Energie

Stahlindustrie
Thyssen-Krupp kommt bei Werksverkauf nicht voran

Stillstand bei Thyssen-Krupp: Seit über einem Jahr dauern die Gespräche über einen Verkauf der verlustträchtigen Stahlwerke nun an, doch ein Abschluss ist nicht in Sicht. Der Aufsichtsrat berät sich heute Nachmittag.
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EssenBei den seit über einem Jahr andauernden Gesprächen über einen Verkauf der verlustträchtigen Stahlwerke in Übersee kommt Thyssen-Krupp offenbar nicht voran. Nach einer am Dienstagnachmittag geplanten Sitzung des Aufsichtsrats seien keine Mitteilungen zu erwarten, hieß es im Umfeld des Unternehmens. Bereits am Vorabend hatte ein Sprecher einen Zeitungsbericht zu einer möglichen Absage des Verkaufs zurückgewiesen.

Der Vorstand werde den Verkauf der beiden Werke in Brasilien und den USA abbrechen und eine Kapitalerhöhung starten, hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Dienstag) berichtet und sich dabei auf das Konzernumfeld berufen.

Neben dem Stand der Verkaufsverhandlungen für die Werke in Brasilien und den USA werde es bei der Sitzung auch um die angespannte Eigenkapitalsituation und die Lage bei den Kartellverfahren gehen, berichtete die Zeitung. Noch im vergangenen Monat hatte dass Unternehmen mitgeteilt, die Gespräche mit einem führenden Bieter seien „weit fortgeschritten“. Konzernchef Heinrich Hiesinger hatte die Gespräche als „hochkomplex“ bezeichnet.

Die erst 2010 eröffneten Stahlwerke haben sich für Thyssen-Krupp zu einem Milliardengrab entwickelt: Die Anlagen stehen noch mit 3,4 Milliarden Euro in den Büchern, gekostet haben sie bislang zusammen rund zwölf Milliarden Euro. Die Werke haben das Eigenkapital von Thyssen-Krupp stark schrumpfen lassen.

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2012/2013 (30.9.) hatte der Konzern einen Verlust von 1,205 Milliarden Euro eingefahren. Ursache dafür waren vor allem Abschreibungen auf Fehlinvestitionen in die Stahlwerksprojekte in Übersee.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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