Energie

Stahlkocher
Salzgitter-Aufsichtsrat genehmigt Arbeitsplatzabbau

Das angeschlagene Unternehmen kann mit der Sanierung beginnen. Sowohl Gewerkschaft als auch Aufsichtsrat haben den Umbauplänen zugestimmt. Um sein Überleben zu sichern, trennt sich der Stahlkocher von 1500 Arbeitern.
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HamburgDer angeschlagene Stahlkonzern Salzgitter kann die Sanierung angehen. Der Aufsichtsrat segnete am Donnerstag die Neustrukturierung des Konzerns ab, bei der mehr als 1500 der gut 23.000 Vollzeitstellen wegfallen sollen. Der Vorstand wird zugleich auf drei Mitglieder halbiert. Mit der Neuordnung der Geschäftsbereiche und der Unterzeichnung des Zukunftsvertrages mit der IG Metall seien alle Voraussetzungen geschaffen, um den Konzern in der Branchenkrise zu stabilisieren, teilte Salzgitter mit. Das Programm diene zugleich der Absicherung der Eigenständigkeit des Unternehmens und dem Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze.

Das Land Niedersachsen als größter Einzelaktionär hatte der Umstrukturierung des ThyssenKrupp -Konkurrenten bereits zugestimmt und damit den Weg für das Votum im Kontrollrat freigemacht. Knackpunkt in den Verhandlungen war zuvor das defizitäre Werk in Peine, in dem rund 1100 Mitarbeiter Stahlträger für die Baubranche herstellen. Das erst vor kurzem für 400 Millionen Euro modernisierte Traditionswerk soll zwar erhalten werden, die Zahl der Arbeitsplätze schrumpft aber auf gut 800 Stellen.

Mit der Neuordnung soll der als verschachtelt geltende Salzgitter-Konzern übersichtlicher und effektiver werden. Dazu wird die bisherige Organisation anhand von Produktenbereichen durch eine ersetzt, die sich stärker an großen Kunden und Märkten orientiert. Die Konzerngesellschaften werden fünf Geschäftsbereichen mit eigenen Spartenchefs zugeordnet: Flachstahl, Grobblech/Profilstahl, Energie, Handel und Technologie. Damit erhält die Ebene unterhalb des Vorstands mehr Gewicht.

Salzgitter reagiert damit auf die Krise in der Stahlindustrie, die auch Konkurrenten wie Weltmarktführer ArcelorMittal und ThyssenKrupp zu Einsparungen zwingt. Die Niedersachsen hatten unlängst ihren Ausblick zum zweiten Mal binnen weniger Monate gesenkt und rechnen nun für 2013 mit einem Vorsteuerverlust von 400 Millionen Euro.

Für die Verkleinerung des Vorstands muss kein Manager entlassen werden, denn die Verträge von Röhrenchef Wolfgang Eding und Handelsvorstand Heinz Groschke laufen Ende September kommenden Jahres aus. Beide sind dann Mitte 60. Bis zum Eintritt in den Ruhestand bleiben sie im Vorstand und fungieren als Leiter der Sparten Energie und Handel. Einen weiteren Vorstandsbereich hat Konzernchef Heinz Jörg Fuhrmann mitübernommen.

Zum Management gehören noch Finanzchef Burkhard Becker und Personalvorstand Michael Kieckbusch. Mit drei Posten - Vorstands, Finanz- und Personalchef - kommt inzwischen auch der deutsche Branchenführer ThyssenKrupp aus. Der Essener Konzern hatte jüngst auch das Management seiner Stahltochter gestrafft.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Stahlkocher: Salzgitter-Aufsichtsrat genehmigt Arbeitsplatzabbau"

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  • Hey, die Konjunktur zieht doch so mächtig an!
    Die wollen doch laut Presse alle mächtig einstellen.
    Was soll denn diese Lüge hier als Artikel. Das wurde doch alles falsch verstanden, vorsätzlich natürlich!

    Richtig muss es lauten das der "Dienstleistungssektor so dringend Fachkräfte braucht, dass selbst Baron Thyssen ein Einsehen hat und Superminister Sameco-Clement eine solidarische Hilfe in Höhe von 1500 treuen Facharbeitern zur Verfügung stellt um den Fachkräftemangel der armen Konkurrenz zu mildern. Biblische Nächstenliebe, sonst gar nichts lieber Abel... gez. Dein Bruder.

  • Wieder ist die Gewerkschaft für Arbeitsplatzvernichtung! Wieder weigert sie sich die verantwortlichen Manager zur Rechenschaft zu ziehen. Warum ist die Gewerkschaft nicht für Arbeitsplatzerhaltung undschreitet vorher ein?

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