Energie

Steinkohle-Bergbau
Das schwarze Gold hat Konjunktur

Der Steinkohle-Bergbau in Deutschland stirbt. Politik, Unternehmen und Experten basteln am sanften Auslaufen. Dabei erlebt der schwarze Energieträger in anderen Teilen der Welt einen glänzenden Aufschwung.
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DüsseldorfIn immer mehr deutschen Kohlegruben ruht die Arbeit, die Lichter gehen aus. Das Ende der Ära ist nach dem Steinkohlekompromiss schon lange besiegelt. Dennoch will die Betreibergesellschaft des deutschen Steinkohlebergbaus RAG auch nach der Schließung der letzten Zeche Ende 2018 weiter existieren.

Sie werde dauerhaft Bergbauanlagen für Grubenwärme, Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen und möglicherweise Unter-Tage-Pumpspeicherkraftwerke nutzen, sagte RAG-Chef Bernd Tönjes in dieser Woche bei einem Kohle-Verbandstag in Essen. Zukunftsträume, die am Mittwoch aber einen herben Dämpfer vom Kooperationspartner RWE erhalten haben. Zumindest bleibt nach 2018 die Aufgabe der sogenannten Ewigkeitslasten, dem Abpumpen von Grubenwasser.

Doch während in Deutschland Politik, Unternehmen und Experten weiter darüber diskutieren, wie der Ausstieg aus der Kohle-Ära möglichst geschmeidig gestaltet wird, steht der schwarze Energieträger in anderen Staaten vor einer glorreichen Renaissance. Der weltweite Marktanteil der Kohle im Energie-Mix kletterte laut einer Studie des Ölkonzerns BP im vergangenen Jahr um 5,4 Prozent.

Vor allem Schwellenländer wie China, Indien & Co. verbrauchten im vergangenen Jahr mehr Kohle. Besonders China verheizt deutlich mehr des Brennstoffs. Hier kletterte der Verbrauch 2011 um 9,7 Prozent, in Indien waren es 9,2 Prozent. Beide zusammen vereinten 98 Prozent des Netto-Mehrverbrauchs auf sich.

Auch die Kosten für den schwarzen Energieträger kletterten deutlich: „Der Jahresdurchschnittspreis stieg weltweit um 24 Prozent“, sagte BP-Chefvolkswirt Christof Rühl. Der BP-Studie zufolge stieg sogar in Europa die Kohleförderung um 2,6 Prozent: das erste Mal seit 1995.

Kommentare zu " Steinkohle-Bergbau: Das schwarze Gold hat Konjunktur"

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  • Hi Rumpelstilzchen...Finden Sie das nicht selbst erfrischend.

    ENBW gehört dem Land Baden Würtemberg. Der Ministerpräsident ist wie sein Genosse Trittin ehemaliger KBW Funktionär, eine Partei die seinerzeit mit dem Ruf "Atomkraft nur im Sozialismus" in die Schlacht mit der Polizei um die Bauplätze moderner Kernkraftwerke gezogen ist. Meinen Sie er würde mir 1 € bezahlen?

    Meinen Sie nicht, dass Sie sich mit Ihrem Glaubensbekenntnis nicht ein wenig arg vom Boden der Wirklichkeit entfernt haben?

    Vandale

  • @vandale
    Von wem werden Sie eigentlich bezahlt? Von EON, EnBw, Vattenfall oder RWE?

  • Kohle ist für die kommenden Jahrhunderte reichlich und preiswert verfügbar. Kohle ist seit Anfang letzten Jahrzehnts die Energiequelle mit den höchsten absoluten Zuwächsen. Lediglich in Nordamerika verhält sich dies aufgrund des dortigen Zusammenbruchs der Erdgaspreise anders.

    Der Grund ist, dass der Erdölpreis nominal und real gestiegen ist.

    Die Ökosaga einer CO2 Klimahölle spielt lediglich in Europa eine bestimmende Rolle. Die wirtschaftliche Bedeutung Europas nimmt jedoch aufgrund der Demographie und der Ökoreligion ab.

    Vandale

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