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Stahlhersteller
Thyssen-Krupp senkt den Verlust

Thyssen-Krupp bekommt die Problemwerke in Brasilien und den USA besser in den Griff. Trotzdem steht unter dem Strich weiter ein Minus: Der Stahlhersteller muss hohe Abschreibungen vornehmen.
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DüsseldorfDer angeschlagene Stahlhersteller Thyssen-Krupp hat im vergangenen Quartal die Verluste bei den Werken in Übersee dank einer höheren Auslastung deutlich verringert. Auch deswegen steigerte der Konzern den operativen Gewinn auf 247 Millionen Euro, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahresabschnitt, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Die Aktien legten am Freitag um bis zu 5,2 Prozent auf 20,72 Euro zu und notierten damit auf dem höchsten Stand seit zwei Jahren.

Von Reuters befragte Analysten hatten den Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von Oktober bis Ende Dezember auf 213 Millionen Euro taxiert. Sondereffekte wie Beteiligungsverkäufe sind aus der Kennziffer herausgerechnet. Unter dem Strich fuhr Thyssen-Krupp allerdings einen Verlust von 69 Millionen Euro ein. Dabei schlugen Abschreibungen im Zusammenhang mit der geplanten Veräußerung der Anteile von 29,9 Prozent an dem finnischen Konkurrenten Outokumpu zu Buche.

Vorstandschef Heinrich Hiesinger bekräftigte die Prognose für das Geschäftsjahr 2013/14 (per Ende September). „Wir sind mit einem guten ersten Quartal in das neue Geschäftsjahr gestartet, ohne dass wir Rückenwind von der Konjunktur hatten.“

Die Zeichen stehen gut, dass Thyssen-Krupp auch gut in das zweite Quartal starten kann. Der Auftragseingang aus fortgeführten Aktivitäten lag mit 10,7 Milliarden Euro deutlich über dem Vorjahresquartal. Bei den Aufträgen lag die Aufzugsparte weit vorne, die vor allem im asiatischen Raum stark zulegen konnte.

Der Vorstand hat sich nach 599 Millionen Euro im vergangenen Geschäftsjahr für die neue Periode einen operativen Gewinn von rund einer Milliarde Euro vorgenommen. Die Kosten sollen um weitere 850 Millionen Euro sinken. Nach drei Milliardenverlusten in Folge will sich Thyssen-Krupp unter dem Strich zumindest wieder in Richtung eines ausgeglichenen Ergebnisses bewegen.

Mit dem US-Werk hat Thyssen-Krupp eines der beiden Überseestahlwerke an Arcelor Mittal und Nippon Steel verkauft. Die Transaktion, die Thyssen-Krupp gut eine Milliarde Euro in die Kasse spülen soll, soll in den kommenden Monaten abgeschlossen sein. Nach einer im Internet veröffentlichten Präsentation soll der operative Gewinn im zweiten Quartal höher als im ersten ausfallen. Im zweiten Quartal des Vorjahres waren es 196 Millionen Euro gewesen.

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  • Schon Bernecker sagte im letzten Jahr, dass die deutsche Stahlwirschaft richtungsweisend für die deutsche Wirtschaft ist. Mal sehen, wie gut wir wirklich auf der Krise heraus sind.

    Aber ein paar Calls auf Stahl kann wohl nicht schaden.

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