Energie

Stahlkonzern
Preisverfall macht Arcelor Mittal zu schaffen

Hohe Rohstoffpreise haben die Stahlbranche lange belastet. Bei Arcelor Mittal ist es nun umgekehrt. Der Weltmarktführer hatte seine eigene Förderung ausgebaut. Dass nun die Preise sinken, macht dem Konzern zu schaffen.
  • 0

LuxemburgArcelor Mittal hat der Hoffnung auf eine schnelle Erholung in der Stahlbranche einen herben Dämpfer verpasst. Der weltgrößte Stahlhersteller senkte am Freitag in Luxemburg seine Prognose und erwartet in diesem Jahr nur noch ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von gut sieben Milliarden US-Dollar. Der Vorstand begründete den Schritt mit dem deutlichen Rückgang der Eisenerzpreise. Der Aufwärtstrend im Stahlgeschäft reicht bislang nicht aus, um diese Belastung wettzumachen.

Arcelor Mittal wollte das Ebitda ursprünglich um gut eine Milliarde auf rund 8 Milliarden US-Dollar steigern. Doch die stark gesunkenen Preise für Eisenerz machten die Kalkulation hinfällig. Der Konzern hatte anders als die deutschen Konkurrenten ThyssenKrupp und Salzgitter angesichts lange steigender Erzpreise in den vergangenen Jahren kräftig in den Aufbau einer eigenen Förderung investiert. Das zahlt sich derzeit nicht aus. Die Börse reagierte enttäuscht. Die Aktie verlor am Vormittag fast 6 Prozent an Wert.

Der alten Arcelor Mittal-Prognose lag ein Erzpreis von 120 Dollar pro Tonne zugrunde. Zuletzt war der Preis für den wichtigsten Rohstoff in der Stahlherstellung allerdings erstmals seit 2012 unter die Marke von 90 Dollar gerutscht. Das liegt unter anderem an den Sorgen vor einer Abschwächung des Wachstums in China. Zudem haben viele Bergbaukonzerne ähnlich wie Arcelor Mittal in Zeiten steigender Preise neue Förderprojekte begonnen, bei denen nun der Betrieb beginnt. So stößt ein größeres Angebot auf eine verhaltene Nachfrage. In der neuen Prognose rechnet Arcelor Mittal mit einem Durchschnittspreis von 105 Dollar in diesem Jahr.

Für sein Kerngeschäft - die Stahlproduktion - zeigt sich der Konzern hingegen zunehmend optimistisch. Auf seinen beiden lange schwachen Hauptmärkten erwartet der Vorstand eine weiter steigende Nachfrage. In Europa soll es in diesem Jahr nun 4 Prozent nach oben gehen, in den USA sogar um 6 Prozent. Im Bundesstaat Alabama hatte der Konzern zusammen mit Nippon Steel im ersten Quartal das neue Stahlwerk von ThyssenKrupp für gut 1,5 Milliarden Dollar übernommen.

Im zweiten Quartal steigerte Arcelor Mittal seinen Umsatz um 2,5 Prozent auf 20,7 Milliarden Dollar. Das Ebitda kletterte um 3,7 Prozent auf 1,76 Milliarden Dollar. Unter dem Strich blieb erstmals seit zwei Jahren wieder ein leichter Quartalsgewinn von 52 Millionen Dollar übrig - nach 780 Millionen Verlust ein Jahr zuvor. Die Folgen der Ukraine-Krise halten sich derweil in Grenzen. Der Konzern steigerte dort sogar seine Produktion.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Stahlkonzern: Preisverfall macht Arcelor Mittal zu schaffen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%