Krupp hatte zwar zuletzt in seinem europäischen Stahlgeschäft zugelegt. Dies war aber vor allem Kostensenkungen zu verdanken. Der deutsche Stahlverband erwartet, dass die Schwerindustrie 2015 ihre Rohstahlproduktion hierzulande wie 2014 nur um einen Prozent steigern wird.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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