Energie

Starker Franken
Gewinn und Umsatz bei Holcim sinken

Wie Konkurrent Heidelberg-Cement der starke Euro, so macht dem Zementkonzern Holcim der starke Franken zu schaffen. Zwar verkauft der Konzern mehr Zement als im Vorjahr, Umsatz und Reingewinn sinken jedoch.
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ZürichSchwache Schwellenländerwährungen und Restrukturierungskosten haben dem Schweizer Zementkonzern Holcim das Ergebnis im ersten Halbjahr verhagelt. Der Gewinn des vor der Fusion mit dem französischen Konkurrenten Lafarge stehenden Unternehmens sank um 15 Prozent auf 485 Millionen Franken (399 Millionen Euro). Im Vorjahr hatte Holcim durch den Verkauf einer Beteiligung in Australien einen Zusatzgewinn erzielt.

Der Umsatz fiel um sechs Prozent auf 9,06 Milliarden Franken, wie Holcim am Mittwoch mitteilte. Auf vergleichbarer Basis wäre der Nettoverkaufsertrag um 4,8 Prozent gestiegen. Den Absatz steigerte der Heidelberg-Cement-Konkurrent: Vor allem in Nordamerika und Afrika, in Nahost sowie in Europa wurden mehr Zement und Zuschlagstoffe verkauft.

In Europa profitierte die Baubranche vom milden Wetter zu Jahresbeginn. In Asien stabilisierte sich die Marktlage. Holcim geht davon aus, dieses Jahr den Zementabsatz in allen Regionen steigern zu können. Aus eigener Kraft soll der Betriebsgewinn erhöht werden und bessere operative Margen erzielt werden.

Auch Konkurrent Heidelberg-Cement hat im ersten Halbjahr unter schwachen Währungen gelitten. Umsatz und Betriebsgewinn stagnierten. Absatzsteigerungen in Nordamerika, Osteuropa und Asien verpufften durch die Umrechnung in Euro. Holcim-Finanzchef Thomas Aebischer bezifferte den negativen Währungseinfluss auf den Halbjahresumsatz auf rund eine Milliarde Franken. Im weiteren Geschäftsverlauf dürften die Fremdwährungen sich aber nicht weiter abschwächen. "Wir gehen heute davon aus, dass die Währungen im restlichen Jahresverlauf ziemlich stabil bleiben", sagte Aebischer in einer Telefonkonferenz. Das hänge aber auch von der Entwicklung in Russland und Argentinien ab

Um mögliche Bedenken von Wettbewerbsbehörden zu zerstreuen und grünes Licht für die angestrebte Fusion zu erhalten, haben Holcim und Lafarge eine Liste mit Firmen und Geschäftsbereichen zusammengestellt, die verkauft werden sollen. In Europa umfasst die Liste sieben Firmen und Geschäftsbereiche. Unter anderem soll das Lafarge-Geschäft in Deutschland veräußert werden.

Außerhalb Europas will Holcim unter anderem seine Geschäfte in Kanada und Mauritius abgeben. In Brasilien wollen die beiden Konzerne der Aufsichtsbehörde umfassende Vorschläge machen. Die Unternehmen prüfen zudem, ob zusätzliche Verkäufe aufgrund von Überschneidungen ihrer Aktivitäten oder aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nötig sind. Der Abschluss der Fusion wird im ersten Halbjahr 2015 erwartet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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