Energie

Stahlkonzern Outokumpu
Das nächste Aus für ein Werk in Bochum?

Nach der Übernahme der Thyssen-Krupp-Tochter Inoxum steht der weltgrößte Edelstahlproduzent Outokumpu weiter unter Druck. Die Finnen streichen 2500 Stellen in Deutschland – die Lage ist ernst.
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Helsinki/KrefeldIm Handelsblatt hatte Outokumpu-Chef Mika Seitovirta im Januar angekündigt: Sollte die Konjunktur sich weiter abkühlen, werde der finnisch Stallkonzern noch mehr Stellen abbauen als zunächst geplant. Die pessimistische Variante ist jetzt eingetreten. Das Streichkonzert könnte das Ende für ein zweites Werk bedeuten – ausgerechnet in Bochum, wo bereits die Opel-Produktion vor dem Ende steht.

Der Edelstahl-Produzent Outokumpu will nach der Übernahme der Thyssen-Krupp-Tochter Inoxum in diesem Jahr bis zu 570 Stellen in Deutschland streichen. Bis Ende 2013 werde das ehemalige Thyssen-Krupp-Edelstahlwerk in Krefeld geschlossen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Helsinki mit. Insgesamt sei im laufenden Jahr die Streichung von weltweit 770 Stellen geplant. Die Stellenstreichungen sollen sozialverträglich erfolgen.

Bereits bei der Übernahme der Thyssen-Krupp-Edelstahltochter im vergangenen Jahr hatte das finnische Unternehmen neben der Schließung des Werks in Krefeld auch ein mögliches Aus für das Werk in Bochum bis Ende 2016 in Aussicht gestellt. Zuvor werde bis Ende 2015 jedoch noch die Wirtschaftlichkeit des Werks auf den Prüfstand gestellt, teilte Outokumpu auf Anfrage mit.

Bis zum Jahr 2017 will das Unternehmen weltweit sein Sparprogramm verschärfen und 2500 Stellen streichen. Noch im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen den Abbau von lediglich 2000 Jobs in diesem Zeitraum angekündigt. Hintergrund sei ein weiter „schwieriges Marktumfeld“, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit.

Unter dem Strich fiel zwischen Januar und März ein Verlust von 152 Millionen Euro nach 12 Millionen Gewinn vor einem Jahr an. Die übliche Belebung im ersten Quartal sei angesichts der Wirtschaftskrise in weiten Teilen Europas schwächer als erwartet ausgefallen, hieß es. Im Gesamtjahr 2012 hatte das Minus bei 536 Millionen Euro gelegen.

Thyssen-Krupp ist seit dem Inoxum-Verkauf mit 29,9 Prozent an dem finnischen Konzern beteiligt. Im Rahmen der Edelstahl-Ehe hatte das Essener Unternehmen auch die Übernahme von 600 Mitarbeitern zugesagt. Diese Vereinbarung habe weiterhin Bestand, betonten Sprecher der beiden Unternehmen auf Anfrage.

Die Edelstahlbranche kämpft seit Jahren mit Verlusten. Grund sind hohe Kapazitäten, die auf eine geringe Nachfrage treffen. Die Folge ist ein erheblicher Preisdruck. Um die Konsolidierung der Branche voranzutreiben, hatte Outokumpu im Dezember Inoxum übernommen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Stahlkonzern Outokumpu: Das nächste Aus für ein Werk in Bochum?"

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  • So muß mal wieder der normale Arbeiter für Managementfehler der ThyssenKrupp bluten.
    12 mrd.verlust aus dem Projekt Brasilien und Alabama in den Sand gesetzt.
    Wie immer gehen Vorstand mit goldenem Handschlag, dem Arbeiter nur der Gang zum Arbeitsamt danach Hartz4 !

  • So langsam kommt die permanete Systemkrise auch nach Deutschland. Aber wir können ja dann von den Allmosen unserer Reichen leben. Schließlich geht es Deutschland ja lt. FDP-zensierten-Armutsbericht sehr gut!

  • Die arbeitslosen Stahlarbeiter können einfach auf Ethikrat, Waldorfkindergärtner oder Migrationsbeauftragter umschulen.

    In diesen Berufen herrscht dank der rot-günen Gutmenschen in NRW ein enormer Bedarf!

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