Energie

Stahlhändler
Klöckner & Co muss mehr Stellen abbauen

Der nach wie vor schwache Stahlmarkt in Europa macht es Klöckner & Co schwer: Der defizitäre Stahlhändler muss seinen Sparplan verschärfen. Insgesamt 70 Standorte sollen diesem nun zum Opfer fallen.
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DüsseldorfDer defizitäre Stahlhändler Klöckner & Co (KlöCo) verschärft sein Sparprogramm und streicht mehr Stellen als bislang geplant. Als Grund nannte Konzernchef Gisbert Rühl am Freitag auf der Hauptversammlung in Düsseldorf den nach wie vor schwachen Stahlmarkt in Europa. Insbesondere in Frankreich fielen weitere Standorte dem Sparzwang zum Opfer. „Insgesamt werden damit etwa 70 Standorte geschlossen beziehungsweise verkauft und über 2000 Mitarbeiter abgebaut“, kündigte Rühl an. Damit fielen beinahe 25 Prozent der Standorte weg und 17 Prozent der Stellen.

Durch das Restrukturierungsprogramm erwartet der Konzern einen jährlichen Ergebnisbeitrag ab 2014 von 160 Millionen Euro. Bislang hatte Rühl rund 1800 Stellen streichen und 60 Standorte schließen wollen. Zum Ende des ersten Quartals hatten bereits 1600 Mitarbeiter den Konzern verlassen.

Finanziell hat sich Rühl Luft verschafft. Der syndizierte Kredit über 360 Millionen Euro sei bis Mai 2016 verlängert worden. „Die im laufenden und im kommenden Jahr zur Rückzahlung anstehenden Fremdmittel können wir problemlos aus der vorhandenen Liquidität begleichen.“

Für 2013 machte Rühl den Aktionären, die zuletzt für 2010 eine Dividende von 30 Cent je Aktie erhalten hatten, wenig Hoffnung auf Besserung. Das angestrebte Ziel eines operativen Gesamtergebnisses von 200 Millionen Euro zu erreichen, sei „zunehmend unrealistisch“. Nach einem Nettoverlust zum Jahresauftakt und einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 29 Millionen Euro rechnet Rühl im zweiten Quartal mit einem Ebitda von 35 bis 45 Millionen Euro. Während in den USA die Markterholung schneller voranschreite als erwartet, befinde „sich die Stahlbranche in Europa in einer tiefen Krise, die sicherlich noch lange Zeit anhält.“ Auch die Nachfrage in Brasilien und China sei zuletzt flau gewesen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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