Energie

Stahlhersteller
Salzgitter streicht 300 Jobs

Der Standort soll erhalten, das Personal aber dezimiert werden: Der Stahlhersteller Salzgitter will in Peine 300 Stellen streichen. Das Zittern um die Jobs hat aber noch kein Ende, konzernweit sollen 1500 Jobs wegfallen.
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Salzgitter/ FrankfurtDeutschlands zweitgrößter Stahlhersteller Salzgitter streicht alleine am verlustreichen Standort Peine rund 300 Stellen. Das sagte ein Unternehmenssprecher am Montag. Mit der massiven Schrumpfkur kommt das Peiner Werk vorerst um eine komplette Schließung herum. Dafür hatte sich auch die Landesregierung stark gemacht, die als Großaktionär ein Vetorecht hat.

In Peine stellen bisher rund 1070 Mitarbeiter Stahlträger her, vor allem für die in Europa seit längerem lahmende Bauindustrie. Der Sprecher betonte, es gebe weiterhin eine Standortgarantie für das Peiner Trägerwerk. Neu sei, dass nun ein tragfähiges Unternehmenskonzept stehe, das Perspektiven zum Fortbestand eröffne und eben auch Jobabbau vorsehe.

Die Streichungen bedeuten in Peine einen Stellenverlust von rund 28 Prozent. Betriebsbedingte Kündigungen sollen dort der letzte Weg sein, Vorrang haben Altersteilzeit, Auflösungsverträge und Versetzungen innerhalb des Konzerns. „Es gibt einen breiten Strauß personalwirtschaftlicher Maßnahmen“, sagte der Unternehmenssprecher.

Allein das Werk in Peine soll den Angaben von Montag nach auf rund eine Million Tonnen Jahresproduktion und gut 800 Arbeitsplätze geschrumpft werden.

Derzeit sind einem Sprecher zufolge dort noch rund 1100 Menschen beschäftigt, die Produktion liegt bei etwa 1,35 Millionen Tonnen. Dem defizitären Standort macht das jähe Ende des Immobilien-Booms in Spanien zu schaffen.

Die IG Metall erklärte, die Vereinbarungen seien ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Der Abbau von Arbeitsplätzen könne jedoch kein Ersatz für eine Zukunftsstrategie sein. „Der Konzernvorstand ist jetzt gefordert, mit Blick auf neue Märkte und Produkte neue Perspektiven zu erschließen“, sagte Hans-Jürgen Urban vom IG Metall-Vorstand in Frankfurt.

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