Energie

Stahlproduzent Arcelor-Mittal
Lakshmi Mittal glaubt wieder an Europa

Arcelor-Mittal rechnet mit einer sinkenden weltweiten Nachfrage nach Stahl. Das liegt vor allem am flauen Wachstum in China. Konzernchef Lakshmi Mittal glaubt aber, dass die Krise in Europa jetzt überwunden ist.
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Brüssel/DüsseldorfAusgerechnet der seit Jahren vor sich hin dümpelnde europäische Stahlmarkt wird zum Hoffnungsträger des weltgrößten Stahlproduzenten Arcelor-Mittal. So schraubte der Konzern seine Wachstumsprognose deutlich auf bis zu 2,5 Prozent nach oben: „Das Ende der Griechenland-Krise, aber auch die günstigen Öl- und Gaspreise werden Europas wirtschaftliche Erholung voranbringen“, sagte Vorstandschef Lakshmi Mittal am Freitag.

Das Anziehen der Nachfrage auf dem alten Kontinent werde die Schwäche in anderen Regionen ausgleichen. So erwartet Mittal für China und die USA einen leichten Rückgang der Bestellungen, weltweit geht der Konzern von einer Stagnation aus. Zuvor hatte Arcelor-Mittal noch mit einer Zunahme von 1,5 Prozent gerechnet.

In China werde der Verbrauch nun aber wohl um bis zu einem Prozent zurückgehen und nicht wie zuvor erwartet um bis zu einem Prozent zulegen. Auch die Nachfrage in den ehemaligen Staaten der Sowjetunion und in Brasilien entwickele sich schwächer. Arcelor-Mittal ist mit einem Anteil von sechs bis sieben Prozent größter Stahlhersteller der Welt.

Lange Jahre litt Europa unter den Folgen der Stahlkrise nach dem konjunkturellen Einbruch 2008. Viele Länder Südeuropas meldeten sich über Jahre als Kunden quasi ab. Dazu verschärften weltweite Überkapazitäten den Preisdruck, wachsende Importe aus China taten ein Übriges, eine schnelle Erholung der Branche zu bremsen. Doch viele Stahlhütten in Europa haben die Zeit genutzt, um ihre Kosten zu senken und effektiver zu produzieren. So steigen seit vergangenem Jahr die operativen Gewinne der europäischen Stahlkonzerne wieder an.

Das spürt auch Arcelor-Mittal: So stieg der operative Gewinn in seinem größten Markt Europa im zweiten Quartal auf 352 Millionen Euro, ein Jahr zuvor waren es nur 245 Millionen Euro. Der Konzern betreibt allein in Deutschland vier Stahlwerke. Im Konzern schrumpfte dagegen im gleichen Zeitraum der operative Gewinn (Ebitda) um ein Fünftel auf 1,4 Milliarden Dollar. Ursache dafür waren aber die gesunkenen Eisenerzpreise und wachsende Importe aus China.

Der Konzern ist zwar nicht besonders abhängig von dem Markt in China. Die Volksrepublik spielt aber weltweit für die Branche eine große Rolle. So wächst etwa für die europäische Stahlbranche der Druck durch Konkurrenten aus China, die wegen der Schwäche zu Hause ihre Exporte erhöhen.

Das Management bekräftigte aber seinen Ausblick, wonach im Gesamtjahr ein operativer Gewinn von sechs bis sieben Milliarden Dollar in den Büchern stehen wird. 2014 waren es 7,2 Milliarden Dollar. Der deutsche Branchenprimus Thyssen-Krupp legt am 13. August seine Quartalszahlen vor.

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